Interkulturelle Woche startet am 21.September

Bis zum 3. Oktober zahlreiche Veranstaltungen in Potsdam

Am Freitag, 21. September 2018 um 16 Uhr startet die diesjährige
Potsdamer Interkulturelle Woche. Unter dem Motto „die Welt kocht“
lädt das „Interreligiöse Forum Potsdam“ erstmalig am
Weltfriedenstag die Potsdamerinnen und Potsdamer zu einem Friedensfest
auf dem Platz der Einheit ein. Ab 16 Uhr gibt es dort ein buntes Angebot
aus Spielen, Informationen und Gesprächen zu wichtigen Themen der
Gegenwart, etwa zu den Fragen, wie wir zukünftig leben wollen? Oder wie
wir in Potsdam die Vielfältigkeit behalten und die Toleranz weiter
stärken wollen? Oder auch, welche Rolle Kirchen und
Religionsgemeinschaften in einer doch stark säkularisierten Gesellschaft
einnehmen?

Auf dem Friedensfest bereiten unterschiedliche Teilnehmende Suppen aus
aller Welt vor. Um 18 Uhr läuten dann alle Glocken in der Stadt eine
Viertelstunde für den Frieden. Das Läuten erinnert daran, dass eine
friedliche Welt kein Selbstverständnis ist und ruft Gläubige auch zum
Gebet. Anschließend wird an einer langen Tafel gemeinsam gegessen.

Um 20 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Jann Jakobs offiziell die
Interkulturelle Woche unter der Überschrift „Vielfalt verbindet“. Die
Interkulturelle Woche findet bis zum 3. Oktober statt. Über 50
Veranstaltungen werden in Potsdam stattfinden. „Die Vielfalt des
Programms zeigt die Vielfalt unserer traditionell toleranten und offenen
Landeshauptstadt Potsdam. Wir feiern 333 Jahre Potsdamer Toleranzedikt
und 10 Jahre Neues Potsdamer Toleranzedikt. Das ist ein wichtiges
Zeichen für das Zusammenleben in Potsdam“, sagt Oberbürgermeister Jann
Jakobs.

Das „Interreligiöse Forum Potsdam“ gibt es seit zwei Jahren. Hier
arbeiten die jüdischen, christlichen, muslimischen und buddhistischen
Gemeinden und die Bahá´í-Gemeinde Potsdam zusammen. „Wir suchen der
Stadt Bestes“, sagt Pfarrer Bernhard Fricke, einer der Organisatoren
des Forums, und ergänzt: „Das Friedensfest möchte die Menschen in der
Stadt Potsdam zusammenbringen und spricht auch diejenigen an, die keine
konfessionelle Bindung haben. Wir wollen alle miteinander ins Gespräch
kommen.“

An den folgenden zwölf Tagen laden 30 verschiedene Institutionen,
Organisationen und Vereine zu den vielfältigen Veranstaltungen ein. „Die
Interkulturellen Wochen begleiten bereits seit 28 Jahren das
integrationspolitische Jahresgeschehen in der Landeshauptstadt Potsdam.
Sie bieten Begegnungen, Gespräche, Informationsmöglichkeiten und
interessante kulturelle Erlebnisse“, sagt Magdolna Grasnick, die
Potsdamer Integrationsbeauftragte.

An den bundesweiten Aktivitäten der Interkulturellen Woche beteiligt
sich Potsdam seit 1991. Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative
der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland
und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie wird von Gewerkschaften,
Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Migrantenbeiräten,
Integrationsbeauftragten, Religionsgemeinschaften, Vereinen und
Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. Auch der Deutsche
Städtetag unterstützt die Idee der Interkulturellen Woche. In mehr
als 500 Städten finden in dieser besonderen Woche Veranstaltungen zum
Thema statt.

Das Gesamtprogramm der Potsdamer Interkulturellen Woche 2018 ist unter
www.potsdam.de/interkulturelle-woche-2018 zu finden, weiterführende
Informationen unter www.interkulturellewoche.de.

Aus dem Programm

Am 24. September 2018 lädt Potsdam um 18 Uhr in den Flurbereich des
Oberbürgermeisters im Rathaus, Friedrich-Ebert-Straße 79-81, ein. Dort
eröffnet Oberbürgermeister Jann Jakobs die Ausstellung von Kheder
Abdulkarim. Der in Potsdam lebende kurdische Künstler wurde in seiner
Heimat Syrien politisch verfolgt. Die Erlebnisse und Erinnerung an seine
Haft verarbeitet er in seinen vielseitigen Arbeiten der Bildenden Kunst.
Begleitend zur Ausstellung werden Objekte aus Ton „Widerklang der
Weltreligionen – skulptural interpretiert“ ausgestellt, die im
Workshop von jungen Erwachsenen aus unterschiedlichen
Religionsgemeinschaften unter Anleitung von Christina Sustersic
entstanden sind. Die Ausstellung ist bis 19. Oktober zu den
Öffnungszeiten des Stadthauses zu besichtigen.

