Schießstände der Polizei in Brandenburg werden erneut überprüft

Task Force gegründet – ärztliche Untersuchungen für Schießtrainer angeboten

Potsdam – Die neun Schießstände der Polizei in Brandenburg werden erneut überprüft. Das hat Innenminister Karl-Heinz Schröter angeordnet. Hintergrund ist der Verdacht auf zu hohe Schadstoffkonzentrationen durch möglicherweise unzureichende Lüftungsanlagen. Eine Task Force ist eingerichtet und arbeitet. Zudem können sich alle der rund 100 Schießtrainer ärztlich untersuchen lassen.

Innenminister Karl-Heinz Schröter: „Wir scheuen weder Kosten noch Mühen, um hier Klarheit zu bekommen und die Gesundheit unserer Polizistinnen und Polizisten sowie der Schießtrainer zu schützen. Zwei Anweisungen habe ich bereits erteilt: Die Task Force wird alle Schießanlagen erneut überprüfen und alle Trainer können sich untersuchen lassen. Zum Teil ist das bereits erfolgt, die Auswertungen laufen noch. Wir werden transparent über das Thema informieren und mit nichts hinterm Berg halten. Ich bin am 2. Februar 2018 über die aktuellen Probleme informiert worden und habe die Fachabteilung sofort angewiesen, die Sachlage aufzubereiten und gesundheitliche Risiken auszuschließen. Das brauchte seine Zeit. Dass die Medien vor Abschluss dieser Arbeiten davon Kenntnis erlangten und mit der Berichterstattung schneller waren als die abschließenden Untersuchungen ist bedauerlich, aber nicht zu ändern. Wir haben nichts zu verbergen und ich sehe die Dinge bei der Fachhochschule der Polizei und der Arbeitsgruppe in guten Händen. Ich werde dem Innenausschuss in seiner nächsten Sitzung alle bis dahin vorliegenden Informationen geben.“

In den Jahren 2015 bis 2017 wurden alle neun Anlagen in Brandenburg kontrolliert. Die Schießanlagen werden turnusmäßig alle vier Jahre von einem Schießsachverständigen der Polizei überprüft. Die beiden Anlagen in Eberswalde und Cottbus wurden wegen Unsicherheiten bei den Lüftungsanlagen vom Institut Fresenius 2016 auch auf Schadstoffe getestet. Im Ergebnis konnten sie weiter betrieben werden.

Vom 9. bis 13. Februar 2018 war die Schießanlage Eberswalde geschlossen worden, weil Rückströmungen festgestellt wurden. Nach der Optimierung der Entlüftung ist die Anlage jetzt wieder in Betrieb. Die Anlage in Frankfurt (Oder) ist seit dem 15. Januar 2018 geschlossen, um die Lüftungsanlage zu prüfen und zu verbessern. Auch hier waren Rückströmungen festgestellt worden. Sie bleibt bis auf weiteres geschlossen. Seit 2006 verwendet die Polizei Brandenburg keine bleihaltige Munition mehr, sondern schadstoffarme.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen