„Umkämpfte Wege der Moderne. Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“ ab 29. September im Potsdam Museum

Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte veranstaltet von
Ende September 2018 bis Juni 2019 eine zweiteilige Ausstellungsreihe
„Umkämpfte Wege der Moderne“, die ihren Schwerpunkt auf Kunst,
Kultur und Gesellschaft legt und für den Zeitraum von 1918 bis 1945
künstlerische Phänomene und historische Entwicklungen nachzeichnen
wird.

Die Sonderausstellung „Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“ widmet
sich anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Novembergruppe,
der wohl prominentesten Künstlergemeinschaft der Weimarer Republik und
einem ihrer Hauptakteure, dem Kosmopoliten, Maler, Architekten und
Potsdamer Wahlbürger Wilhelm Schmid (1892–1971). Mit dem Fokus auf
ihre Ursachen, Wirkung und Folgen werden die künstlerischen und
gesellschaftlichen Umbrüche nach 1918 ergründet, kritisch befragt und in
einer zeitgemäßen, multimedialen und publikumsorientiert partizipativen
Form präsentiert.

Einige der künstlerischen Vorkämpfer nahmen die Revolution 1918/1919
zum Anlass, sich zur „Novembergruppe“ zu vereinen. Diese
selbsternannten „Revolutionäre des Geistes“ brachen radikal mit den
alten Formen in der Kunst. Wilhelm Schmid zog noch vor dem Ersten
Weltkrieg aus der Schweiz in das pulsierende Berlin, lernte dann in
Potsdam 1914 seine zukünftige Ehefrau Maria kennen und fand hier während
der Weimarer Republik seinen Lebens- und Schaffensort. Nach Anfeindungen
durch die Nationalsozialisten verließ er gemeinsam mit seiner jüdischen
Ehefrau 1937 die ehemalige Residenz.

Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museums und Kuratorin der
Ausstellung erläutert: „Schmids Potsdamer Jahre sind eng mit seinem
erstmals in Fülle gezeigten Frühwerk verbunden, dem eine ganz eigene
Bildästhetik zwischen Expressivität und Neuer Sachlichkeit innewohnt.“
Diese führte ihn in den Kreis der Avantgarde. Ihre schöpferische Suche
nach einer neuen Sprache des Gestaltens zeigt die Ausstellung mit einer
prägnanten und qualitätvollen Auswahl. Zahlreiche internationale
Leihgeber ermöglichen den Dialog zwischen Wilhelm Schmid und
Künstlerkollegen wie Georg Tappert, Arthur Segal, Moriz Melzer, Otto
Möller und César Klein.

Ausgehend von einer bedeutenden Künstlerpersönlichkeit der 1920er-Jahre
wird in der an ein breites Publikum gerichteten Ausstellung die kreative
Vielfalt einer Epoche der Gegensätze dargeboten. Revolutionsgeist,
künstlerische Variationen und Interpretationen des Zeitgeschehens
sowie der Anspruch der Novembergruppe, auf die Kunst- und Kulturpolitik
des jungen demokratischen Staates einzuwirken, umschließen die
thematische Breite des Ausstellungsprojekts.

Die Sonderausstellung des Potsdam Museum steht unter der
Schirmherrschaft der Schweizerischen Botschaft in der Bundesrepublik
Deutschland. Für das zweiteilige Ausstellungsprojekt „Umkämpfte Wege der
Moderne“ übernimmt Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft,
Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Schirmherrschaft.
Ein großer Kreis von institutionellen und privaten Förderinnen und
Förderern ermöglicht die Ausstellungsumsetzung mit den
internationalen Leihgaben und dem Katalogen in deutscher und englischer
Sprache. Die Hauptförderin der Ausstellung ist die Kulturstiftung der
Länder. Zu den weiteren Unterstützern gehören die Ernst-von-Siemens
Kunststiftung, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg, der Förderverein des Potsdam-Museums e. V., der
Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder, die Bahnhof-Passagen
Potsdam sowie Privatpersonen.

Die Ausstellung wurde mit bedeutenden Leihgaben aus dem In- und Ausland
unterstützt, darunter das Schweizer Museo d’arte della Svizzera
italiana, das Aargauer Kunsthaus Aarau, die Neue Nationalgalerie Berlin,
die Berlinische Galerie, die Stiftung Lehmbruck Museum Duisburg und das
Deutsche Historische Museum Berlin.

