Halbjahresbilanz: Mehr rechte Gewalt mit Asylbezug, linke Gewalt richtet sich gegen Polizei und Gentrifizierung

Die Fallzahl der Politisch motivierten Kriminalität in Berlin hat im ersten Halbjahr 2016 geringfügig abgenommen. In einigen Bereichen gab es jedoch deutliche Zunahmen.

Das PMK-Gesamtaufkommen sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 von 1.682 auf 1.639 Fälle. Die Fallzahl im Bereich PMK – rechts sank von 739 auf 695 Fälle. Im Bereich PMK – links erhöhte sie sich von 479 auf 506 Fälle. Der Bereich PM Ausländerkriminalität blieb mit 117 Fällen nahezu konstant, nach 115 Fällen im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Gewaltdelikte im Bereich PMK – rechts stieg geringfügig von 70 auf 73 Fälle (+4 Prozent). Besonders stark zugenommen haben Gewaltdelikte mit Ausländer- und Asylbezug. Diese haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 12 auf 36 Fälle verdreifacht. Die meisten Fälle rechtsmotivierter Kriminalität verzeichnete die Polizei in Mitte (131), Tempelhof-Schöneberg (94) und Marzahn-Hellersdorf (68). Bei den Gewaltdelikten liegen Treptow-Köpenick (13), Mitte (12) und Marzahn-Hellersdorf (11) praktisch gleichauf.

Für die linke Szene spielte im ersten Halbjahr 2016 vor allem das Thema Gentrifizierung eine zentrale Rolle. Die Zahl der Gewaltdelikte in diesem Zusammenhang erhöhte sich von 13 auf 95 Fälle. Auch die Gewalt gegen Polizeibeamte bleibt trotz eines leichten Rückgangs mit 98 Fällen auf einem hohen Niveau. Schwerpunkte linker Gewalt sind Friedrichshain-Kreuzberg (89), Mitte (26) und Pankow (9). Beim Gesamtaufkommen im Bereich PMK – links liegt Friedrichshain-Kreuzberg (260) mit einem deutlich gestiegenen Wert vor Mitte (89) und Pankow (43).

Im Bereich Politisch motivierte Ausländerkriminalität haben vor allem Delikte mit Bezug zur PKK/Kurdenproblematik zugenommen. Schwerpunkte der PMAK sind Mitte (57), Friedrichshain-Kreuzberg (20) und Tempelhof-Schöneberg (14).

Berlins Innensenator Henkel: „Wir müssen unsere Stadt jeden Tag neu gegen die Feinde von Freiheit und Demokratie verteidigen. Diese Feinde haben viele Gesichter. Es sind rechte Gewalttäter, die Flüchtlingsunterkünfte angreifen und Menschen bedrohen, die bei uns Schutz suchen. Es sind linke Gewalttäter, die ganze Kieze terrorisieren und Polizisten mit Flaschen und Steinen attackieren. Und es sind radikale Ausländer und Islamisten, die es hassen, wie wir leben. Diese Auseinandersetzung führen die Sicherheitsbehörden jeden Tag mit großem Engagement. Aber sie können das nicht alleine tun. Dazu braucht es einen klaren Kurs gegen jede Form von Extremismus und Gewalt.“

Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 1. Halbjahr 2016

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