Städtebauliche Zielplanung als Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen „Jägervorstadt Ost“

Verwaltungscampus der Landeshauptstadt Potsdam. Foto Frank Daenzer

Gemäß einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sollten
vorbereitende Untersuchungen für das Gebiet „Jägervorstadt Ost“
erfolgen. Das Untersuchungsgebiet umfasst eine Größe von ca. 66.420 m²
und besteht aus den Grundstücken Friedrich-Ebert-Straße 72 bis 83 mit
den dahinter liegenden und von dort erschlossenen Grundstücksteilen
sowie dem darüber hinaus reichenden Gelände der Stadtverwaltung
einschließlich des Parkhauses. Ziel der Untersuchung war es, den
baulichen Zustand sowie das Ausmaß der städtebaulichen Missstände
festzustellen und zu dokumentieren, den notwendigen Handlungsbedarf und
die allgemeinen Sanierungs- bzw. Entwicklungsziele zu definieren sowie
ein geeignetes Sanierungsinstrumentarium bzw. Alternativen zum
Städtebauförderrecht zu prüfen. Andreas Goetzmann, Fachbereichsleiter
Stadtplanung und Stadterneuerung der Landeshauptstadt Potsdam, stellte
heute die Ergebnisse der Analyse vor.

Im Untersuchungsgebiet zeigen sich erhebliche städtebauliche
Missstände. Mit Ausnahme eines Mietshauses und der Villa Heydert in
der Friedrich-Ebert-Straße befindet sich ein Großteil der privaten
Gebäude in einem guten baulichen Zustand. Die Verwaltungsgebäude
weisen jedoch erhebliche bauliche Mängel auf. Die erstrangige Funktion
des Gebietes zur Erbringung qualifizierter Dienstleistungen für die
Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt erfüllen die aktuell
vorhandenen baulichen Strukturen nur mit großen Einschränkungen. Es
fehlt eine städtebauliche Ordnung und somit Orientierung von außen und
eine klare bauliche Struktur innerhalb des Blockes. Neben den Hochbauten
stehen auch die Freiflächen weder funktional noch strukturell in einem
angemessenen Verhältnis zur Bedeutung des Gebietes. Die Mängel des
denkmalgeschützten Rathauses sind so gravierend, dass es die Funktion
als Repräsentations- und Verwaltungsgebäude der Landeshauptstadt nicht
mehr voll erfüllen kann. Auch die restlichen elf Verwaltungsgebäude auf
dem Campus zeigen Schwächen in der Gebäudesubstanz in unterschiedlichem
Ausmaß.

Bei der vorbereitenden Untersuchung handelt es sich somit um eine
Konzeptstudie, die die
Voraussetzungen für den Einsatz von Fördermitteln aus der
Städtebauförderung schaffen soll. Darüber hinaus müssen hierfür
die Abgrenzung eines Fördergebietes und die Herstellung einer formellen
Grundlage erfolgen. Zudem muss die Gemeindevertretung festlegen, welche
Ziele mit der Maßnahme verfolgt werden sollen. Somit dient die
Untersuchung der Komplettierung und der Legitimation für die bereits in
ersten Tranchen bewilligten Mittel für die Grundsanierung des
denkmalgeschützten Rathauses. Die Untersuchung stellt kein zu
beschließendes Umsetzungskonzept bzw. Investitionsprogramm dar.
Hinsichtlich der Behebung der gravierenden städtebaulichen und
funktionalen Missstände auf dem Rest des Campus besteht noch
umfangreicher Klärungs-, Konzeptvertiefungs- und Diskussionsbedarf.

Die Sanierung des Rathauses ist in der ersten Umsetzungsphase bis 2020
geplant. Für die darüber hinausreichenden Ziele auf dem
Verwaltungscampus bedarf es weiterer städtebaulicher Untersuchungen und
der Ausarbeitung eines qualifizierten städtebaulichen Konzeptes mit
vertiefenden Analysen hinsichtlich Baukultur, Nachhaltigkeit,
Wirtschaftlichkeit und Kosten. Die Finanzierung steht unter dem
Vorbehalt der Einwerbung von Fördermitteln und der haushaltsrechtlichen
Absicherung.

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