Größte Gemeinschaftsunterkunft Brauhausberg wird Ende des Jahres geschlossen

Über die aktuelle Entwicklung der Zahl Geflüchteter in
Gemeinschaftsunterkünften der Landeshauptstadt Potsdam hat Mike
Schubert, Beigeordneter für Soziales, am Mittwoch im Hauptausschuss die
Stadtverordneten informiert. Laut aktueller Mitteilung des Landes
Brandenburg soll Potsdam in diesem Jahr 172 Menschen aus Kriegs- und
Krisenregionen aufnehmen. Damit sinkt die Zahl der aufzunehmenden
Geflüchteten auf den niedrigsten Stand seit 2012. Im Vorjahr wurden
362 Menschen aufgenommen, in den Jahren davor waren es 402 (2014), 1495
(2015) und 661 (2016).

„Es ist uns in den vergangenen Jahren auch dank der Hilfsbereitschaft
vieler Potsdamerinnen und Potsdamer gelungen, allen Geflüchteten eine
Unterkunft zu geben, ohne Massenquartiere wie große Hallen oder Zelte
dafür nutzen zu müssen“, sagte Mike Schubert. Nun hat der Beigeordnete
einen Plan vorgelegt, in welchen Gemeinschaftsunterkünften auch künftig
Geflüchtete kurz nach dem Ankommen in Potsdam wohnen und betreut werden,
bevor sie in eigene Wohnungen ziehen.

Potsdam hat aktuell 15 Gemeinschaftsunterkünfte in verschiedenen
Stadtteilen mit einer Kapazität von 1857 Plätzen. In den Unterkünften
leben aktuell 1291 Menschen. Ziel der Landeshauptstadt ist es, die
Aufenthaltsdauer in einer Gemeinschaftsunterkunft so kurz wie möglich zu
halten. Im vergangenen Jahr sind trotz Wohnungsknappheit in der
Landeshauptstadt 483 Personen aus den Gemeinschaftsunterkünften in
eigene Wohnungen gezogen. Daher sinkt die Auslastung in den
Unterkünften, aktuell beträgt sie 69,5 Prozent.

Um die Kapazitäten dem Bedarf anzupassen, soll Ende des Jahres die
Gemeinschaftsunterkunft Brauhausberg geschlossen werden. Die mit 470
Plätzen größte Unterkunft Potsdams wird seit Dezember 2015 im Auftrag
der Stadt betrieben, der Vertrag mit dem Eigentümer läuft Ende des
Jahres aus. Eine Option auf Verlängerung wird die Landeshauptstadt nicht
in Anspruch nehmen. „Die Einrichtung ist sehr groß und entspricht nicht
den Vorgaben unseres Integrationskonzeptes. Der Standort wurde 2015 als
vorübergehende Unterkunft angemietet und soll Ende des Jahres
geschlossen werden“, sagte Mike Schubert.

Die Mietverträge für die Unterkünfte in der Zeppelinstraße und im
Konsumhof sollen über das Jahr 2018 hinaus verlängert werden. Sollten
die Zahlen der Geflüchteten auch in den kommenden Monaten konstant
niedrig bleiben, würden spätestens 2020 weitere temporär errichtete
Unterkünfte wie an der Pirschheide oder in der David-Gilly-Straße im
Bornstedter Feld geschlossen. „Trotz der weiterhin instabilen Lage in
Syrien und anderen Krisengebieten werden wir die Kapazitäten dem
aktuellen Bedarf anpassen. Wir sind auch weiterhin in der Lage, flexibel
auf die Anforderungen zu reagieren“, sagte Mike Schubert. „Ich danke
allen, die in den vergangenen vier Jahren intensiv daran gearbeitet
haben, diese außergewöhnliche Situation zu stemmen und sich für eine
gutes Miteinander sowie eine gute Integration eingesetzt haben“, so
Schubert.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.