Gute Stimmung im westbrandenburgischen Handwerk/ Konjunkturumfrage ergibt Spitzenwerte – Das westbrandenburgische Handwerk im 3. Quartal 2018

Potsdam. So sonnig wie die vergangenen Monate, so sonnig zeigt sich auch die Konjunktur des westbrandenburgischen Handwerks im dritten Quartal des laufenden Jahres. Die Ergebnisse der traditionellen Befragung der Handwerksbetriebe zeigen: Der Boom im Handwerk hält an. Mit 133 Punkten bewegt sich der Geschäftsklimaindex im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit nur einem Punkt weniger auf anhaltend hohem Niveau.

 

In der aktuellen Umfrage bewerten 95,6 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Der Spitzenwert des vergangenen Herbstes wurde damit noch einmal mit 0,4 Prozent übertroffen.

 

Getragen werden die guten Ergebnisse erneut von den Bau- und Ausbaugewerken, die vom andauernden Bau- und Immobilienboom profitieren. Beide Gewerkegruppen zeigten sich mit ihrer Geschäftslage noch einmal zufriedener als vor Jahresfrist (Bauhauptgewerbe plus 1,4 Prozent, Ausbaugewerbe plus 2,6 Prozent). Aber auch in den Kfz-Werkstätten wird die Geschäftslage positiv bewertet und mit einem Plus von 5,3 Prozent die höchsten Stimmungswerte erreicht.

 

Das Handwerk in Westbrandenburg pflegt seine Mitarbeiter

 

Auch wenn die Lage bei Fachkräften und Auszubildenden, wie in der gesamten Bundesrepublik, angespannt bleibt, ist es 90 Prozent aller Befragten gelungen, ihre Mitarbeiter zu halten oder sogar noch aufzustocken. 17 Prozent von ihnen haben im letzten Quartal weitere Mitarbeiter eingestellt. Die meisten neuen Stellen wurden dabei im Kfz-Gewerk geschaffen.

 

Kunden brauchen weiter Geduld bei Auftragsabwicklung

 

Die Auftragsbücher bleiben prall gefüllt, die Umsätze stiegen erneut. Für die Kunden bedeutet dies, längere Wartezeiten für die Projektabwicklung einzukalkulieren. Der Auftragsvorlauf in den Betrieben liegt mit durchschnittlich 11 Wochen noch einmal zwei Wochen höher als im Herbst 2017 und eine Woche mehr als im Frühjahr 2018. Die Kapazitäten werden immer knapper, durchschnittlich sind die Betriebe zu 92 Prozent ausgelastet (Vorjahr 89 Prozent). 58 Prozent aller Befragten sprechen von Vollauslastung (plus 8 Prozent). Dabei stieg die Auslastung in allen Gewerken an.

 

Mehr Investitionen

 

Erstmals seit sieben Jahren hat sich die Investitionsneigung der Handwerksbetriebe deutlich verbessert. 22 Prozent der Betriebe haben in den vergangenen drei Monaten ihre Investitionen in neue Ausstattung der Unternehmen erhöht – 12 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2017 und fünf Prozent mehr als im Frühjahr 2018. Dazu gehören auch Maßnahmen in digitalisierte Geschäfts- und Produktionsprozesse. Aber auch die Investition in energiesparende Maßnahmen im Betrieb schlägt hier zu Buche.

 

Differenzierte Preisentwicklung

 

Die Einkaufspreise für Rohstoffe, Material, Energie und Entsorgung sind auch im Befragungsquartal wiederum deutlich gestiegen. Im Ergebnis berichten 39 Prozent der Befragten, ihre Preise erhöht zu haben. Während bei den Nahrungsmittelgewerken besonders die erhöhten Energiekosten und Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte negative Auswirkungen zeigen, sieht sich das Baugewerbe beispielsweise mit deutlich gestiegenen Kosten für Baustoffe und -produkte sowie steigenden Entsorgungskosten konfrontiert.

 

Aussichten und Erwartungen

 

Das westbrandenburgische Handwerk geht auch mit gutem Gefühl in den Jahresendspurt und erwartet eine weitere stabile wirtschaftliche Entwicklung. Gewerkeübergreifend erwarten immerhin 13 Prozent noch einmal eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftslage. Erneut dürfte das Bau- und Ausbaugewerk dabei Treiber der Konjunktur bleiben. Trotz der bevorstehenden Winterzeit geht der Großteil der Betriebe von einer gleichbleibenden oder sogar besseren Geschäftslage und Umsätzen aus. Etwas vorsichtiger zeigen sich die Nahrungsmittelgewerke: Während die Hälfte der Betriebe von einer Verschlechterung der Geschäftslage ausgeht, meint die andere Hälfte, das Niveau halten zu können. Dementsprechend vorsichtig geht man hier auch mit Aussagen zur Umsatzentwicklung um. Beim Personal stehen die Zeichen auf „Halten der Belegschaft“. 9 Prozent wollen ihre Mitarbeiterzahl noch einmal aufstocken. Bei der Preisentwicklung rechnet über alle Branchen hinweg keiner mehr damit, dass es eine Trendwende nach unten geben könnte. Weitere Preissteigerungen werden erwartet.

 

Die aktuellen Umfrageergebnisse basieren auf der Befragung von 4.000 Betrieben.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.