ZDF-Doku “Böse Bauten”: Hitlers Architektur an Nord- und Ostsee

Wohnanlage in Prora auf Rügen
Copyright: ZDF/Sebastian Felsch

Abreißen, neu nutzen oder gar unter Denkmalschutz stellen – wie soll die Gesellschaft mit Bauten aus der NS-Zeit umgehen? An der Nord- und Ostseeküste finden sich zahlreiche sperrige Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus. Diesen widmet sich der fünfte Teil der ZDF-Dokumentationsreihe “Böse Bauten”, die sich mit den baulichen Hinterlassenschaften der NS-Zeit beschäftigt, am Sonntag, 30. September 2018, 0.15 Uhr. ZDFinfo zeigt eine 45-minütige Fassung am Mittwoch, 3. Oktober 2018, 20.15 Uhr.

Die Bunker des sogenannten “Atlantikwalls” im niederländischen Scheveningen, dem See-Vorort von Den Haag, bieten mitten in der Ferienidylle ein bizarres Bild. Eine niederländische Stiftung kümmert sich um die Beton-Bauten, die die deutschen Besatzer einst hinterlassen haben. Der Atlantikwall ist ein länderübergreifendes, europäisches Kriegsmonument, das für die Zukunft erhalten werden soll. Manche Bunker werden neu interpretiert und in stylische Eigenheime verwandelt.

Das wohl prominenteste und größte noch erhaltene NS-Bauwerk des Nordostens, das einstige “Kraft durch Freude”-Seebad Prora auf Rügen, sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Schicke Eigentumswohnungen sind entstanden, die sich bestens verkaufen, aber was bleibt vom Original dabei noch erfahrbar? Die Dokumentation unternimmt eine kritische Spurensuche.

Ein erschütterndes Kriegsmonument ist das wenig bekannte Kriegsgefangenenlager Sandbostel zwischen Bremen und Hamburg. Hier versucht man, die historischen Baracken und Mauerreste zu sichern und überwucherte Fundamente freizulegen.

In Peenemünde auf der Ostsee-Insel Usedom besucht das ZDF-Team das seit über 70 Jahren streng abgeriegelte munitionsbelastete Sperrgebiet der ehemaligen Heeresversuchsanstalt: einkontaminiertes Naturparadies. Hier machte Wernher von Braun, einer der Pioniere der US-Raumfahrt, mit der V2-Rakete NS-Karriere.

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