Aktuelles GeWINO-Spotlight zu Essstörungen zeigt starkes Stadt-Land-Gefälle

Zahl der Diagnosen in sechs Jahren stark gestiegen

Aktuelle Zahlen des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost zeigen einen deutlichen Anstieg der Essstörungsdiagnosen unter den 6- bis 54-jährigen AOK-Versicherten. Dem hohen Anstieg steht jedoch eine geringe Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Behandlungen gegenüber. Die GeWINO-Zahlen zeigen außerdem ein starkes Stadt-Land-Gefälle. Das sind in Kürze die Ergebnisse des neuen GeWINO-Spotlights, das jetzt veröffentlicht wurde.

Die Zahlen im Einzelnen: Wurde 2010 in der Region Nordost noch bei rund 3.500 Versicherten eine psychogene Essstörung wie Bulimie, Magersucht oder Binge Eating (Esssucht) diagnostiziert, waren es 2016 schon über 6.100 Versicherte. Damit haben sich die Diagnosen innerhalb von sechs Jahren nordostweit fast verdoppelt, wobei hier vor allem die Entwicklung in Berlin zu Buche schlägt. 2016 war dort die Diagnoserate mit 1,1 Prozent ungefähr doppelt so hoch wie in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Versorgungsforscher gehen von hoher Dunkelziffer aus

„Der GeWINO-Report betrachtet nur die gesicherten Diagnosen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch um einiges höher liegen, da lediglich Personen erfasst werden können, die zum Arzt gehen. Überrascht hat uns der hohe Anteil diagnostizierter Essstörungen bei den 35- bis 54-jährigen AOK-Versicherten. Hier  könnte es sich zum Teil um chronische Fälle handeln, die jetzt auch in höheren Altersgruppen erkannt und diagnostiziert werden“, sagt GeWINO-Versorgungsforscher Dr. Jan Breitkreuz.

Von Essstörungen Betroffene haben in der Regel mehrere Jahre mit der Erkrankung zu kämpfen, benötigen mehrere Behandlungsanläufe und die Symptomatik bleibt auch nach erfolgreicher Therapie teilweise weiter bestehen. Die Auswertung ergab zudem, dass sich nur rund zehn Prozent der ca. 5.000 Versicherten mit einer zwischen 2012 und 2014 neu festgestellten psychogenen Essstörung innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose psychotherapeutisch behandeln ließen. „Die Zahlen haben auch gezeigt, dass die Bereitschaft, sich in Behandlung zu begeben, mit fortschreitender Krankheitsdauer deutlich abnimmt. Deshalb ist eine frühzeitige Intervention bei diesem Krankheitsbild so wichtig. Am besten ist es natürlich, wenn von vornherein verhindert werden kann, dass sich die Essstörung manifestiert“, so Breitkreuz.

AOK setzt auf Früherkennung und führt Screening beim Kinder- und Jugendarzt ein

Die AOK Nordost hat deshalb gemeinsam mit Experten des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Beratungsstelle Dick & Dünn und dem Berliner Startup Jourvie ein digital unterstütztes Programm zur Früherkennung und Frühbehandlung von psychogenen Essstörungen im Kindes- und Jugendalter (7 bis 17 Jahre) konzipiert. Das neue AOK-Programm richtet sich vor allem an die Eltern gefährdeter Kinder und Jugendlicher oder an andere ihnen nahestehende Personen. Es soll für die Gefährdung sensibilisieren und konkrete Unterstützung zur Vermeidung einer manifesten Essstörung bieten. Das Programm wird ab Januar 2018 in der Region Berlin umgesetzt, da die Anzahl der diagnostizierten psychogenen Essstörungen dort besonders hoch ist.

AOK-Versicherte können außerdem die therapieunterstützende App Jourvie nutzen. Diese bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Essprotokollen und Bewältigungsstrategien und kann helfen, die Hemmschwellen zu überwinden, die einer Behandlung im Wege stehen.

GeWINO-Spotlight wertet anonymisierte Daten von rund 750.000 Versicherten aus

Die vorgestellten Ergebnisse erfassen die Jahre 2010 bis 2016. Grundlage der Analysen für das Spotlight „Essstörungen – Regionale Entwicklungen im Nordosten“ sind die anonymisierten Abrechnungsdaten von rund 750.000 Versicherten der AOK Nordost im Alter von 6-54 Jahren.

Als essgestört galten alle Personen, bei denen im Analysejahr mindestens eine gesicherte ambulante oder eine stationäre Haupt- oder Nebendiagnose mit einem ICD-Code des Typs F50.x (F50.- Essstörungen) abgerechnet wurde. Dies schließt folgende ein:

  • F50.0 Anorexia nervosa
  • F50.1 Atypische Anorexia nervosa
  • F50.2 Bulimia nervosa
  • F50.3 Atypische Bulimia nervosa
  • F50.4 Essattacken bei anderen psychischen Störungen
  • F50.5 Erbrechen bei anderen psychischen Störungen
  • F50.8 Sonstige Essstörungen
  • F50.9 Essstörungen, nicht näher bezeichnet.

