Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN) zum angekündigten Ersatzneubau der Schleuse Kannenburg

Ein guter Tag für Wassertourismus und Wirtschaft in der Region: Kannenburg bleibt keine Sackgasse

 

v.l.n.r. Sebastian Dosch und Amtsvorstand Friedrich Peter Münch, beide WSA Eberswalde; Bürgermeister Detlef Tabbert; Fachbereichsleiterin Thekla Seifert, Stadt Templin
[Bildrechte: WIN-AG]

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde verkündete in einer öffentlichen Veranstaltung am Dienstagabend, 13. Februar 2018, in Templin, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Ersatzneubau der Schleuse Kannenburg beschlossen hat. Die Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN), die einen schnellen Neubau der im Dezember gesperrten Schleuse vehement gefordert hatte, begrüßt die positive Sachentscheidung sowie das unkonventionelle Vorgehen des Bundes. Für die zwei Jahre dauernde Bauzeit gilt es jedoch noch eine tragfähige Lösung für die von der Schleusensperrung betroffenen Unternehmen zu finden.

Schleuse Kannenburg bleibt keine Sackgasse: Ein guter Tag für den Wassertourismus

„Die Schleuse Kannenburg wird auch in Zukunft wieder das Tor zu den Templiner Gewässern sein und keine Sackgasse. Boote aus Templin können, sobald der Ersatzneubau steht, wieder über die Havel bis in die Mecklenburgische Seenplatte und nach Berlin fahren. Das ist ein guter Tag – nicht nur für Templin, sondern für den gesamten Wassertourismus in Brandenburg“, kommentiert Bodo Ihrke, Landrat des Landkreises Barnim und Vorsitzender der WIN-AG, die Zusage des Bundes, die baufällige Schleuse Kannenburg durch einen Neubau zu ersetzen.

Die WIN-AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, Reviere zu vernetzen und durch Investitionen in die wassertouristische Infrastruktur das attraktivste Wassertourismusrevier im europäischen Binnenland gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln. Das permanente Abkoppeln des Templiner Seengebiets würde diesem Ziel diametral entgegenstehen. Mit 7.000 Schleusungen pro Jahr gehört Kannenburg zu den stark frequentierten Schleusen der Oder-Havel-Wasserregion.

Positive Signalwirkung der Entscheidung

Nicht nur die positive Sachentscheidung, auch die Signalwirkung, dass der Bund seiner im Wassertourismuskonzept zugesagten Aufrechterhaltung des Schleusenbetriebs an stark frequentierten Wasserstraßen nun Haushaltsmittel folgen ließ, wird anerkannt. „Der Bund hat ‚Butter bei die Fische‘ gegeben und nicht lange gezögert. Das sendet ein positives Signal an alle, die in der Region auf den Wassertourismus bauen“, kommentiert Andreas Ernst, Geschäftsführer der Wirtschafts-, Innovations- und Tourismusförderung Oberhavel GmbH, die Entscheidung.

Unternehmen brauchen Planbarkeit: Bauzeit muss überbrückt werden

Dennoch meldet Wirtschaftsförderer Ernst auch Kritik an: „Unternehmen brauchen Planbarkeit. Durch die kurzfristige Sperrung wurde etlichen Unternehmern ohne Vorwarnung ein Großteil ihrer Geschäftsgrundlage entzogen. Die positive Perspektive, dass eine neue Schleuse Kannenburg kommt, hilft hier natürlich. Dennoch gilt es für die Unternehmen nun erst einmal die Bauzeit von rund zwei Jahren zu überbrücken. Eine schwierige Aufgabe, die sich durch eine langfristigere Planung von Ersatzinvestitionen anders hätte gestalten lassen.“ Umso zügiger gilt es nun, den Ersatzneubau in die Tat umzusetzen.

Der Wassertourismus ist mittlerweile eine wichtige Säule der regionalen Wertschöpfung. Mit einem jährlichen Bruttoumsatz von 200 Mio. € hat sich der Bootstourismus im Raum Brandenburg-Berlin zu einem bedeutenden touristischen Angebotssegment entwickelt.

Über WIN

Die Arbeitsgemeinschaft Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN-AG) ist eine kommunale Initiative der Landkreise Barnim, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin, der Städte Eberswalde, Liebenwalde, Neuruppin, Oranienburg und Templin sowie der Gemeinden Wandlitz und Fehrbellin. Ziel der WIN-Initiative ist es, durch Investitionen in die wassertouristische Infrastruktur im Norden Brandenburgs eines der attraktivsten Wassertourismusreviere in Europa zu entwickeln und zugleich das führerscheinfreie Fahrgebiet in der Region zu erweitern.

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