Kralinski bei Verleihung des 10. Frauenbrücke-Preises: Manfred Stolpe erhält außerordentliche Ehrung

Brandenburgs erster Ministerpräsident Manfred Stolpe ist gestern mit einer außerordentlichen Ehrung des Frauenbrücke-Preises ausgezeichnet worden. Der Preis für die innere Einheit Deutschlands in Europa wird in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal in Potsdam verliehen. Der Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Staatssekretär Thomas Kralinski, sagte bei der Preisverleihung: „Manfred Stolpes Arbeit ist in vielen verschiedenen Funktionen davon geprägt, Brücken zwischen Menschen zu bauen, Menschen miteinander zu verbinden und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Seine Forderung, dass die Deutschen sich ihre Biographien erzählen sollen, ist ganz grundlegend für die innere Einheit der Deutschen.“

 

Die Frauenbrücke setzt sich seit 1991 dafür ein, Menschen aus Ost und West einander  näher zu bringen. Auf Veranstaltungen und in Regionalgruppen hat sie immer wieder Kontakte vermittelt. Kralinski: „Dieser Arbeit liegt das Verständnis zu Grunde, dass sich eine wirkliche Einheit Deutschlands nur durch Kennenlernen, das Gespräch miteinander und durch gegenseitigen Respekt erzielen lässt.“

 

28 Jahre nach der Einheit sei dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Kralinski: „Männer und Frauen mit ostdeutscher Biografie sind  in Leitungspositionen von Verwaltungen, Unternehmen, Medienhäusern und in der Justiz immer noch deutlich unterrepräsentiert. Das muss sich endlich ändern. Es ist deswegen richtig, diese Diskussion in Deutschland zu führen. Die Lebenserfahrungen der in Ostdeutschland aufgewachsenen Menschen und ihrer Kinder sind eine wichtige Bereicherung für ganz Deutschland. Die Stärke Deutschlands ergibt sich aus den unterschiedlichen Lebenserfahrungen“.

 

Brandenburg habe bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse schon viel erreicht. „Die gute Entwicklung, die wir in den vergangenen fast drei Jahrzehnten genommen haben, hat viele Mütter und Väter. Vor allem ist es aber auch die Lebensleistung der Menschen hier im Osten Deutschlands, die dazu geführt hat.“

 

Der Staatssekretär dankte Helga Niebusch-Gerich, die als damalige Vorsitzende der Frauenbrücke die Stiftung Frauenbrücke-Preis gegründet hat und bis heute Stiftungsvorsitzende ist. „Sie ist mit ihrem Engagement eine große Brückenbauerin.“

 

Der erste Frauenbrücke-Preis wurde am 5. November 1999 anlässlich des zehnten Jahrestages der Maueröffnung von der Frauenbrücke Ost-West verliehen. Er wird getragen von der Stiftung „Frauenbrücke-Preis für die innere Einheit Deutschland“ und alle zwei Jahre ausgeschrieben. Neben Stolpe gehören zu den diesjährigen Preisträger*innen die Direktorin der Kunsthalle Mannheim, Ulrike Lorenz, sowie die Journalistin und Buchautorin Petra Reski.

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