NABU Brandenburg fordert eigenständiges Umweltministerium

Inhaltliche und personelle Schwächung des Natuschutzes muss gestoppt werden / 
Wahl des neuen Landesvorstandes / 16.000 NABU-Mitglied begrüßt 

Potsdam – Die Landesvertreterversammlung des NABU, das höchste Gremium des mitgliederstärksten Naturschutzverbandes in Brandenburg, fordert in einer Resolution, den Naturschutz im Land zu stärken. Der NABU beklagt, dass seit der Zusammenlegung des Landwirtschaft- und Umweltministeriums zu Beginn der Legislaturperiode der Naturschutz inhaltlich und personell geschwächt wurde. Dabei hatte man zum Start große Hoffnungen gehegt, dass in einem gemeinsamen Ministerium bessere Abstimmungen ohne Ressortblockaden möglich wären. 

Doch stattdessen wurden führende Köpfe des Naturschutzes  versetzt oder entfernt. Inhaltlich werden durch das zusammengelegte Ministerium Naturschutzbelange benachteiligt, erst recht, wenn landwirtschaftliche Interessen berührt sind. Mit einer veränderten Agrarförderpolitik hätte das Land Brandenburg beste Möglichkeiten, das Artensterben aufzuhalten und die biologische Vielfalt zu fördern. Doch dies habe das Ministerium versäumt. 

Während andere Bundesländer stolz vermelden, dass sie das Ziel der der nationalen Biodiversitätsstrategie, 10 Prozent des Landeswaldes als Wildnisgebiete rechtlich zu sichern, erfüllt haben, ist Brandenburg weit von diesem Ziel entfernt. Das Ministerium lehnt rigide eine Vergrößerung des Wildnisanteils ab, entgegen dem von der Landesregierung beschlossenen Maßnahmenprogramm biologische Vielfalt. 

Das Insektensterben ist eine Katastrophe für das gesamte Ökosystem. Die Öffentlichkeit in Deutschland beschäftigt sich mit diesem Thema, es war ein wichtiger Punkt bei den Koalitionsverhandlungen im Bund. Ursachen für das Insektensterben sind vorangig der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und eine ausgeräumte Landschaft. NABU-Landesvorsitzender Friedhelm Schmitz-Jersch stellte in seiner Rede fest, dass das dramatische Insektensterben vom brandenburgischen Agrar- und Umweltministerium ignoriert werde. 

Von der einstigen Spitzenposition Brandenburgs beim Natur- und Umweltschutz ist unser Bundesland weit entfernt und gilt nun als Schlusslicht. Für den NABU Brandenburg kann es daher nur die Konsequenz geben, dass der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen Aufgabe eines eigenständigen Ministeriums sein muss.  

Neuer Landesvorstand gewählt 

Turnusgemäß wurde auf der Landesvertreterversammlung der neue Landesvorstand gewählt. Mit Friedhelm Schmitz-Jersch ist der alte auch der neue NABU-Landesvorsitzende. Er tritt damit seit 2012 seine dritte Amtsperiode an. Im Amt als stellvertretender Landesvorsitzender bestätigt wurde auch der Ökotoxikologe PD Dr. Werner Kratz, ebenfalls für eine dritte Amtsperiode. Als zweiter stellvertretender Landesvorsitzender wurde Dr. Hartmut Kretschmer aus Neuenhagen gewählt, der schon von 1990 bis 1998 Landesvorsitzender war. Dr. Kretschmer war Leiter der Abteilung Großschutzgebiete im Landesamt für Umwelt und befindet sich seit Mai im Ruhestand. Weitere Mitglieder des Landesvorstandes sind: Wolfgang Mädlow (Schatzmeister, Potsdam) sowie Karl-Heinz Marschka (Senftenberg), Ninett Hirsch (Potsdam), Harals Wilken (Cottbus), Anina Michalski (Schönwalde-Glien). 

NABU Brandenburg  – 16.000 Mitglied begrüßt 

Mit Petra Heinitz aus Annahütte bei Senftenberg konnte der NABU Brandenburg sein 16.000 Mitglied begrüßen. In 50 regionalen Gruppen finden ehrenamtliche Aktive verschiedenste Möglichkeiten sich zu engagieren, z.B. bei konkreten Arten- und Naturschutzmaßnahmen, in den biologisch arbeitenden Fachgruppen oder der Umweltbildungsarbeit. Aktuell hat der NABU Landesverband Brandenburg 16.238 Mitglieder. 

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