Teurer Wohnen: “Frontal 21”-Doku zum Kampf um bezahlbare Mieten

Explodierende Mietpreise, unbezahlbarer Wohnraum, verdrängte Mieter – die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt ist aktuell eine der drängendsten sozialpolitischen Fragen in Deutschland. Am Dienstag, 14. August 201821.00 Uhr, beleuchtet im ZDF die “Frontal 21”-Dokumentation “Teurer Wohnen” den “Kampf um bezahlbare Mieten”.

Ein Beispiel für die Misere auf dem Wohnungsmarkt gibt ein Haus in der Lützowstraße in Berlin-Tiergarten. Für die Mieter dort spielt sich seit Weihnachten 2016 ein Drama ab, denn sie sollen raus aus ihren Wohnungen. In dem Gebäudekomplex mit knapp 100 Wohnungen leben Menschen mit kleinem Einkommen – Rentner, Familien, Bezieher von Hartz IV oder Grundsicherung. Gekauft hat das Gebäude eine Investmentgesellschaft, die die einstmals vom Staat geförderten Wohnungen modernisieren und in Eigentum umwandeln will. Sie verspricht ihren Anlegern Renditen bis zu 18 Prozent – jährlich. “Leben heißt Veränderung”, schreibt die Hausverwaltung dazu an die Altmieter und kündigt schon einmal Mieterhöhungen von über 70 Prozent an – die Modernisierungsumlage macht es möglich.

“Frontal 21” hat für die Dokumentation über ein Jahr lang den Kampf der Mieter begleitet. Diese wollen sich nicht so einfach aus ihren Wohnungen und aus ihrem Kiez vertreiben lassen. Von der Politik fühlen sie sich im Stich gelassen. Ihre Nachbarn haben inzwischen aufgegeben und sind ausgezogen. Doch ein harter Kern kämpft weiter.

“Frontal 21” macht sich auf die Suche nach den Investoren, spricht  mit Experten und verantwortlichen Politikerinnen und Politikern: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Warum hat sich der Mietmarkt so entwickelt? Die Dokumentation zeigt auf, dass schon in den 80er Jahren die Weichen falsch gestellt wurden, als sich der Staat mehr und mehr aus dem sozialen Wohnungsbau zurückzog. Sie beleuchtet zudem, was den Standort Deutschland für Immobilieninvestoren gerade aus dem Ausland so attraktiv macht. Und sie geht der Frage nach, was von den wohnungsbaupolitischen Plänen der Großen Koalition zu halten ist und ob sie ein probates Mittel sind, der Entwicklung gegenzusteuern.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.