Potsdam nimmt Stellung zum Landesnahverkehrsplan – Bedarf erkannt

Verbesserungen umfangreicher und zügiger umzusetzen

Der RE1 spielt im schienengebundenen Nahverkehr eine wichtige Rolle. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Frank Daenzer

Der zunehmende Autoverkehr in der Innenstadt sowie entlang der
Pendlerstrecken ins Umland sind eine große Herausforderungen für
Potsdam. Um eine Entlastung zu erreichen, müssen attraktive Alternativen
geschaffen werden. Für die Verbesserung der Bahnangebote ist die
Landeshauptstadt auf die Mitwirkung des Landes, als Besteller des
schienengebundenen Nahverkehrs, angewiesen. Die Landeshauptstadt Potsdam
unterstützt die mobilitätspolitischen Ziele der Landesregierung, um
gemeinsam einen leistungsfähigen und nachhaltigen öffentlichen
Nahverkehr für die Menschen und die Wirtschaft in der Region zu bieten.
In seinem Bericht in der heutigen Stadtverordnetenversammlung nahm
Oberbürgermeister Jann Jakobs Bezug auf die Stellungnahme der
Landeshauptstadt Potsdam zum Nahverkehrsplan des Landes Brandenburg.

„Viele unserer Anliegen werden im Landesnahverkehrsplan aufgegriffen.
Allerdings fordern wir, dass die geplanten Verbesserungen im Angebot und
in der Infrastruktur für Potsdam umfangreicher und zügiger umgesetzt
werden“, sagt Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Als dynamischer
regionaler Wachstumskern mit großer wirtschaftlicher Bedeutung können
wir nicht bis 2023 warten. Die geplante Taktverdichtung des RE 1 muss
spätestens zum Fahrplanwechsel 2018/19 realisiert werden.“

Dieser Forderung haben sich auch Brandenburg an der Havel, Lehnin, Groß
Kreutz und Werder (Havel) angeschlossen. Die Landeshauptstadt Potsdam
unterstützt die Initiative der Kommunen uneingeschränkt. Um der
Verantwortung des Landes für die gesamte Region Rechnung zu tragen,
sollte dies durch das Land verbindlich in den Landesnahverkehrsplan
aufgenommen werden.

Positiv bewertet Oberbürgermeister Jann Jakobs die Planungen des Landes
zu einer Regionalbahnverbindung zwischen Potsdam über Golm und Marquardt
nach Berlin Spandau bis Berlin Gesundbrunnen. Diese Bahnverbindung
gehört mit zu den prioritären verkehrspolitischen Zielen der
Landeshauptstadt Potsdam, um eine attraktive Alternative für Pendler,
insbesondere aus dem wachsenden Potsdamer Norden, nach Berlin und von
Berlin zu schaffen. Die Landeshauptstadt unterstützt dieses Vorhaben und
wird den Bahnhof Marquardt zur „Mobilitätsdrehscheibe Nord“
entwickeln.

Jakobs schlug in diesem Zusammenhang eine erneute Prüfung der
Reaktivierung der Bahnhöfe Bornim-Grube und Satzkorn vor. Die bisherigen
Planungen des Landes sehen jedoch eine Umsetzung erst in etwa fünf
Jahren vor. „Nicht nur das Wachstum des Potsdamer Nordens sondern auch
die rasante Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Golm verlangen
rasche Lösungen und angepasste Angebote auf den bestehenden Linien“,
betont Jakobs. „Ich werbe mit Nachdruck für angemessene Lösungen, denn
von den Verbesserungen profitiert das ganze Land. Nur so kann das
zukünftige Pendlerverkehrsaufkommen in beide Richtungen, zwischen
Potsdam und Berlin, verträglich abgewickelt werden und eine wirkliche
Alternative zum Auto gelingen.“

Abschließend begrüßte Oberbürgermeister Jann Jakobs die beabsichtigte
Wiederinbetriebnahme der Stammbahn.

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