Ein interessantes Programm im Potsdam Museum, im Filmmuseum Potsdam und
an Originalplätzen begleitet die Ausstellung „Umkämpfte Wege der
Moderne. Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“:

6. Oktober 2018, 14 Uhr: Öffentliche Führung mit Friederike Völk,
wissenschaftliche Assistentin im Potsdam Museum

7. Oktober 2018, 17 Uhr: Konzert „Mein blaues Klavier“ mit Mimi
Sheffer (Sopran) und Ofra Yitzhaki (Klavier). „Living Music 2018“ ist
ein Projekt des Vereins KOL – Jüdische Musik beleben und erleben e.V.

10. Oktober 2018, 14 Uhr: Silver Salon, Kuratorenführung durch die
Ausstellung mit Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museums

12. Oktober 2018, 16 Uhr: Führung „Wilhelm Schmid, Architekt der
Moderne: Auf den Spuren der Villa Metz“ mit Dr. Jutta Götzmann,
Kuratorin der Ausstellung, und Jörg Limberg, Untere
Denkmalschutzbehörde, Treffpunkt: Seestraße 35

1. November 2018, 18 Uhr: Kurzvortrag mit Themenführung
„Berlin-Potsdam-Paris. Stationen der Moderne“ mit Dr. Jutta
Götzmann, Kuratorin der Ausstellung

3. November 2018, 14 Uhr: Führung „Wilhelm Schmid, Architekt der
Moderne: Auf den Spuren der Villa Metz“ mit Dr. Jutta Götzmann,
Kuratorin der Ausstellung und Jörg Limberg, Untere Denkmalschutzbehörde,
Treffpunkt: Seestraße 35

4. November 2018, 17Uhr: Konzert „Frauen spielen Frauen“ mit dem
Ensemble Noga Idit Shemer (Flöte), Orit Messer Jacobi (Violoncello),
Ruth Zori (Klavier) und als Gast Mimi Sheffer (Sopran), Werke von Rosy
Wertheim, Ayala Asherov, Irena Svetova. „Living Music 2018“ ist ein
Projekt des Vereins KOL – Jüdische Musik beleben und erleben e.V.

14. November 2018, 14 Uhr: Silver Salon „Die Novembergruppe von 1918“
mit Dr. Thomas Stein, Ko-Kurator der Ausstellung

15. November 2018, 18 Uhr: Dialogische Führung „Revolutionäre des
Geistes – was bewegte die Künstler der Novembergruppe?“
Ausstellungsrundgang und Gespräch mit der Kunstvermittlerin Claudia
Häuser-Mogge
22. November 2018, 18 Uhr: Öffentliche Führung mit Friederike Völk,
Potsdam Museum, wissenschaftliche Assistentin

24. November 2018, 17 Uhr: Soiree „Musikalische Avantgarde im jungen
20. Jahrhundert“,
Theo Dan (Violine), Marianne Boettcher (Violine), Kensei Yamaguchi
(Klavier) spielen unter anderem Werke von Paul Hindemith, Béla Bartók,
Artur Honegger, Boris Blacher, Waldemar von Baußnern, Verein für
musikalisch-literarische Soireen in Potsdam

8. Dezember 2018, 14 Uhr: Dialogische Führung „Revolutionäre des
Geistes – was bewegte die Künstler der Novembergruppe?“,
Ausstellungsrundgang und Gespräch mit der Kunstvermittlerin Claudia
Häuser-Mogge

10. Januar 2019, 18 Uhr: Themenführung „Wilhelm Schmid in Potsdam“
mit Friederike Völk, Potsdam Museum, wissenschaftliche Assistentin

17. Januar 2019, 18 Uhr: Kurzvortrag mit Themenführung „Politische
Positionen der Novembergruppe“ mit Dr. Thomas Stein, Ko-Kurator der
Ausstellung

27. Januar 2019, 15 Uhr: Finissage, Musik in der Ausstellung mit
Studierenden der FH Potsdam

BEGLEITFILMPROGRAMM IM FILMMUSEUM POTSDAM
19. Oktober 2018, 18 Uhr: „Die freudlose Gasse“ (R: Georg Wilhelm
Pabst, 1925)
27. Dezember 2018, 19 Uhr: „Madame Dubarry“ (R: Ernst Lubitsch,
1919)
22. Januar 2019, 19 Uhr: „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ (R:
Walter Ruttmann, 1927)

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