Staatskanzlei ehrt Demografie-Projekt des Monats Oktober

Dorfgemeinschaft stärken – Projekt „Mein unbekannter Nachbar“ aus Sewekow als „Demografie-Beispiel des Monats“ geehrt

 

Was macht der Nachbar eigentlich beruflich? Woher kommt die gerade zugezogene Familie und was hat sie hierher geführt? In Sewekow im Landkreis Ostprignitz-Ruppin haben die Einwohner Gelegenheit, sich darüber ausführlich auszutauschen und einander kennen zu lernen. Unter der Regie des örtlichen Heimatvereins findet monatlich ein Seniorentreffen unter dem Titel „Mein unbekannter Nachbar“ statt. Dort erzählen Alteingesessene und Zugezogene ihre Lebensgeschichten. Die Staatskanzlei ehrt das Projekt als „Demografie-Beispiel des Monats“ Oktober. Der Leiter der Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement und demografischen Wandel,  Manfred Bauer, überreichte die Auszeichnung gestern bei einem Seniorentreffen in Sewekow, einem Ortsteil von Wittstock.

 

Bauer sagte: „Oft wohnen wir Tür an Tür und kennen einander kaum. Dabei tragen doch gerade Lebensgeschichten und Lebenserfahrungen unserer Mitmenschen dazu bei, Kontakte zu knüpfen, voneinander zu lernen und sich zu unterstützen. Die Treffen in Sewekow sind dafür genau richtig. Sie erleichtern auch Zugezogenen, im Ort Fuß zu fassen und sich in der Dorfgemeinschaft einzuleben. Bei solchen Zusammenkünften werden Vorbehalte abgebaut und neue Ideen geboren, die dem ganzen Ort zugutekommen. Der Zusammenhalt vor Ort ist eine wichtige Grundlage, damit ein Ort gedeihen kann. Dörfer und Städte, in denen das Miteinander aktiv gelebt wird, sind attraktiv für Zuwanderung.“

Adelheid Schäfer, Vorsitzende des Heimatvereins, betonte: „Wir vom Heimatverein sind sehr glücklich darüber, dass unsere Idee nicht nur den Nerv der Senioren getroffen hat. Auch für die Akteure, die sich bei den Senioren vorstellen, ist es ein Gewinn. Die Treffen werden immer zu einem anregenden Dialog, und jeder geht etwas klüger nach Haus.“

Mit „Mein unbekannter Nachbar“ ließ der Heimatverein Sewekow 2016 ein bereits vor 20 Jahren entstandenes Format wieder aufleben. Damals hatten sich Zugezogene ihren Mitbürgern in geselliger Runde vorgestellt. Die Neuauflage ist inzwischen zu einem Dauerbrenner geworden. 

Vereinsleben wird in Sewekow generell groß geschrieben. Insbesondere setzen sich die Sewekower für den Erhalt der niederdeutschen Sprache ein. So wurde in der alten Dorfschule, dem heutigen Gemeindehaus, „De Kinnerschool“ eingerichtet. Dort lernen Mädchen und Jungen  auf spielerische Weise plattdeutsch.

 

Das Projekt „Mein unbekannter Nachbar“ ist ein Beispiel auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“, mit dem die Staatskanzlei innovative, nachahmenswerte Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vorstellt. Die jeweiligen Demografie-Beispiele des Monatswerden im Rahmen des Internetauftritts „Marktplatz der Möglichkeiten“ unter www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht.

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