Literarische Schätze des alten Potsdams

Lesereihe in Erinnerung an Hermann Kasack, Karl Heidkamp und Dorothee
Goebeler

Eine dreiteilige Lesereihe widmet sich im August und September drei
Potsdamer Schriftstellern, die mit ihren Werken „literarische Schätze
des alten Potsdam“ hinterlassen haben: Hermann Kasack (1896 – 1966),
Karl Heidkamp (1896 – 1970) und Dorothee Goebeler (1867 – 1945).

Die Reihe beginnt am 12. August mit der Erinnerung an Leben und Werk
von Hermann Kasack. Kasack, der der in diesem Jahr seinen 120. Geburts-
und seinen 50. Todestag hat, gehört zu den großen deutschen
Schriftstellern und Intellektuellen seiner Zeit. Geboren in Potsdam,
behielt Hermann Kasack seinen Lebensmittelpunkt bis 1949 in seiner
Heimatstadt. Er arbeitete als Lektor im Kiepenheuer-Verlag in Potsdam,
später im Suhrkamp-Verlag und gehörte zu den Wegbereitern von
literarischen und Unterhaltungssendungen des Rundfunks in seinen
Anfangsjahren. Sein 1942 in Potsdam begonnenes Hauptwerk „Die Stadt
hinter dem Strom“ gehört zu den meistdiskutierten und meistübersetzten
deutschen Büchern der Nachkriegszeit. Eindringlich beschreibt Kasack in
seinen „Tage- und Nachtblättern“ die Zerstörung Potsdams und die
Ereignisse des Frühsommers 1945 mit der russischen Besatzungszeit. Der
Schauspieler Hans-Jochen Röhrig wird aus den tagebuchähnlichen
Aufzeichnungen sowie aus „Das Birkenwäldchen“ lesen. Die Erzählung von
1944 ist ein liebevolles Bekenntnis zu Potsdam, und zugleich sollte sie
eine Botschaft sein für den inhaftierten Verleger und Freund Peter
Suhrkamp. Die Gitarristin Brigitte Breitkreuz gestaltet das musikalische
Begleitprogramm.

Die Lesung am 12. August findet um 17 Uhr im überdachten Innenhof des
ehemaligen Civil-Waisenhauses, Berliner Straße 148, statt. Der Ort ist
nicht zufällig gewählt. Kasacks Schwiegervater war Direktor an der
Einrichtung, die vom Potsdamer Pädagogen Wilhelm von Türk gegründet
worden war.

Am 26. August wird Klaus Büstrin aus den Erinnerungen des Potsdamer
Kunst- und Buchhändlers Karl Heidkamp und am 9. September Johanna Lesch
aus den „Potsdamer Plaudereien“ von Dorothee Goebeler lesen. Beginn
ist jeweils um 17 Uhr im Civil-Waisenhaus.
Der Eintritt von 5 Euro kommt anteilig dem Landesausschuss für Innere
Mission mit Sitz im Civil-Waisenhaus zugute.

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