“Mord im Krankenhaus”: “ZDFzoom” über den Fall Niels H.

Niels H. spritzte Patienten unter anderem ein Medikament, das bei zu hoher Dosierung zum Herzstillstand führen kann.
Copyright: ZDF/Alex Alfes

Der bereits verurteilte Ex-Krankenpfleger Niels H. aus Niedersachsen ist des Mordes an 99 Patienten angeklagt. Vor dem in der kommenden Woche startenden Prozess am Landgericht Oldenburg soll er einen weiteren Mord gestanden haben. “Warum stoppte niemand den Todespfleger?” Dieser Frage geht “ZDFzoom” geht am Mittwoch, 24. Oktober 2018, 22.45 Uhr, in “Mord im Krankenhaus” nach.

Der Fall Niels H. ist nach Meinung der Ermittler die größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wieso konnte der Krankenpfleger so lange ungehindert morden – obwohl auffallend viele Patienten während seiner Dienstzeit starben, der Medikamentenverbrauch erhöht war und er sich auffällig verhielt?

Niels H. mordete an zwei Kliniken: in Oldenburg und Delmenhorst. Heute weiß man: Er provozierte Notfälle, um sich nach erfolgreicher Wiederbelebung als Retter feiern zu lassen. Er hungerte nach Anerkennung, suchte den Kick, so gab er es selbst vor Gericht an. Dass Menschen dabei zu Tode kamen, nahm er in Kauf.

Auch der Großvater von Christian Marbach starb durch eine tödliche Medikamentendosis, verabreicht von Niels H. Der Patient war nach einer Darmoperation auf dem Weg der Genesung. “Wir haben dem Klinikum Delmenhorst unseren Großvater anvertraut, er hätte nicht sterben müssen. Er hatte nichts Tödliches, um das mal ganz klar zu sagen”, so der Enkel heute. Er will wissen, warum in der Klinik weggeschaut wurde.

Im Fall Niels H. werden auch Verantwortliche der Kliniken vor Gericht erscheinen müssen. Was haben die betroffenen Krankenhäuser daraus gelernt? Wie können Patiententötungen verhindert werden? Wie sicher sind die Kliniken heute? “ZDFzoom” spricht mit Angehörigen, Experten, Ermittlern und einem ehemaligen Kollegen von Niels H.

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