Türme des Orangerieschlosses Sanssouci wieder zugänglich

Beste Aussichten

Wieder offen: Turmgalerie des Orangerieschlosses im Park Sanssouci. Foto: SPSG/Elvira Kühn

Türme und Turmgalerien des Orangerieschlosses im Park Sanssouci sind nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder öffentlich zugänglich

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat die 2014 begonnenen Baumaßnahmen am Mittelbau des Orangerieschlosses im Potsdamer Park Sanssouci abgeschlossen. Während der dreijährigen Arbeiten wurden beide Türme und die Turmgalerien sowie das Hauptdach des Mittelbaus einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Witterungsbedingte Schäden an der Außenfassade, an den Fenstern und Türen sowie undichte Dächer und Regenentwässerungen wurden beseitigt, um Verluste der Originalsubstanz zu verhindern und Schäden in den historischen Innenräumen zu vermeiden.
Somit sind zum Saisonbeginn 2018 die Türme und Turmgalerien wieder öffentlich zugänglich. Die Besucherinnen und Besucher erwarten beste Aussichten weit über den Park Sanssouci und das Krongut Bornstedt hinaus.

Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des Sonderinvestitionsprogramms für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan), das der Bund (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) sowie die Länder Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) und Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) für die Jahre 2008 bis 2017 zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft aufgelegt haben. Die Bruttogesamtbaukosten für die Wiederherstellungsarbeiten am Mittelbau des Orangerieschlosses beliefen sich auf ca. 5 Millionen Euro.

Die Baumaßnahmen
Die Dachstuhl-Konstruktionen des großen Hauptdaches und beide Zeltdach-Konstruktionen der Türme wurden statisch ertüchtigt und schadhafte Bereiche zimmermannsmäßig repariert. Der Mittelbau hat eine neue Eindeckung aus Kupferblech erhalten und die auf der Nordseite liegende Dachbalustrade aus Sandsteinbalustern wurde restauriert. Die Türme sind wieder mit Zinkblech eingedeckt, nachdem zu Beginn der Bauarbeiten festgestellt wurde, dass die vorhandene Eindeckung nicht mehr reparaturfähig war. Sämtliche Traufbereiche haben eine doppelt abgedichtete innenliegende Regenrinne erhalten, deren Querschnitt entsprechend der zunehmenden Starkregenfälle neu dimensioniert wurde. Darüber hinaus wurde eine – den heutigen technischen Standards entsprechende – Blitzschutzanlage angebracht.

Im Zuge der Instandsetzung der aufwendig gestalteten Schornsteinköpfe erfolgte die Umwandlung der vorhandenen Kaminschächte in Lüftungsschächte. In Kombination mit neu installierten Ventilatoren in den Schornsteinköpfen ist nun für ein stabiles Klima (Luftfeuchtigkeit in den historischen Schlossräumen gesorgt.

Neben den Dacharbeiten waren die Turmfassaden und Galerien zu sanieren. Fehlende Putzflächen und Profilierungen sind ergänzt, Sichtmauerwerksbereiche aus gelben Backstein neu verfugt und mit einem mittigen Fugenstrich verziert worden. Ebenso wurde die ursprüngliche hellgelbe Farbfassung als Kalkanstrich ausgeführt. Die durch Umwelteinflüsse geschwärzten Sandsteinsäulen konnten gereinigt und mittels Lasuranstrich aufgehellt werden. Sie sind nun wieder als gliederndes Element der Architektur erlebbar. Die Holzfenster und Türen ergänzen das Erscheinungsbild durch eine für das 19. Jahrhundert typische Holzimitationsfassung.

Als besondere Herausforderung erwies sich die Rekonstruktion des originalen Gussasphaltbelags der beiden Turmgalerien, der auf allen begehbaren Flächen die darunterliegenden Konstruktionen vor Regenwasser schützen muss. Bereits kurz nach der Erbauungszeit erwies sich dieser Asphaltbelag als Schwachstelle und zog erste Reparaturmaßnahmen nach sich. Durch die Anwendung moderner Abdichtungstechnologien konnte dieses Problem behoben werden.

Damit die Besucherinnen und Besucher die Turmgalerien sorglos betreten können, wurden die Balustraden durch eine zeitgenössische Geländerkonstruktion aus Flachstahl und einem feinen Edelstahlnetz erhöht.

Es geht weiter
Dank des Sonderinvestionsprogramms 2 (Masterplan), dass der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg im September 2017 zur Fortsetzung des Sonderinvestitionspgrogramms 1 unterzeichnet haben, kann die SPSG bis 2030 weitere 400 Millionen Euro zusätzlich in die Rettung nationaler Kulturgüter investieren. Für das Orangerieschloss stehen damit noch einmal ca. 22 Millionen Euro zur Verfügung. Schwerpunkte der Sanierungsarbeiten werden die Fassaden, Dächer und das Innere der Pflanzenhallen sein. Derzeit laufen dazu die Projektvorbereitungen. Mit der Planung soll Mitte 2018 begonnen werden.

Das Sonderinvestitionsprogramm 1 (Masterplan)
Mit dem Sonderinvestitionsprogramm (Masterplan) haben der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg bedeutende Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft vor dem Verfall gerettet. Das Abkommen sah vor, dass die SPSG bis 2017 insgesamt 155,03 Millionen Euro in die Wiederherstellung nationaler Kulturgüter zusätzlich investieren konnte. Der Bund trug 77,5 Millionen Euro (50 Prozent) bei, das Land Brandenburg 53 Millionen Euro (2/3 von 50 Prozent) und das Land Berlin 24,53 Millionen Euro (1/3 von 50 Prozent). Seit 2008 hat die SPSG ca. 160 Millionen Euro verausgabt, das entspricht 97 Prozent der Gesamtsumme von 165 Millionen Euro (inkl. Sondermittel).

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