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Schäfer und Naturschützer aktiv für effektiven Herdenschutz

Herdenschutzkampagne endet nach einem Jahr mit knapp 95.000 Interessierten und 780 € Spendeneinnahmen für den Herdenschutz.

Mit der Herdenschutzkampagne haben NABU und die Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde ein Jahr lang einen Wurf Pyrenäenberghunde auf ihrem Weg zum geprüften Herdenschutzhund begleitet.  Die LIVE-Bilder der Herdenschutzhunde, die Informationen über deren Entwicklungsfortschritte und die Arbeit verschiedener Schäfer wurden seit Beginn der Kampagne Anfang November 2017 von knapp 95.000 Interessierten in den verschiedenen Online-Medien verfolgt und teils auch mit Spenden honoriert. So kamen insgesamt 780 € für den Herdenschutz zusammen. Keine sehr große Summe, aber ausreichend um ein Notfallpaket bereitzustellen, dass künftig Schafhaltern bei Wolfsübergriffen kurzfristig Hilfe leisten kann.

Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des NABU Brandenburg freut sich über die Entscheidung der Schäfer, die sich an der Kampagne beteiligt hatten, „Es ist großartig, zu sehen wie wichtig ihnen das Wohlergehen und der Schutz der Weidetiere landesweit ist und nicht nur die Sicherheit ihrer eigenen Tiere und Betriebe.“ Das Paket wird aus Euronetzzäunen, Flatterband, Weidezaungerät und sonstigem Zaunzubehör bestehen und kann künftig von Nutztierhaltern angefordert werden, wenn diese einen Wolfsübergriff hatten, oder es Risse in unmittelbarer Nähe ihrer Weiden gab und schnelles Handeln gefragt ist. Die Verwaltung des Materials übernimmt der NABU und organisiert bei Bedarf auch ehrenamtliche Helfer. Anfragen an Herdenschutz@NABU-brandenburg.de, 0331-2015570 oder 0160-98249638.

Drei Wochen alt waren die sechs Welpen, als der NABU gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde begann, der Öffentlichkeit Einblick in den Werdegang der künftigen Herdenschützer zu ermöglichen. Damals sind sie noch klein und unbeholfen durchs Stroh getapst und haben bereits den ersten Kontakt zu ihrer Familie – den Schafen – aufgenommen. Heute sind Sie 30 – 45 kg schwer und unterstützen bereits ihre älteren Artgenossen beim notwendigen Schutz der Schafe vor den Wölfen. Am 02.11.2018 findet die Junghundeprüfung für einige von Ihnen auf dem Hof der Schäferei Kucznik statt. Interessierte sind herzlich willkommen.

„Herdenschutzhunde und stromführende Zäune sind die Grundlage für eine wirkungsvolle Wolfsabwehr. Deren fachgerechter Einsatz kostet uns Schäfer aber täglich Zeit und Geld“, betont Knut Kucznik, Schäfer aus Altlandsberg. Das Land unterstützt zwar die Anschaffung zertifizierter Herdenschutzhunde, doch die dauerhaften Kosten für Futter, Tierarzt und Betreuung – das sind etwa 2.500 Euro je Hund im Jahr – müssen die Schäfer tragen. Genauso sieht es auch bei den Zäunen aus: Die Anschaffung wird gefördert, der dauerhaft erhöhte Aufwand, um diese auch tatsächlich wolfssicher aufzustellen aber nicht.

„Diese zusätzlichen Belastungen für die Weidetierhalter müssen aufgefangen werden. Dies könnte durch aufwandsbezogene Anreize wie zum Beispiel im Rahmen einer Mutterschafprämie oder bessere Vergütung der dringend notwendigen Landschaftspflege erfolgen“, so Schmitz-Jersch. „Die Politik ist jetzt gefordert, die Zahlungen für die Landschaftspflege mit Schafen aufzustocken. Angesichts des dramatischen Insektensterbens und dem massiven Rückgang der Feldvögel, ist die ökologische und gesellschaftliche Leistung der Weidetierhalter beim Erhalt und der Pflege unserer struktur- und artenreichen Kulturlandschaften gar nicht hoch genug einzuschätzen und muss mindestens kostendeckend sein. Dazu ist insbesondere in Extremjahren wie bei der diesjährigen massiven Dürreperiode flexible Unterstützung notwendig.“

Details zur gemeinsamen Kampagne des NABU Brandenburg und der AG Herdenschutzhunde erfahren Sie unter: nabu-bb.de/herdenschutz

Hintergrund:
– Die AG Herdenschutzhunde gibt es seit 2012 – https://www.ag-herdenschutzhunde.de/
– Sie wurde gegründet, um klare Regeln und eine einwandfreie Dokumentation für die Zucht zu entwickeln
– Zurzeit gibt es in Brandenburg 75 Haupterwerbsschäfereien sowie 72.000 Schafe (vor 10 Jahren waren es noch ca. 160.000 Schafe)

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