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Ludwigsfeldes geheimnisvolle Nazi-Bunker

Großer Andrang herrschte am Abend des 12. November, als „Willkommen im Klub“-Moderator Detlef Olle gemeinsam mit seinen Gästen Dr. Rainer Karlsch, Achim Haase und Jutta Abromeit die „Entdeckung der geheimnisvollen Nazi-Bunker“ lüftete.

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Der aus Funk und Fernsehen bekannte Wirtschaftshistoriker Dr. Rainer Karlsch hat die Untersuchungen der Ludwigsfelder Unterwelten seinerzeit angeschoben. Ihm wurde zugetragen, was ein Zeitzeuge in den letzten Kriegstagen erlebt und beobachtet hatte: Demnach sei das ehemalige Rüstungswerk der Nazis geräumt worden, tausende Zwangsarbeiter auf letzte Märsche geschickt. Mehrere Tage hätte das Werk fast leer gestanden, es seien nur noch SS-Leute zugegen gewesen. In diesen Tagen seien Transporte aus Hakeburg ins Werk geliefert worden, sogar der Ort der damaligen Eingänge konnte benannt werden.

Mit der daraus hervorgehenden Vermutung, dass sich unterirdische Bunkeranlagen in Ludwigsfelde befünden, wandte sich Karlsch 2011 an die Stadtverwaltung. Es folgten Magnetikmessungen, die einen hohen Eisenanteil im Boden nachwiesen und den Verdacht eines Bunkers verhärteten. An dieser Stelle ist Achim Haase, Geschäftsführer der Haase & Pollack GmbH dazugestoßen. Er übernahm mit seinen Mitarbeitern die Erdarbeiten, die den Bunker freilegen sollten.

Statt des vermuteten Bunkers fand man in 12 Meter Tiefe schmale Stollen vor, die an den Kreuzungen systematisch gesprengt wurden. Das befeuerte wiederum den Verdacht, in der unterirdische Anlage wichtige Dokumente, Kunstschätze oder ähnlich wertvolle Objekte vorzufinden. Letztendlich wurden die Arbeiten ohne Fund eines wie auch immer gearteten Schatzes abgeschlossen. Etwa 350 Meter des wohl 1 Kilometer großen Stollensystems sind heute erforscht. Es fanden sich zahlreiche Gegenstände, etwa Werkzeuge, Gasmasken, Stahlhelme und Medizinflaschen – sogar Bänke und andere Sitzgelegenheiten wurden dank des luftdichten Einschlusses in erstaunlich gutem Zustand vorgefunden.

Jutta Abromeit, die die Arbeiten von Anfang an journalistisch begleitete, beschreibt das Gefühl 12 Meter unter der Erde als „beklemmend“. Es sei eine „eigenartige Atmosphäre dort unten“, mit den schweren Schutztüren entlang der Gänge und dem rieselnden Sand. „Dennoch haben die Stollen seinerzeit als Schutz gedient und während der schweren Luftangriffe hunderte Menschenleben gerettet“, erinnert Karlsch. Sehr bitter sei der Beigeschmack jedoch, den das Wissen hinterlässt, dass nicht alle Werksarbeiter eingelassen wurden. „Nur deutsche Werksarbeiter durften rein. Die Zwangsarbeiter waren den Luftangriffen schutzlos ausgeliefert.“

Wo denn nun der Schatz sei und ob die Forschungsarbeiten abgeschlossen seien, wollte das Publikum schließlich noch wissen. In dieser Anlage sei keine große Überraschung mehr zu erwarten, erklärte Karlsch. Sofern es Einlagerungen gegeben hatte, so seien diese wohl von den Sowjets herausgeholt worden, wie eine Notiz in einer russischen Akte vermuten lässt, die die Öffnung und anschließende Sprengung der Bunkeranlage in Ludwigsfelde befiehlt. „Aber so richtig abgeschlossen sind Forschungsarbeiten ja nie“, fügte er hinzu. „Die ein oder andere Messung wird möglicherweise noch durchgeführt.“ Die Idee, die Stollen touristisch zu erschließen und eventuell sogar den Berliner Unterwelten anzuschließen, stehe weiterhin im Raum.

Die nächste Veranstaltung der “Willkommen im Klub”-Reihe findet am 14.01.2019 statt und befasst sich mit der Frage “Die Geburt von Ludwigsfelde – verdanken wir einem Korruptionsskandal?” Tickets werden ab 21. November im Bürgerservice Ludwigsfelde erhältlich sein.

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