Richtfest für neues Besucherzentrum mit Bürgerservice

Das Lindowsche Haus ist noch eingerüstet. Dieser Tage wird die neue Dachkonstruktion des Haupthaues montiert, ein Teil steht bereits. Bei der Remise dahinter sind die Bauleute schon weiter: Sie ist schon wieder mit alten Biberschwanzziegeln aus Ton eingedeckt. Heute ist auf der Baustelle Richtfest gefeiert worden. Das denkmalgeschützte Obstbauerngehöft soll zum neuen Besucherzentrum und Bürgerservice der Stadt Werder (Havel) werden.

 

Die Sanierung hat zum Jahreswechsel 2017/2018 begonnen. Ziel des Bauprojektes sei es, einen zentraleren Anlaufpunkt der Stadtverwaltung für die Bürger, aber auch einen besser gelegenen und größeren Standort der Tourist Information für die Gäste der Stadt bieten zu können, so Bürgermeisterin Manuela Saß. „Auch mit Blick auf die Haveltherme wird sich unser Staatlich anerkannter Erholungsort im touristischen Bereich in den kommenden Jahren noch breiter aufstellen“, sagte die Bürgermeisterin.

 

Das Lindowsche Hauses hat drei Flügel, bestehend aus Wohnhaus, Stall und Remise. An der offenen Seite entsteht ein moderner Neubau. Die Nutzfläche wird sich dadurch von 400 auf 475 Quadratmeter erhöhen, erklärte Werders 1. Beigeordneter Christian Große. Er erläuterte zum Richtfest den Gästen die Raumaufteilung.

 

Die Tourist Information solle im Vorderhaus, dem früheren Wohnhaus, unterkommen. Dort ist auch eine Ausstellung regionaler Produkte geplant. Für den Bürgerservice sollen künftig die Remise und der Neubau bereitstehen. Der frühere Stall, der Remise und Wohnhaus verbindet, ist zur gemeinsamen Nutzung beider Bereiche vorgesehen.

 

Bei der Sanierung erhalten bleiben nicht nur eine historische Räucherkammer, die Kellergewölbe, die historischen Fensterläden und Original-Fenster aus der Bauzeit. Auch das frühere Plumpsklo mit Herzausschnitt in der Tür wird wieder draußen aufgestellt. „Die künftige Gestaltung des Außenbereichs mit Obstkulturen wird zudem an die frühere Nutzung der Anlage erinnern“, so Christian Große weiter.  Der neue Standort schaffe eine Achse zwischen Altstadt, Schuffelgärten, Galgenberg und Bismarckhöhe.

 

Das Lindowsche Haus ist eines der ältesten Obstbauerngehöfte im Festlandbereich von Werder (Havel). Benannt ist das Haus nach dem Obstzüchter Friedrich Lindow, Eigentümer von 1902 bis 1937. Das Gehöft am Hang des Galgenbergs ist aber bereits seit 1839 vorhanden. Es gilt als Beispiel für die Obstzüchtergehöfte, wie sie für die Vorstadtbereiche von Werder im 19. und frühen 20. Jahrhundert charakteristisch waren, und steht unter Denkmalschutz.

 

Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 2,7 Millionen Euro, 80 Prozent werden von der Städtebauförderung des Landes Brandenburg gefördert. Eine Fertigstellung ist bis Mitte des kommenden Jahres geplant. Die noch ausstehenden Bauaufträge sind fast alle erteilt.

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