Guatemala: Reise- und Sicherheitshinweise

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität

Guatemala verzeichnet im Vergleich zu Deutschland und vielen anderen, auch lateinamerikanischen Ländern, eine hohe Kriminalitätsrate.

Neben der allgemeinen Straßenkriminalität ist Guatemala Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen unter Drogenkartellen, sowie zwischen Drogenkartellen und den staatlichen Sicherheitskräften,
aber auch von interfamiliären tödlichen Gewalttaten, bei denen immer wieder Unbeteiligte Opfer werden. Die Hemmschwelle beim Einsatz von Gewalt ist sehr niedrig. Betroffen sind vor allem verschiedene
Zonen der Hauptstadt und Satellitenstädte in der näheren Umgebung, in die Touristen und ortsansässige Europäer normalerweise nicht reisen. Gleichwohl ist auch in anderen Zonen und an anderen Orten
nicht auszuschließen, dass Reisende Ziel oder Opfer von Diebstählen, Raubüberfällen, Einbrüchen und sonstigen Delikten werden.

Eine gute Vorbereitung und ein angepasstes Verhalten tragen dazu bei, das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, zu verringern. Daher wird, über die allgemeine Vorsicht hinaus, dringend empfohlen
Reisen außerhalb der Städte nachts zu vermeiden und keinen Schmuck zu tragen.

Es wird empfohlen, Reisedokumente (Pässe, Flugtickets, Reisekrankenversicherung  u. ä.) an einem sicheren Platz (z.B. im Hotelsafe) aufzubewahren und Kopien der wichtigsten Unterlagen (Pass, etc.) zu
fertigen und diese mitzuführen, um sich ggfs. ausweisen zu können. Kopien der Reisedokumente und Kontaktdaten von Familie oder Freunden in Deutschland können zur Sicherheit an die Deutsche Botschaft
Guatemala (Fax: +502  23652270, E-Mail: info@guat.auswaertiges-amt.de) gesandt werden.

Gruppenreisende können und sollten vor Reiseantritt über die guatemaltekische Tourismusbehörde INGUAT (info@inguat.gob.gt, Tel. +502 2421 2810 oder 1500) ihre Reiseroute abklären und ggfs.
Sicherheitsbegleitung erbitten. Auch Alleinreisende können sich jederzeit an INGUAT wenden, die in allen größeren touristischen Orten Büros hat und deren Mitarbeiter in der Regel sehr hilfsbereit
sind.

Bei Reisen in das Landesinnere Guatemalas ist Vorsicht geboten (nächtliche Reisen außerhalb der Städte und abgelegene Strecken auf jeden Fall vermeiden, nicht alleine reisen). Das Risiko beraubt zu
werden besteht – wenn auch in geringerem Maße – ebenfalls in Touristenzentren wie Antigua, Flores, Tikal und am Atitlán-See. Die Vulkane Acatenango, Santa Maria und Agua sind immer wieder Schauplätze
krimineller Übergriffe auf Touristen. Es wird empfohlen, bei der Polizeistation in Antigua, Polizeibegleitung für die Besteigung dieser Vulkane anzufordern. Auch für sonstige
Wanderungen/Trekkingtouren wird dringend empfohlen, diese nicht allein, sondern in Gruppen in Begleitung von seriösen Agenturen und Reiseführern zu unternehmen.

Der rund um den Atiltlan See anzutreffende Drogenkonsum ist kein Kavaliersdelikt. Dieses Delikt wird von der Polizei konsequent verfolgt.

Landesweit kommt es zu Kredit-/EC-Kartenbetrug und Klonen von Kreditkarten, sowohl bei der Benutzung an Geldautomaten als auch beim Bezahlen. Es wird empfohlen, nur Geldautomaten zu benutzen, die
durch Kameras, Bankpersonal etc. überwacht werden. Wird die Karte vom Automaten einbehalten, kann es sich um einen Betrugsversuch handeln. Beim Bezahlen sollte die Kreditkarte nur vor den Augen des
Inhabers benutzt werden. Es wird zudem empfohlen, regelmäßig die Kontobewegungen zu überprüfen. Im Betrugsfall ist eine Anzeige bei der guatemaltekischen Polizei und der Staatsanwaltschaft
angebracht.

Da Waffen weit verbreitet sind, sollte bei einem Überfall kein Widerstand geleistet werden. Die geforderten Gegenstände (Handys, Wertsachen, Gepäck, Pkw etc.) sollten zügig und ruhig herausgegeben
werden. Ratsam ist es, stets einen kleineren Geldbetrag in einer getrennten Geldbörse und evtl. ein zweites Mobiltelefon mit sich zu führen.

Das guatemaltekische Justizsystem befindet sich in einem desolaten Zustand. Im Falle einer Strafverfolgung oder zivilrechtlicher Streitigkeiten ist ein  rechtsstaatliches Verfahren nicht immer zu
erwarten. Willkürliche Maßnahmen der Justiz unter Missachtung fundamentaler Verfahrensrechte durch Gerichte, Strafverfolgungsbehörden und Polizei sind möglich und können sich auch gegen Ausländer
richten.