Das Spotlight kann kostenfrei über www.gewino.de heruntergeladen werden.

 

Weiterführende Links sowie regionalisierte Grafiken finden Sie auf der AOK-Internetseite unter https://nordost.aok.de/inhalt/gewino-spotlight-essstoerungen/

Neue Krankenhausentgelte für 2018 in Brandenburg

Krankenhausgesellschaft und Verbände der Krankenkassen einigen sich auf Landesbasisfallwert 2018

Die Krankenkassenverbände und die Krankenhausgesellschaft haben sich für das Jahr 2018 auf einen neuen Landesbasisfallwert in Brandenburg, d.h. auf den landeseinheitlichen Durchschnittspreis für Krankenhausleistungen, geeinigt. Dieser beträgt 3.444,50 Euro.

 

Die Selbstverwaltung schafft mit der erzielten Vereinbarung die notwendige Rechtsbasis für das Jahr 2018 für die konkreten Budgetvereinbarungen der Akutkrankenhäuser in Brandenburg. Damit haben Krankenhäuser und Krankenkassenverbände in Brandenburg jetzt Planungssicherheit für die medizinische und pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten. Das Ergebnis schafft Klarheit für die Finanzierung und Abrechnung von Krankenhausleistungen in der Region. Der neue Landesbasisfallwert kommt ab 1. Januar 2018 zur Abrechnung.

Der Landesbasisfallwert bildet die Grundlage für die Abrechnung der DRG-Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups) und bestimmt wesentlich die Höhe der Krankenhausbudgets.

 

Ansprechpartner

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Matthias Gabriel, Tel. 0800 265 080 22202

vdek – Landesvertretung Berlin/Brandenburg, Susanne Roßbach, Tel. 030 253 774 16

BKK Landesverband Mitte, Regionalvertretung Berlin und Brandenburg, Daphne Bongardt, Tel. 030 383 907 54

IKK Brandenburg und Berlin, Gisela Köhler, Tel. 0331 64 631 60

KNAPPSCHAFT, Regionaldirektion Cottbus, Randi Michler, Tel. 0355 357 11050

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Martina Opfermann-Kersten, Tel. 0561 785 16183

Verband der Privaten Krankenversicherung, Stephan Caspary, Tel. 030 2045890

Landeskrankenhausgesellschaft, Geschäftsführer Dr. Jens-Uwe Schreck, Tel. 0331 275530

Wettbewerb AOK-Schulmeister – Tucholsky- und Schillerschüler sind die neuen AOK-Landessieger in Berlin und Brandenburg

Die Kandidaten aus Berlin und Brandenburg für das AOK-Schulmeister-Finale stehen fest. Die Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Königs Wusterhausen dürfen sich jetzt Brandenburger Landessieger nennen. 77 von ihnen haben sich am Online-Quiz zum Auftakt des Wettbewerbs um den AOK-Schulmeister beteiligt und den ersten Platz in Brandenburg gewonnen. Der Landessieg in Berlin geht an die Schüler der Kurt-Tucholsky-Oberschule. An der Integrierten Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe in Pankow nahmen 173 Schüler an dem Quiz teil. Dabei galt es vor allem zu zeigen, wie gut sich die Schüler in Gesundheitsfragen auskennen.

In Brandenburg hatten sich 193 Schulen mit insgesamt 780 Schülern an dem AOK-Quiz zu verschiedenen Wissensgebieten beteiligt, in Berlin waren es 200 Schulen mit 1202 Teilnehmern. Deutschlandweit machten rund 27.300 Schüler von mehr als 6.000 weiterführenden Schulen mit.

Finale im Frühjahr mit Live-Parcours: An den Schulen aller 16 Landessieger ist im Frühjahr 2018 das AOK-Schulmeister-Mobil zu Gast – mit einer coolen deutschen Nachwuchsband und einigen sportlichen Aufgaben im Gepäck. Bei dem Wettkampfparcours, der durch Experten des AOK-Gesundheitspartners DHB (Deutscher Handballbund) entwickelt wurde, werden Schnelligkeit, Geschick, Teamgeist und Allgemeinwissen abgefragt. Die Schule, die beim Wettkampf am besten abschneidet, wird bundesweiter AOK-Schulmeister 2017/18 und gewinnt den Hauptpreis: das große Exklusiv-Konzert mit Wincent Weiss, LINA und Lina Maly im Juni 2018 an der eigenen Schule.

Der Wettbewerb um den AOK-Schulmeister richtet sich an Schüler ab 15 Jahren. Er findet bereits zum siebten Mal statt.

https://www.aok-schulmeister.de/

Potsdams Neujahrsbaby Emil Bastian erblickte um 01.07 Uhr das Licht der Welt

Ein ganz besonderer Start ins neue Jahr ist es für Familie Friedrich. Am Morgen des Neujahrstages konnte Frau Friedrich ihren kleinen Sohn in den Armen halten. Mit 49 cm Größe 3460g Gewicht ist er ein kerngesunder Junge.

