Pelzige Stadtbewohner: Führung im Naturkundemuseum

Am Sonntag, 30. September, findet im Naturkundemuseum Potsdam um 14 Uhr
eine öffentliche Führung für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren statt.
Die Führung „Pelzige Stadtbewohner“ stellt wilde Tiere wie Fuchs,
Steinmarder & Co. vor, die immer häufiger im urbanen Raum ein Zuhause
finden. Mit Diplom-Landschaftsökologin Julia Stiefel entdecken
Museumsgäste ihre tierischen Nachbarn in den verschiedenen
Ausstellungen. Der Fokus der Führung liegt auf ausgewählten Tierarten,
wie Rotfuchs, Steinmarder oder Waschbär, doch auch gefiederte Tiere
kommen in dieser Führung vor. Da die Nachbarschaft zwischen Mensch und
Wildtier nicht immer ganz friedlich verläuft, werden auch mögliche
Konflikte thematisiert und Lösungen diskutiert.

Rotfüchse haben sich schon gut auf die Bedingungen in bewohnten
Gebieten eingestellt. Auch Waschbären akzeptieren schon auf dem Land
unterschiedliche Nahrungsquellen. In Städten hingegen ist das
Nahrungsangebot noch viel größer: gefüllte Mülltonnen, Komposthaufen mit
Nahrungsmittelresten und viele Vögel bieten eine große Auswahl. Der
geringere Energieverbrauch durch das mildere Stadtklima und die vielen
Möglichkeiten in Gärten, Friedhöfen, Parks oder an Bahndämmen ein
Versteck zu finden, bringen sie dazu, sich in der Stadt anzusiedeln. Für
den Steinmarder, der ursprünglich Felslandschaften besiedelte, sind
Städte nichts anderes als gigantische Kunstfelsmassive. Hier findet
der kletterfreudige Allesfresser alles, was er zum Leben braucht: ein
breites Nahrungsangebot und jede Menge trockene und ungestörte
Schlupfwinkel. Tagsüber kann er schlafen und im Frühjahr seine Jungen
zur Welt bringen und aufziehen. Durch diese optimalen Bedingungen ist
die Dichte von Steinmardern in Städten viel höher als auf dem Land.

Bei der wohl beliebtesten Tiergruppe, den Vögeln, gibt es in den
Städten inzwischen eine erstaunliche Vielfalt. Dabei waren heutige
Stadtvögel, wie die allgegenwärtige Amsel, Mitte des 19. Jahrhunderts
noch scheue Waldbewohner. Stadtspechte nutzen Fassaden oder hohle
Flutlichtpfosten für ihr Klopfkonzert, um Weibchen anzulocken und
Seidenschwänze aus Nord- und Osteuropa fallen periodisch immer wieder
als Wintergäste in Städte ein. Auch die scheuen Graureiher haben
inzwischen ihre Fluchtdistanz deutlich verringert. Selbst Wanderfalken
und Fledermäuse arrangieren sich zunehmend mit den Bedingungen, die sie
in den Städten vorfinden.

Die Führung ist ab 12 Jahren geeignet und kostenfrei. Der Eintritt ins
Museum kostet für Erwachsene 4 Euro. Kinder bis 12 Jahre zahlen 1 Euro
und Kinder unter 6 Jahre haben freien Eintritt. Bis zu 20 Personen
können an der Führung teilnehmen. Eine telefonische Anmeldung ist
unter der Telefonnummer 0331 289 6707 erwünscht. Das Naturkundemuseum
Potsdam, Breite Straße 13, ist mit dem Bus 606 (Haltestelle
„Naturkundemuseum“) gut erreichbar.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.