Hochschulen profitieren am meisten von Sponsoring

Innenministerium veröffentlicht Sechsten Zweijahresbericht über Sponsoringleistungen an die Landesverwaltung

Potsdam – Das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg hat den Sechsten Zweijahresbericht über die Sponsoringleistungen an die Landesverwaltung Brandenburg vorgelegt. Demnach erhielt die Landesverwaltung Brandenburg in den Jahren 2016 und 2017 Geld-, Sach- und Dienstleistungen durch Zuwendungen von Privaten im Wert von insgesamt über 6,4 Millionen Euro (2014/2015: 7,3 Millionen Euro). Knapp 90 Prozent davon gingen an Universitäten und Hochschulen.

Innenstaatssekretärin Katrin Lange: „Sponsoring durch Private transparent auszuweisen trägt zu einer effektiven Korruptionsprävention bei. Die Neutralität der Verwaltung bleibt immer gewährleistetSponsoring kann Gutes bewirken und dafür sind wir dankbar, es bedarf dazu aber sehr klarer Voraussetzungen und transparenter Offenlegungspflichten. Nur so kann dem Verdacht des Geschmäckles überzeugend entgegengetreten werden. Das Sponsoring hat auch immer nur eine ergänzende Funktion, die sich ganz überwiegend auf Wissenschaft und Forschung bezieht. Das macht schon der geringe Prozentsatz von insgesamt unter 0,03 Prozent sehr deutlich.“

Im Bericht sind alle Zuwendungen über 5.000 Euro mit Art der Zuwendung, den Namen des Gebers und der Verwendung detailliert nachzulesen. Der Schwerpunkt der Sponsoringleistungen lag bei Geldleistungen gefolgt von Dienst- und Sachleistungen.

Rund 88 Prozent der Einnahmen aus Sponsoring, Spenden und sonstigen Schenkungen erhielten danach die Universitäten und Hochschulen des Landes. Das sind 5,6 Millionen Euro, mit denen beispielsweise Stipendien, Wettbewerbe und Forschungsprojekte finanziert wurden.

Insgesamt umfassen die Einnahmen aus Sponsoring, Spenden und sonstigen Schenkungen 0,028 Prozent der entsprechenden Landeshaushalte für die Jahre 2016 und 2017.

Repräsentationsveranstaltungen, die den Sponsoren die Möglichkeit bieten, sich nach außen darzustellen, bilden einen Schwerpunkt der Sponsorenaktivitäten in den Jahren 2016 und 2017. Dazu gehören Preisverleihungen, Wettbewerbe und Meisterschaften, Fachtagungen, Ausstellungen, Jubiläumsfeiern, Festivals, Foren, Hochschul- und Uni-Ball, Kinder-Uni und andere Kinderveranstaltungen, Lehrver-anstaltungen, Verkehrssicherheitskampagnen, Exkursionen, Konferenzen, Symposien, Konzerte, Messen, Semesterauftakt-Veranstaltung, Theateraufführungen, Finanzierung von Stipendien und Stiftungsprofessuren.

Bei den Sachzuwendungen sind Fachliteratur, Publikationen und Zeitschriften hervorzuheben.

Dienstleistungen erfolgten in Form der Mitwirkung an diversen Veranstaltungen, wie Gesundheitstag, Hochschul- und Uniball, Abi-Challenge, einem Symposium und einer Kunstausstellung der Stiftung „Einstein Forum“, im Zusammenhang mit Stiftungsprofessuren und diversen Projekten, wie „Unithea“ und „25 Jahre Bibliothek“ an der Europa-Universität Viadrina sowie für diverse Institute der BTU Cottbus-Senftenberg.

 

Der gesamte Bericht ist unter www.antikorruption.brandenburg.de „Sponsoring/Sponsoring im Land Brandenburg“ im Internet veröffentlicht. Den Abgeordneten im Ausschuss für Inneres und Kommunales des Landtages wurde der Bericht übersandt.

Hintergrund:

 

Seit 2003 gibt es die Verwaltungsvorschrift Sponsoring (VV Sponsoring) der Bundesregierung, die die Offenlegung von Sponsoringleistungen regelt. 2011 übernahm die Landesregierung Brandenburg im Rahmen ihrer Richtlinie zur Korruptionsprävention diese Verwaltungsvorschrift auch für das Land Brandenburg.

Danach sind Zuwendungen von Geld-, Sach- und Dienstleistungen durch Private (Sponsoren) an eine oder mehrere Dienststellen der Landesverwaltung Brandenburg (Gesponserte) gegenüber der Öffentlichkeit offen zu legen. Sponsoren im Sinne der VV Sponsoring können Unternehmen, Fördervereine und natürliche Personen sein. Soweit öffentliche Institutionen im Wettbewerb mit privaten Anbietern stehen, ist zu prüfen, ob Zuwendungen von diesen Institutionen sinngemäß nach den Regelungen der VV Sponsoring zu beurteilen sind.

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