Der Verein proWissen Potsdam e. V. in Kooperation mit Neues Potsdamer
Toleranzedikt bietet die Schülerakademie „Stoppt Hass-Propaganda bei
Facebook & Co.! Erst prüfen, dann teilen“ am Dienstag, den 25.
September, 9 bis 11 Uhr, an. Dieser Workshop wurde zum Thema
„Hass-Propaganda in sozialen Netzwerken“ erarbeitet. Innerhalb des
Workshops lernen Jugendliche menschenverachtende Propaganda zu erkennen,
anhand von Kriterien Hass-Propaganda zu identifizieren, sich hiervon zu
distanzieren und entsprechend zu handeln. Gemeinsam mit der Referentin
vergleichen die Teilnehmenden Gesetzestexte, analysieren konkrete
Propaganda-Beispiele und diskutieren intensiv zum Thema. Anmeldung
erforderlich bis 14.09.2018 unter: jacob@prowissen-potsdam.de
Eintritt: 3,00 Euro pro Schüler, Mitgliedsschulen von proWissen Potsdam
e. V.: 2,50 Euro pro Schüler.

Am Donnerstag, den 27. September 2018, 13-16 Uhr, lädt die Potsdamer
Ausländerbehörde in den Raum E23 in der Helene-Lange-Straße 6/7 ein.
Bildungs- und Integrationseinrichtungen, Kammern und Projektträger
präsentieren ihre Angebote für eine gelingende Integration. Die
Ausländerbehörde freut sich auf interessierte Besucherinnen und
Besucher dieser Infoveranstaltung.

Am gleichen Tag, den 27. September, 18-20 Uhr, findet die
Buchvorstellung „Glaube in Potsdam, Bd. 1: Religiöse, spirituelle und
weltanschauliche Gemeinschaften – Beschreibung und Analysen” und „Glaube
in Potsdam, Bd. 2: Geschichten und Personen” im Potsdam-Museum Am Alten
Markt 9 statt.

In den Jahren 2015-2018 haben Forscherinnen und Forscher der
Universität Potsdam alle ermittelbaren religiösen, spirituellen und
weltanschaulichen Gemeinschaften in der Stadt Potsdam besucht und
beschrieben. Unter den 74 Gruppen sind neben den evangelischen Gemeinden
auch unbekanntere wie die Johannische Kirche, das Kringellocken-Kloster,
das Reiki-Netzwerk und viele andere… Sie werden jeweils anhand ihrer
Geschichte, Gebäude, Rituale und ihres Gruppenlebens dargestellt.
Zugleich erscheint an diesem Tag das Buch „Glaube in Potsdam“ über
Religionsgemeinschaften, das die 40 reich bebilderten Artikel einer
Serie umfasst, die 2017 in den PNN erschienen sind.
Voranmeldung erbeten unter forum-religionen-kontext@uni-potsdam.de oder
0331 9774253.

Die Landeshauptstadt Potsdam vergibt in diesem Jahr zum 14. Mal
gemeinsam mit der ProPotsdam GmbH den Integrationspreis. Die feierliche
Übergabe des Preises findet im Rahmen einer Festveranstaltung am
Sonntag, den 30. September, 16 Uhr, statt. Die Schirmherren des
Integrationspreises, Oberbürgermeister Jann Jakobs, die Vorsitzende der
Stadtverordnetenversammlung, Birgit Müller, und die Vorsitzende des
Migrantenbeirates, Diana Gonzalez Olivo, werden den Preis an die
Gewinner in der Reithalle A des Hans-Otto-Theaters, überreichen.
ProPotsdam stiftet und überreicht im Rahmen des Integrationspreises
seinen „Sonderpreis Nachbarschaft“.

Am Montag und Dienstag, 1.-2. Oktober, findet ein Austausch zum Thema
„Integration vor Ort“ sowie „Kommunale Strukturen und Strategien
für Toleranz und Demokratie“ gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren
aus Potsdams Partnerstädten Bonn, Jyväskylä, Luzern, Opole, Perugia und
Versailles statt. Diese Veranstaltungen finden im Rahmen des zweiten
Meetings des EU-Projektes „Town-twinning network for tolerance and
integration of migrants (TOLINT). Um Voranmeldung wird gebeten unter
dombrowsky@bbag-ev.de oder 0331 4000975.

Die Potsdamer Interkulturelle Woche 2018 endet am 3. Oktober. Der
Verein der Muslime Potsdam erwartet von 14 bis 16.30 Uhr am „Tag der
offenen Moscheen“ Interessierte in den Räumen des Vereins Am Kanal 61
für einen Besuch.

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