Sondermüllimporte: “planet e.” im ZDF über giftige Geschäfte

In Müllverbrennungsanlagen für Sonderabfall bleiben große Mengen Kesselrostasche übrig.
Copyright: ZDF/Karlo Malmedie

Deutschland ist weltweit einer der größten Sondermüllimporteure – mehrere Millionen Tonnen dieser Abfälle werden jährlich nach Deutschland transportiert, dort verbrannt und endgelagert. Wie gefährlich sind diese Transporte? Am Sonntag, 8. April 2018, 15.10 Uhr, beleuchtet “planet e.” die “Sondermüllimporte – Deutschlands giftigstes Geschäft”.

Dirk Jansen, Geschäftsführer des BUND-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, begibt sich für “planet e.” auf Spurensuche: Wann sind die Importe von Sondermüll sinnvoll und wann ein ökologisches Problem? Sondermüll, der nicht recycelt werden kann, aber auch nicht hochtoxisch ist, wird thermisch verwertet. Bei dem Prozess bleiben zwei Rückstände übrig: Schlacken, die gereinigt werden können, und hochgiftige Filterstäube. Dieser toxische Müll muss dauerhaft eingelagert werden – und zwar unterirdisch. Ob dort eine sichere Einlagerung garantiert werden kann, ist umstritten.

Die “planet e.”-Doku von Jana Kischkat und Karlo Malmedie berichtet auch über einen der größten Giftmüllskandale in Deutschland: Ein Entsorgungsunternehmen im sächsischen Pohritzsch soll jahrelang vorgetäuscht haben, mit chemischen Prozessen giftigen Müll in harmlosen Abfall umwandeln zu können. Der Giftmüll soll zu einem großen Teil auf Altdeponien in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verscharrt worden sein – und zum Teil noch heute dort lagern.

Wie ein ökologisch sinnvoller Import und eine entsprechende Verarbeitung von Sondermüll funktionieren kann, lässt sich im rheinland-pfälzischen Krautscheid beobachten. Dort wird Blei aus Autobatterien zurückgewonnen – zugleich sollen damit Länder wie Ghana unterstützt werden, die keine Möglichkeit haben, wertvolle Metalle zu recyceln. 

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