Weltkriegsbombe auf ehemaligem Tramdepot gefunden – Entschärfung am Mittwoch, 10. Oktober / Sperrkreis ab 8:30 Uhr geschlossen

Entschärfung am Mittwoch, 10. Oktober / Sperrkreis ab 8:30 Uhr
geschlossen

 

Der Sperrkreis der Bombenentschärfung am Mittwoch, 10. Oktober. Foto: LHP

Der Sperrkreis der Bombenentschärfung am Mittwoch, 10. Oktober. Foto: LHP

Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe US-amerikanischer Herkunft aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Dienstag auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots in der Heinrich-Mann-Allee gefunden worden. Die Entschärfung des Blindgängers soll am Mittwoch, 10. Oktober, durch Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg erfolgen. Um den Fundort wird ein Sperrkreis von rund 800 Metern eingerichtet. Es ist die dritte Weltkriegsbombe seit August, die auf dem Areal gefunden wird. Etwa 3000 Menschen, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen diesen bis 8:30 Uhr verlassen haben. Insgesamt ist die gefundene Fliegerbombe der Weltkriegssprengkörper 192 seit 1990 in der Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 100 Kilogramm erfasst.

Das Sperrgebiet

Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem das Viertel Am Brunnen, die Kolonie Daheim, die Staatskanzlei Brandenburg sowie mehrere Ministerien, Landesämter, die Bundespolizei, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, das Humboldt-Gymnasium, der Kletterpark und die beiden Kindertagesstätten „Nuthewinkel” und „Potsdam-Kids”. Der Sperrkreis befindet sich innerhalb des Bereiches Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg, Waldstraße, Albert-Einstein-Straße und Hauptbahnhof. Unter dem Link https://egov.potsdam.de/gis-kmb (ab Freitagnachmitttag) kann eine adressgenaue Karte zum Sperrkreis eingesehen werden. Die Landeshauptstadt bittet alle Potsdamerinnen und Potsdamer um Verständnis, wenn es aufgrund des Großeinsatzes zu Beeinträchtigungen kommt.

Sperrkreis bitte am Mittwoch bis 8:30 Uhr verlassen

Alle Bewohnerinnen und Bewohner werden dazu aufgerufen, den Sperrkreis bis 8:30 Uhr selbstständig zu verlassen. Während der Sperrung steht das Oberlinhaus Babelsbberg als Aufenthaltsort für Betroffene zur Verfügung. Etwa 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern.

Infos für Autofahrer

Keine Sperrungen gibt es auf der Nuthestraße, der Friedrich-List-Straße und auf dem Horstweg. Gesperrt ist hingegen am Mittwoch ab 8:30 Uhr die Heinrich-Mann-Allee zwischen Leipziger Dreieck und Horstweg. Mit starken Einschränkungen ist allerdings im Bereich Heinrich-Mann-Allee zu rechnen. Da die B2 in Höhe Nesselgrundbrücke gesperrt ist und die Umleitung ins Potsdamer Zentrum über Saarmund, Bergholz-Rehbrücke und Heinrich-Mann-Allee ausgeschildert ist, kommt es am Mittwoch ab 8:30 Uhr aufgrund der Sperrung der Heinrich-Mann-Allee zwischen Hauptbahnhof und Horstweg zu weiteren Einschränkungen. Der Verkehr wird über Horstweg auf die Nuthestraße umgeleitet. Es wird empfohlen, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Der Sperrrkreis wird am Mittwoch ab 8:30 Uhr geschlossen, es dürfen keine Fahrzeuge mehr in den Sperrkreis fahren.

Infos für Bahnfahrer

Von den Sperrungen betroffen sind die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96 und 98 ab Potsdam Hauptbahnhof in Richtung Süden sowie die Buslinien 690, X1, 601, 611, 619 und 750Ab 8:30 Uhr fahren diese Linien vom Hauptbahnhof ohne Halt durch bis zum nächsten Haltepunkt außerhalb des Sperrkreises. Die Bahnen fahren also ab 8:30 Uhr ohne Stopp zwischen Hauptbahnhof und Waldstraße/Horstweg. Sobald der Sperrkreis abgesichert ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr auf den Linien komplett unterbrochen. Die Vollsperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung. Während der Vollsperrung des Bereiches verkehren die Straßenbahnen aus Richtung Westen und Norden von und bis Hauptbahnhof. Die Bahnen im Süden der Stadt fahren zwischen Bahnhof Rehbrücke und Marie-Juchacz-Straße im Kirchsteigfeld.

Einschränkungen gibt es auch im Regionalverkehr und bei der S-Bahn während der Enntschärfung. Sowohl der Hauptbahnhof als auch der Bahnhof Babelsberg liegen außerhalb des Sperrkreises und sind frei zugänglich. Ein Teil der Gleisanlagen befindet sich jedoch im Sperrkreis, sodass während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Hauptbahnhof keine S-Bahnen und keine Regionalbahnen fahren. Die S-Bahnen starten und enden während der Entschärfung – voraussichtlich ab einem Zeitraum zwischen 9.30 Uhr und 10.30 Uhr – am S-Bahnhof Babelsberg, der Regionalverkehr wird ab diesem Zeitpunkt über Potsdam-Golm und Berlin-Spandau umgeleitet.

Ich brauche Hilfe

Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt ab Montag unter der Nummer (0331) 289 1677 oder unter der (0331) 289 1642Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Mittwoch zu bestellen.

Störer müssen mit einer Anzeige rechnen

Leider ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen und Verzögerungen durch Passanten gekommen. Daher hat sich die Landeshauptstadt entschieden, jede Störung bei der Evakuierung und Entschärfung zur Anzeige zu bringen beziehungsweise selbst Bußgeldverfahren einzuleiten. Die Störer gefährden dabei nicht nur sich selbst, sondern auch den Sprengmeister bei seiner Arbeit. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Wie lange dauert der Einsatz?

Wir können leider keinen Zeitrahmen festlegen, weil die Dauer der Sperrung von Faktoren wie der Kooperation der im Sperrkreis lebenden Menschen und dem Zustand des Zünders der Bombe abhängig ist. Je schneller alle den Sperrkreis verlassen, desto schneller kann Sprengmeister Mike Schwitzke mit der Entschärfung beginnen. Am 3. August hat die Sperrung bis gegen 15 Uhr gedauert, weil die Bombe nicht entschärft werden konnte und kontrolliert gesprengt werden musste. Am 13. September waren die Sperren hingegen zur Mittagszeit wieder aufgehoben und die Bombe erfolgreich entschärft. Wir hoffen natürlich, dass auch am Mittwoch alles ohne Probleme abläuft.

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