ZDF-“aspekte” mit Türkei-Schwerpunkt und Meşale Tolu als Studiogast

Die ZDF-Kultursendung “aspekte” widmet sich am Freitag, 28. September 2018, 23.00 Uhr, dem Thema Türkei. An diesem Abend, an dem der türkische Präsident Erdoğan im Schloss Bellevue mit einem Staatsbankett geehrt wird, lädt “aspekte” die Journalistin und Übersetzerin Meşale Tolu als Studiogast ein. Ihr Anliegen: Die kritischen Stimmen in der Türkei dürfen keinesfalls ungehört bleiben.

Themen der Sendung sind neben anderen:

“Heikle Staatsbesuche – eine kleine Kulturgeschichte des Roten Teppichs”: vom berüchtigten Schah-Besuch 1967 bis heute. “aspekte” fragt: Wie weit kann und darf sich unser Rechtsstaat aus Gründen des politischen Kalküls verbiegen?

Das bewegende Buch des Schriftstellers und Journalisten Ahmet Altan aus dem Gefängnis: “Ich werde die Welt nie wieder sehen”. Altan wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und sitzt bereits seit zwei Jahren hinter Gittern.

Die “Samstagsmütter” in der Türkei: Trotz Verbot und Tränengas demonstrieren sie seit mehr als 20 Jahren jede Woche für ihre verschwundenen Angehörigen und fordern Aufklärung von der Regierung über die Verschollenen, die, auch schon vor Erdoğan, entführt, gefoltert oder ermordet wurden.

Meşale Tolu wird während der ganzen Sendung als Gesprächspartnerin an der Seite der Moderatoren Katty Salié und Jo Schück sein.

Meşale Tolu wurde Ende April 2017 wegen Terrorvorwürfen in Istanbul verhaftet. Die deutsche Staatsbürgerin saß fast acht Monate lang im Gefängnis, sechs davon war ihr damals zweijähriger Sohn mit ihr in der Zelle. Ende 2017 wurde sie aus der Haft entlassen, jedoch eine Ausreisesperre über sie verhängt. Im August durfte sie schließlich mit ihrem Sohn nach Deutschland heimkehren. Ihr Ehemann darf die Türkei nicht verlassen, und das Strafverfahren gegen sie wird fortgesetzt. “Meine Freiheit ist leider nicht mit der der anderen verbunden” sagt Meşale Tolu. “170 Journalisten-Kollegen sind immer noch inhaftiert, und solange sich die Situation in der Türkei nicht bessert, kann ich mich nicht freuen.”

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