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PISA-STUDIE 2015

Deutsche Schüler schneiden gut ab

Deutsche Schülerinnen und Schüler liegen in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesekompetenz deutlich über dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Die Ergebnisse der PISA-Studie 2015 zeigen, dass sich seit dem Jahr 2000 viel getan hat. Lehrer und Lehrerinnen müssen leistungsstarke Schüler aber noch besser fördern.

Für die PISA-Studie 2015 bekamen die Schülerinnen und Schüler erstmals alles Aufgaben am Computer.Foto: Thomas Trutschel/Photothek/Getty Images

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte die Ergebnisse der größten internationalen Schulstudie PISA für Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen vor. In allen drei Bereichen bleiben die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland – wie 2012 – klar über dem OECD-Durchschnitt.

Die OECD lässt die PISA-Studie seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre erstellen. Dabei werden die Kompetenzen von 15-Jährigen im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften getestet. Untersucht wird, wie es den unterschiedlichen Bildungssystemen in den Ländern gelingt, jungen Menschen gerechte Bildungschancen zu geben – unabhängig von ihrer sozioökonomischen und soziokulturellen Herkunft. Bei der sechsten PISA-Studie im Frühjahr 2015 wurden rund 6.500 15-jährige Schülerinnen und Schüler in 253 deutschen Schulen getestet. Weltweit nahmen 530.000 Schüler in 72 Ländern teil.

Schwerpunkt Naturwissenschaften

2015 waren die Naturwissenschaften wie bereits 2006 der Schwerpunkt der PISA-Studie. Die Leistungen in Deutschland blieben in diesem Bereich gegenüber 2006 stabil. Deutsche Schülerinnen und Schüler liegen mit ihrem Ergebnis in einer Gruppe mit Korea, Australien, Großbritannien, Niederlande und der Schweiz. Spitzenreiter der Gruppe sind Singapur, Japan, Estland, Finnland und Kanada.

Freude und Interesse der deutschen 15-Jährigen an den Naturwissenschaften haben jedoch nachgelassen, ergab die Studie. Schülerinnen und Schüler könnten im Unterricht kaum selbst Experimente durchführen, so Kristina Reiss vom Zentrum für internationale Vergleichsstudien. Das habe sich im Vergleich zu vergangenen PISA-Studien nicht geändert.

In Mathematik haben sich die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler seit 2012 nicht wesentlich verändert. Allerdings gibt es hier wie in den Naturwissenschaften weniger Spitzenleistungen. An den Gymnasien hat sich der Anteil besonders leistungsstarker Mathe-Schüler verringert.

Bei der Lesekompetenz haben sich die Jugendlichen hierzulande gegenüber dem Jahr 2000 deutlich verbessert. Sowohl die Leistungsstarken als auch die Leistungsschwachen haben seit 2009 zugelegt.

Starke Schüler und Schülerinnen besser fördern

Die PISA-Ergebnisse bestätigen, dass sich die Anstrengungen von Bund und Ländern gelohnt haben. Dabei könne es jedoch nicht bleiben, betonten die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Claudia Bogedan, und Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen. Bund und Länder wollen leistungsstarke Schülerinnen und Schüler stärker fördern. Sie haben eine Initiative gestartet, um den Unterricht zu verbessern und Lehrer fortzubilden.

Digitalpakt vorgeschlagen

Der PISA-Test 2015 wurde zum ersten Mal vollständig an Computern durchgeführt. Deutsche Schülerinnen und Schüler würden den Computer im Unterricht eher noch wenig nutzen. Das wäre aber beim PISA-Test keine Hürde gewesen, so der Leiter des OECD-Centers Berlin, Heino von Meyer.

Die Bundesbildungsministerin habe den Ländern einen Digitalpakt für die Schulen vorgeschlagen, sagte Quennet-Thielen.

Bildungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen

Deutschland gehört zu den OECD-Staaten, in denen sich die Kompetenzen von Jungen und Mädchen am meisten unterscheiden. In den Naturwissenschaften und in Mathematik erreichen die Jungen bessere Ergebnisse als die Mädchen. Jungen können sich eher vorstellen, einen naturwissenschaftlichen Beruf zu ergreifen. Im Lesen sind die Mädchen besser, doch die Jungen haben klar aufgeholt. Um mehr Mädchen für Naturwissenschaften zu begeistern, sei die Berufsorientierung in den Schulen wichtig, so Quennet-Thielen.

2015 hatten fast 28 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund – 8 Prozent mehr als 2006. Ihre Kompetenzen im Lesen und in Mathematik hatten sich 2009 und 2012 verbessert. In den Naturwissenschaften sind sie auch nach den neuen Ergebnissen deutlich schlechter als hier aufgewachsene Kinder.

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City Report - pnr24

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