MUTTER-/VATER-KIND-KUREN

Mal wieder richtig durchatmen

Dem täglichen Stress entfliehen, neue Kraft sammeln und etwas für sich tun. Manche Eltern benötigen irgendwann eine Mutter-/Vater-Kind-Kur. Die Chancen stehen gut, dass die Krankenkasse eine Kur bewilligt.

Väter und Kinder in einer Kureinrichtung bei einer Anwendung.Auch Väter, die bisher nur selten in den Kurkliniken zu finden waren, nehmen immer häufiger an einer Kur teil.Foto: picture alliance / dpa

Viele Mütter und immer mehr Väter leiden unter Rückenschmerzen, Erschöpfung und Migräne. Der Grund: Arbeit, Familie, Kinder, Freunde und Hobbies sind im Alltag kaum unter einen Hut zu bringen. Erkranken die Eltern, werden häufig auch die Kinder krank.

Krankenkassen bewilligen mehr Kuren

Für alle Betroffenen gibt es eine gute Nachricht: Die Krankenkassen stimmen einer Kur immer häufiger zu. 2014 haben sie fast 90 Prozent der beantragten Kuren bewilligt. Das entspricht 135.000 Mutter-/Vater-Kind-Kuren – 14.000 Kuren mehr als noch 2012.

In Kosten sieht das so aus: Gab die Gesetzliche Krankenversicherung 2012 rund 325 Millionen Euro für Mutter-/Vater-Kind-Kuren aus, waren es 2015 bereits 390 Millionen Euro – also knapp 20 Prozent mehr.

Lange stand die Bewilligungspraxis der Krankenkassen in der Kritik. Anfang 2012 haben sich die Gesetzlichen Krankenversicherungen mit den Klinikträgern auf eine überarbeitete Fassung der “Begutachtungsrichtlinie Vorsorge und Rehabilitation” geeinigt. Auf ihrer Grundlage entscheiden die Krankenkassen, ob sie einer Kur zustimmen oder nicht.

Wenn Erschöpfung krank macht…

Fast alle Mütter, die 2015 eine Kur machten, litten an Erschöpfung. Das geht bis zum Burn-out, auch bei den Vätern ist das der häufigste Grund für eine Kur. Durch Berufstätigkeit, Haus- und Familienarbeit sind Mütter wie Väter oft doppelt und dreifach belastet. So nehmen auch Väter, die bisher nur sehr selten in den Kurkliniken zu finden waren, immer häufiger an einer Kur teil.

Ob Mütter-Kur, Väter-Kur oder Mutter-/Vater-Kind-Kur – sie machen wieder fit für den Alltag. Mutter und Kind oder Vater und Kind entdecken in gemeinsamen Aktivitäten neue Seiten aneinander und stärken so auch ihre Beziehung. Wenn erforderlich, kümmern sich Betreuer auch um die Gesundheit des Kindes.

…hilft eine maßgeschneiderte Kur!

Jede Kur wird individuell an die Gesundheit und die Lebensumstände der Mütter, Väter und Kinder angepasst. Immer mehr Einrichtungen spezialisieren sich – zum Beispiel auf Väter oder Mütter, die eine Krebstherapie hinter sich haben.

Eine Gruppe wird immer wichtiger: die pflegenden Angehörigen. Wer sich neben Kindern, Haushalt und Beruf noch um die Großeltern kümmert, vergisst schnell die eigene Gesundheit – und erkrankt. Eine Kur gibt neue Kraft.

Der Weg zur Kur

Ist eine Kur das Richtige für mich? Wie beantrage ich sie? Darf ich mir aussuchen, wo ich meine Kur machen möchte? Bei allen Fragen rund um Mutter-/Vater-Kind-Kuren helfen die Beratungsstellen des Müttergenesungswerks kostenlos und individuell. Die Fachleute der Beratungsstelle unterstützen Eltern auch, den Antrag auf eine Kur auszufüllen.

Der Antrag ist zusammen mit einem ärztlichen Attest an die Krankenkasse zu schicken. Stimmt sie dem Antrag zu, berät die Beratungsstelle Mütter und Väter bei der Auswahl der passenden Einrichtung. Sollte die Krankenkasse den Antrag einmal ablehnen, wissen die Expertinnen und Experten auch, wie Eltern dem widersprechen können.

Zurzeit übernehmen die Krankenkassen Kuren in 138 anerkannten Kliniken in Deutschland. Hinter mehr als der Hälfte steht die Elly Heuss-Knapp-Stiftung Müttergenesungswerk (MGW). Die gemeinnützige Organisation wurde 1950 von Elly Heuss-Knapp, der Ehefrau des ersten Bundespräsidenten, gegründet. Heute unterstützen ihre Mitarbeiterinnen in mehr als 1.300 Beratungsstellen bei allen Fragen rund um Mutter-/Vater-Kind-Kuren.

Ein Kommentar

  • Erika

    Viele denken, dass es es schwierig ist eine Kur zu beantragen. Gerade Männer klinken sich hier häufig aus und beantragen keine Kur. Dabei ist es gar nicht so schwierig und auch wenn man abgelehnt wird, kann man wiedersprechen. Häufig wird diese nach dem Wiederspruch doch noch bewilligt. Dass der Kurantrag gar nicht so schwer ist zeigt die Infografik unter https://www.klinik-fuehrer.com/kur-tipps/wer-darf-auf-kur-fahren/. Im Grunde sind nur 5 Schritte notwendig um eine Kur zu benatragen.

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