Im Jahr 2017 wurden im Klinikum Ernst von Bergmann 2019 Entbindungen (2091 Kinder) durchgeführt. Davon waren 68 mal Zwillinge und 2 mal Drillinge.

 

„Wir freuen uns sehr über Emil Bastian, der  als 1. Baby heute hier im Klinikum zur Welt gekommen ist“, so Prof. Dr. med. Dorothea Fischer, Leidende Chefärztin der Klinik Gynäkologie und Geburtshilfe. „Durch den Zuspruch der Potsdamer Bevölkerung an unsere Geburtshilfe sehen wir uns darin bestärkt, dass unser Konzept der natürlichen Geburt in einer komfortablen, persönlichen und familiären Atmosphäre sehr gut angenommen wird“, so Prof. Fischer weiter. „Hier werden wir im Jahr 2018 anknüpfen und weitere individuelle Angebote für die werdenden Mütter schaffen.

 

Das Perinatalzentrum Level I bietet neben der individuellen Betreuung der Familie, modern und freundlich ausgestatteten, hellen Zimmern, Behandlungsräumen und dem Kreißsaal einen entscheidenden weiteren Vorteil. Der Kreißsaal und die Frühgeborenen-Intensivstation liegen hier Wand an Wand. Dies bietet die Möglichkeit einer entspannten Geburtshilfe – sollte ein Neonatologe benötigt werden, so kann dieser direkt vor Ort die frisch geborenen Kinder behandeln – lange Wartezeiten werden somit im Notfall vermieden und die Kinder können bei der Entbundenen versorgt werden.

Schon vor der Geburt besteht die Möglichkeit, Geburtshelfer und Neonatologen (den Neugeborenenspezialisten unter den Kinderärzten) kennenzulernen.

 

Das Klinikum Ernst von Bergmann und die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe wünschen der jungen Familie für das kommende Jahr alles Gute.

Lauter als ein Düsenjet – Warum Sie Ihre Ohren vor Silvesterböllern schützen sollten

Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr zum Jahreswechsel ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist daher gerade während der Silvesternacht besondere Vorsicht angesagt. „Ein Knalltrauma kann man sich schneller zuziehen, als man glaubt. Dabei wird das Innenohr durch ein plötzliches, sehr lautes Geräusch verletzt, selbst wenn es nur wenige Millisekunden dauert”, erklärt Dr. Werner Wyrwich Arzt und Geschäftsbereichsleiter bei der AOK Nordost. Wenn ein Feuerwerkskörper in weniger als zwei Metern Entfernung vom Ohr explodiert, wirken auf das Gehör Schallimpulse von mehr als 150 Dezibel. Das ist lauter als ein Düsenjet, der in 25 oder 30 Metern Entfernung startet. Die Schwelle, ab der das Gehör Schaden nehmen kann, liegt bei 85 Dezibel, wenn man dieser Beschallung dauerhaft ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Ein vorbeifahrender LKW macht etwa 90 Dezibel aus.

Oft trifft es junge Menschen: Ein Knalltrauma erwischt im Durchschnitt dreimal so viele Männer wie Frauen und vor allem junge Menschen zwischen sechs und 25 Jahren. Häufig ist es mangelnde Vorsicht, manchmal aber auch Pech, wenn ganz nah ein Böller losgeht

Das sind die Hauptsymptome: Teile der Hörschnecke im Innenohr werden durch den extremen Schalldruckpegel geschädigt. Die Hauptsymptome sind anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit. Die Betroffenen haben vor allem Probleme bei der Wahrnehmung hoher Frequenzen. Klingeltöne und hohe Stimmen hören sie deutlich schlechter als zuvor. Das Ohr fühlt sich wie verstopft an. Stechende Schmerzen im Ohr oder Schwindel können ebenfalls Folgen eines Knalltraumas sein.

Bleibende Schäden vermeiden: Je nach Auslöser sind eines oder beide Ohren betroffen. „Die Symptome können zwar bereits nach ein paar Stunden abklingen“, sagt Wyrwich. „Halten sie aber länger als einen Tag an, rate ich Betroffenen zu einem Ohrenarzt zu gehen, um eine Behandlung einzuleiten und bleibende Schäden zu vermeiden.“  Ein HNO-Arzt prüft zum Beispiel, wie das Gehör verschiedene Frequenzen wahrnimmt, untersucht das Ohr und kann so die Diagnose Knalltrauma stellen.

Abstand zu Böllern und Raketen halten:  Ohren kann man nicht zuklappen. Der beste Schutz für das Gehör ist es deshalb, ausreichend Abstand zu Böllern und Raketen zu halten. Liebhaber des großen Feuerwerks sollten einen Gehörschutz tragen. Ohrstöpsel sind in Drogerien, Baumärkten, Apotheken oder auch in Musikgeschäften erhältlich. Außerdem sollte man darauf achten, nur geprüftes Feuerwerk zu verwenden.

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