Neuer Trend: Fit per Internet – Marktcheck der Verbraucherzentrale: Viele Regelungen von Onlinefitnessstudios nachteilig

Anbieter von Onlinefitness versprechen Verbrauchern jederzeit und an jedem Ort trainieren zu können. Die Unternehmen locken mit Videos, individuellen Trainingsplänen und Ernährungstipps. Doch nicht für jeden ist das Angebot sinnvoll. In ihrem Marktcheck fand die Verbraucherzentrale Brandenburg überdies viele rechtliche Verstöße der Studios zu Ungunsten der Verbraucher.

Onlinefitnessstudios bieten Anleitungen für Fitnesstrainings, die Verbraucher dann zuhause durchführen können. Der noch junge Markt wächst und bietet Menschen, die in den eigenen vier Wänden trainieren wollen, eine Alternative zu stationären Studios. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat im Frühjahr 2018 das Angebot und die rechtlichen Rahmenbedingungen von zehn Studios unter die Lupe genommen.

Geringe Kosten – hohe Selbstdisziplin

Positiv für Verbraucher fallen die relativ niedrigen Kosten im Vergleich zu den meisten stationären Angeboten auf: Die Preise sind häufig günstiger als das Training in regulären Fitnessstudios, oft jedoch in Verbindung mit einem Abo. „Es ist allerdings viel Selbstdisziplin gefragt, damit sich diese Kosten lohnen“, gibt Michèle Scherer, Expertin für Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, zu bedenken. „Um Kostenfallen zu vermeiden raten wir Verbrauchern, vor Abschluss einer Mitgliedschaft genau zu überlegen, ob das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die persönliche Situation stimmig ist. Außerdem sollte man prüfen, wann man die Mitgliedschaft beenden kann, wenn einem das Angebot nicht zusagt oder man es nur selten nutzt. Wer sich nicht sicher ist, sollte am besten eine kurze Vertragslaufzeit wählen. Häufig wird auch ein kostenloses Probetraining angeboten“, so die Verbraucherschützerin weiter.

Gesundheitsschäden bei falscher Ausführung möglich

Problematisch am Konzept der Studios sieht die Verbraucherzentrale den Wegfall des direkten persönlichen Kontakts zu den Trainern: „Den Nutzern steht kein fachkundiges Personal zur Seite, das Einheiten vor Ort kontinuierlich überwachen und Anweisungen für eine korrekte Ausführung der Übungen geben kann.“ Führen sie die Übungen dann falsch aus, sind gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen. „Wer das Risiko minimieren möchte, sollte lieber durch Trainer begleitete Sportangebote wählen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn man ungeübt ist“, rät Scherer.

Viele fehlerhafte Klauseln zum Nachteil der Sportler

Gleichzeitig enthalten die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Anbieter viele problematische Regelungen, die im Einzelfall den Spaß am Training zunichtemachen können. „In unserem Marktcheck haben wir in allen untersuchten Angeboten nach unserer Ansicht unrechtmäßige Klauseln zu Ungunsten der Verbraucher gefunden“, berichtet die Juristin. So enthielten die AGB unter anderem nachteilige Regelungen zur Kündigung, zum Haftungsausschluss der Anbieter oder zu einseitigen Preiserhöhungen. Auch im Bereich des Datenschutzes stellten die Verbraucherschützer Verstöße fest. Hier hat die Verbraucherzentrale Brandenburg rechtliche Schritte eingeleitet, um verbraucherfreundliche und gesetzeskonforme Regelungen durchzusetzen.

Nutzer von Online-Fitnessstudios können ihren Vertrag auch bei der Verbraucherzentrale Brandenburg prüfen lassen:

–       persönliche Verbraucherberatung, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/termine,

–       telefonische Beratung unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr, 1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie

–       E-Mailberatung auf www.meine-verbraucherzentrale.de/DE-BB/emailberatung

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