Sternmarsch „Cottbus bekennt Farbe“ – Brandenburger Sozialpartnerdialog wirbt für Toleranz: Kein Platz für Fremdenfeindlichkeit

Der Brandenburger Sozialpartnerdialog aus Landesregierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern unterstützt die Initiative „Cottbus bekennt Farbe“: Am heutigen 73. Jahrestag (15. Februar) des alliierten Luftangriffs auf die Lausitzstadt im Zweiten Weltkrieg ruft ein breites Bündnis zu einem Sternmarsch auf, um an die Schrecken von Krieg, Gewalt und Zerstörung zu erinnern und für Weltoffenheit und gegen Rassismus zu demonstrieren. Der Sozialpartnerdialog wird aus diesem Grund heute Nachmittag in Cottbus tagen. Anschließend werden Arbeitsministerin Diana Golze, Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Bezirk Berlin Brandenburg, und Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), am Sternmarsch und an der anschließenden Kundgebung teilnehmen.

Gemeinsam erklären Golze, Hoßbach und Schirp heute: „Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Rassismus haben in Brandenburg keinen Platz. Für zusätzliche Arbeitsplätze und gute Lebensbedingungen brauchen wir keine Abschottung, sondern eine Stärkung internationaler Wirtschaftsbeziehungen und ein friedliches Zusammenleben. Nur in offenen Gesellschaften können sich Innovationen entfalten und neuen Wohlstand schaffen sowie Integration und Vielfalt gelingen. Wir brauchen neue Arbeits- und Fachkräfte, um unsere Lebensqualität in Zukunft zu bewahren. Deshalb unterstützen wir Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, in ihren Bemühungen um Teilhabe sowie beim Spracherwerb, in der Bildung und in der Integration in Arbeit. In den Betrieben gestalten wir gemeinsam Integration und ein gutes Miteinander. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass Brandenburg von Talenten in aller Welt als attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten wahrgenommen wird. Dazu gehört es auch, die Menschen, die infolge von Verfolgung und Vertreibung zu uns gekommen sind, bestmöglich bei ihren Bemühungen zur Integration zu unterstützen.“

Auf Initiative der Sozialpartner sind auch im Land Brandenburg verschiedene Projekte entstanden, die Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund bei der Integration unterstützen.

Für mehr Ausbildung: KAUSA Servicestelle Brandenburg

Seit August 2017 wird auf Initiative der Sozialpartner DGB Bezirk Berlin-Brandenburg und Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) mit der „KAUSA Servicestelle Brandenburg“ ein neues Beratungsangebot aufgebaut. Die Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration (kurz: KAUSA) soll junge Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Weg in die berufliche Ausbildung unterstützen. Gleichzeitig werden auch Betriebe beraten, die jungen Geflüchteten einen Ausbildungsplatz anbieten wollen. Projektträger hier sind die Bildungsinstitutionen „ARBEIT UND LEBEN – DGB/VHS“, Landesarbeitsgemeinschafft Berlin e.V. und „bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH“. Das Projekt wird zum Großteil vom Bund gefördert. Das Brandenburger Arbeitsministerium beteiligt sich mit 80.000 Euro für Sachkosten.

Informationen für Unternehmen: „Betriebliche Begleitagentur“

Das Land Brandenburg hat gemeinsam mit den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB) sowie dessen Bildungspartner, dem bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg sowie dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), das Modellprojekt „Betriebliche Begleitagentur“ im Januar 2016 gestartet (www.bea-brandenburg.de). Es unterstützt Unternehmen bei der Beschäftigung und Qualifizierung von Geflüchteten. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur betrieblichen Integration und Fachkräfteentwicklung von Geflüchteten.

Schutz vor Arbeitsausbeutung: Fachstelle Migration und Gute Arbeit

Im Sommer 2016 startete die Fachstelle „Migration und Gute Arbeit Brandenburg“. Sie informiert in Brandenburg Migrantinnen und Migranten über arbeitsrechtliche Fragen wie z. B. Lohn, Arbeitszeiten, Überstunden und Urlaub, sowie über sozialrechtliche Fragen wie z. B. Kranken- und Pflegeversicherung. So soll verhindert werden, dass Zuwanderer und insbesondere Geflüchtete als „billige Arbeitskräfte“, die ihre Rechte nicht kennen, ausgebeutet werden. Die Fachstelle hat ihren Hauptsitz in Potsdam, kürzlich wurden neue Beratungsstellen in Frankfurt (Oder) sowie in Cottbus eröffnet. Außerdem ist die Fachstelle landesweit auch mobil unterwegs, um z. B. Saisonarbeiter auf den Feldern und Geflüchtete in den Unterkünften beraten zu können. Die Fachstelle wird von der Weiterbildungseinrichtung ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg, die gemeinsam vom DGB und den Volkshochschulen getragen wird, betrieben. Das Projekt wird vom Arbeitsministerium gefördert.

Sternmarsch: Auf vier Routen zur Oberkirche

Der Sternmarsch unter dem Motto „Cottbus bekennt Farbe“ verläuft am heutigen Donnerstag auf vier Routen: Startpunkte befinden sich am Staatstheater, an der Lutherkirche, an der BTU und auf dem J.-Duclos-Platz. Los geht es jeweils um 17 Uhr. Gegen 18 Uhr findet eine Abschlusskundgebung an der Oberkirche statt.

Brandenburger Sozialpartnerdialog

Der Brandenburger Sozialpartnerdialog wurde im November 2011 gegründet und kommt mindestens zweimal im Jahr zusammen. An ihm beteiligen sich unter der Moderation des Arbeitsministeriums die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), der DGB Berlin-Brandenburg sowie Einzelverbände und -gewerkschaften aus Metall- und Elektroindustrie, Baugewerbe, Chemie, Handel, Logistik sowie Hotel- und Gaststättengewerbe und das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg. Gemeinsam wollen Land, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände die Tarifbindung stärken und Fachkräftesicherung mit Initiativen und Projekten wie der Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie (ESF) vorantreiben.

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