Die Deutsche Botschaft empfiehlt, vor der Einreise bzw. unmittelbar danach Kopien der Reisedokumente (Pass, Flugschein, Reisekrankenversicherung) und Kontaktdaten von Familie oder Freunden in
Deutschland an die Deutsche Botschaft (Fax: +502  23652270, E-Mail: info@guat.auswaertiges-amt.de ) zu senden.

Guatemala-Stadt

Von der Benutzung der roten Stadtbusse wird dringend abgeraten. Die Benutzung der grünen Stadtbusse („Transmetro“) und der blauen Busse (“Transurbano“) gilt als relativ sicher. Auf öffentliche Busse
werden immer wieder Überfälle verübt. Dutzende von Busfahrern, aber auch Passagiere, haben in den vergangenen Jahren ihr Leben verloren. Überfälle auf Fußgänger und Autofahrer finden zu jeder
Tageszeit statt – auch im dichten Berufsverkehr – und werden in der Regel von mehreren bewaffneten Tätern gemeinsam begangen. Das Geschäfts- und Ausgehviertel „Zona Viva“, in dem sich die meisten
Hotels und Restaurants befinden, ist nicht völlig sicher.

Für Taxifahrten in der Stadt wird empfohlen, die gelben Taxis (Taxi amarillo) zu nutzen. Die Fahrten sollten immer vorbestellt werden (Tel.Nr. 1766).

Gewisse Zonen der Hauptstadt (besonders die Zonen 5, 6, 8, 18, 19), die allerdings von Touristen kaum besucht werden, sollten ganz, einsame Straßen und unbelebte Gegenden auch tagsüber, aber
besonders nachts, gemieden werden.

Reisen über Land

Von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch im eigenen PKW oder Mietwagen, wird nicht nur wegen der Kriminalität, sondern auch wegen erhöhter Unfallgefahr u. a. durch unbeleuchtete
Fahrzeuge oder Hindernisse auf der Straße, dringend abgeraten.
Die Ausschilderung ist schlecht. Daher wird empfohlen, bei Fahrten am Tag, ein gutes Navigationssystem (z.B. WAYZ)  zu benutzen, um so zu vermeiden, dass man wegen Unkenntnis auf Abwege kommt.

Öffentliche Überlandbusse sind öfter Ziel bewaffneter Banden. Viele dieser Busse sind in schlechtem technischem Zustand und sollten wegen beträchtlicher Unfallgefahr nicht benutzt werden. Zu den
wichtigsten Touristenzentren fahren von der Hauptstadt und von Antigua aus besser gewartete Reise- und Kleinbusse von Reisebüros, die als sicherer gelten. Reisende sollten in Überlandbussen und in
den Busbahnhöfen ständig auf das Gepäck achten und es möglichst nicht auf das Dach des Busses verladen lassen.

Naturkatastrophen

Guatemala liegt in der durch Wirbelstürme gefährdeten Zone (Wirbelsturmsaison ca. Juni bis November). Guatemala ist ein erdbebengefährdetes Land, in dem immer mit unvorhersehbar einsetzender
tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden muss. Durch Erdbeben und Vulkanausbrüche kann es immer wieder zu Straßensperren und Einschränkungen im Flugverkehr kommen. Anordnungen der
lokalen Behörden ist stets Folge zu leisten. Das guatemaltekische seismologische Institut ist unter folgendem link zu erreichen: http://www.insumeh.gob.gt .

Starke Regenfälle können neben Überschwemmungen zu Erdrutschen führen, die die Straßen mehrere Stunden unpassierbar machen. Besondere Gefahr besteht bei Wohngebieten in Tallagen, die von Bergen
umgeben sind, sog. Barrancos. Dort kann es wegen gravierendender Infrastrukturmängel aufgrund unkontrollierter Bebauung zu Erdrutschen kommen. Es wird empfohlen, sich im mehrsprachigen Portal von
CONRED (Katastrophen- u. Zivilschutzbehörde) http://www.conred.gob.gt über Verhaltensmaßnahmen und gefährdete Orte zu informieren.

Sonstige Hinweise

Innenpolitische Unruhen sind nicht auszuschließen. Im Rahmen von Demonstrationen kommt es gelegentlich – auch auf dem Land – zu Straßenblockaden.

Vor dem Fotografieren bzw. Filmen der indigenen Bevölkerung empfiehlt es sich deren Zustimmung einzuholen. Das Fotografieren von Kindern sollte generell unterbleiben. Hier kommt es immer wieder zu
Missverständnissen (Kinderraub etc.) mit der Gefahr, dass die einheimische Bevölkerung aggressiv reagiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:

www.auswaertiges-amt.de

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