Heilen ohne Antibiotika: “plan b” im ZDF über Bakteriophagen

Antibiotikaresistenzen gelten als eine der größten medizinischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Am Samstag, 3. November 2018, 17.35 Uhr im ZDF, geht “plan b” in “Heilen ohne Antibiotika” der Frage nach, wie Infektionen anders behandelt werden können.

In Georgien werden seit Jahrzehnten die sogenannten Bakteriophagen eingesetzt – spezielle Viren, die Keime zerstören. Nach einer Herz-Operation hatten sich bei Ekkehard Eichler aus Brandenburg antibiotikaresistente Krankheitserreger in der Operationswunde festgesetzt und sein Brustbein angegriffen. Die Folge: eine Knochenhautentzündung. Als ihm die Ärzte in Deutschland zu einer Entnahme des Brustbeins rieten, suchte er nach Alternativen und lernte die Behandlung mit Bakteriophagen kennen. Im Eliava-Institut in Tiflis haben sie damit große Erfahrung: Da viele Staaten des “Ostblocks” lange Zeit kaum Zugang zu Antibiotika hatten, wurden Infektionserkrankungen mit Viren bekämpft.

In Deutschland versuchen Wissenschaftler, die Bakteriophagen aus Tiflis auch für die EU zugänglich zu machen. Allerdings lassen sich die Viren nicht mit den bisher gültigen Zulassungsverfahren für neue Arzneimittel zusammenbringen. Doch eine erste Studie ist auf den Weg gebracht – Mikrobiologen vom Leibniz-Institut suchen nach Phagen, die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts aufbereiten und deren Wirkungen von Ärzten der Berliner Charité geprüft werden. 

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