NUR NOCH EINE WOCHE SONDERAUSSTELLUNG MIT FOTOGRAFIEN VON MONIKA SCHULZ-FIEGUTH

BU: Garten Eden, 2005 © Monika Schulz-Fieguth

 

Nach ihrer Ausbildung zur Fotografin und ersten Berufserfahrungen in Potsdam entschloss sich Monika Schulz-Fieguth für ein Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Geprägt durch das künstlerische Umfeld der Hochschule entstanden erste Porträtserien, in denen sich ihr besonderes Interesse am Menschen spiegelt. Es sind vor allem die menschlichen Licht- und Schattenseiten, die Schulz-Fieguth seitdem immer wieder in ihrer Arbeit anregen. Mit ihrer einfühlsamen, zugleich durchdringenden Art widmet sie sich auch schwierigen und oft vernachlässigten Themen, wie einem Leben mit Handicap und dem Abschiednehmen von geliebten Menschen. Ihren tiefgründigen Blick schulte sie
u. a. in der Arbeit mit ihrem langjährigen Mentor, dem Leipziger Maler und Hochschullehrer Arno Rink.

Im Laufe der vierzigjährigen künstlerischen Arbeit Monika Schulz-Fieguths veränderte sich ihre fotografische Bildsprache. Die insgesamt 110 ausgestellten Arbeiten, die in thematische Sektionen gegliedert sind, verdeutlichen diesen Wandel in ihrer Bildästhetik. Im unteren Sockelgeschoss werden die Schwarz-Weiß-Fotografien präsentiert, mit denen sie bis 1989/90 stärker einen dokumentarischen Stil verfolgte. Parallel zu ihrem Studium wählte sie soziale Gruppen aus, die sie in Langzeitstudien fotografisch begleitet hat. Sie verband die Wiedergabe des Gesehenen, der Wirklichkeit, mit ihrem kritischen und zugleich emotionalen Blick auf menschliche Lebenswelten.

Im oberen Ausstellungsbereich vermitteln die großformatigen Farbfotografien einen Eindruck von ihrem Repertoire der letzten 25 Jahre. In diesen späteren, teilweise aktuellen Arbeiten der digitalen Fotografie konzentriert sie sich auf wenige essenzielle Wesenszüge ihrer Modelle, die sie virtuos in Szene setzt, während sich der Hintergrund aufzulösen scheint.

 

Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der Porträtfotografie. Es sind Momente menschlicher Nähe und Verwundbarkeit, die sie fokussiert und unprätentiös in Szene setzt. Sie lotet die Möglichkeiten und Grenzen eines Zusammenlebens mit behinderten Menschen aus, thematisiert den leidvollen Prozess des Sterbens und beobachtet das geheimnisvoll anmutende und für Außenstehende so fremdartig wirkende Leben in einem Kloster. Sie begegnet ihren Modellen stets respekt- und würdevoll. Ihre Arbeiten belegen eine besondere Vertrautheit zwischen der Fotografin und ihren Modellen.

In ihrer Heimatstadt findet sie immer wieder ihre Modelle für ihre Porträtaufnahmen. Dazu zählen Potsdamer Künstler wie Peter Rohn, Manfred Nitsche oder Christian Heinze und andere Potsdamer Persönlichkeiten wie Franziska Knuppe oder Klaus Büstrin. Zu sehen sind Arbeiten aus der Fotoserie zum Physiker und Astrophysiker Hans-Jürgen Treder, den Schulz-Fieguth über 20 Jahre lang begleitete. Den als unnahbar geltenden und zurückgezogen lebenden Direktor der Sternwarte in Potsdam-Babelsberg konnte Schulz-Fieguth noch während ihres Studiums für ihre Arbeit gewinnen. Entstanden sind Aufnahmen, die einen sensiblen und doch klaren, bislang schonungslosen Blick auf den eigensinnigen Wissenschaftler geben.

Zu dem künstlerischen Œuvre gehören ebenso Dokumentationen städtischen Lebens. Ihre Motive findet Schulz-Fieguth immer wieder in Potsdam, dem sie sich zeitlebens verbunden fühlt. Architektonische Spuren und Überreste längst vergessener Zeiten und den eindrücklichen Verlauf der Jahreszeiten hält sie mit ihrer Kamera fest. Sie führt Zwiesprache mit den kriegszerstörten und doch lieblich anmutenden Skulpturen des Potsdamer Stadtschlosses und beobachtet die jahreszeitlichen Stimmungen am Heiligen See, an dessen Ufer sie ihren Rückzugsort gefunden hat.

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