Gestaltungssatzungen für Babelsberg zum Schutz der besonderen Baumerkmale

Verwaltung schlägt der Stadtverordnetenversammlung öffentliche
Auslegung vor

Die Verwaltung schlägt der Stadtverordnetenversammlung am 7. November
vor, die Entwürfe der Gestaltungssatzungen „Babelsberg Nord“ und
„Babelsberg Süd“ öffentlich auszulegen. Viele der Gebäude im
Geltungsbereich der Gestaltungssatzungen wurden in den vergangenen
Jahren behutsam und überwiegend im Sinne der seit 1999 geltenden
gestalterischen Sanierungsziele saniert; diverse Maßnahmen mit
Fördermitteln aus der Städtebauförderung umgesetzt . Im
Geltungsbereich der zwei Satzungsentwürfe gibt es jedoch keine
Bebauungspläne, welche Festsetzungen zur baulichen Gestaltung enthalten.
Mit den Bebauungsplänen SAN B 07 „Babelsberg Nord“ und SAN B 08
„Babelsberg Süd“ sind jetzt Bebauungspläne in Bearbeitung. Die
Pläne regeln Art und Maß der baulichen Nutzung, also mit welchen
Baukörpern die Grundstücke bebaut werden können, jedoch nicht die
konkrete Gestaltung der einzelnen Gebäude.

Entsprechend § 87 Absatz 8 Satz 3 der Brandenburgischen Bauordnung
sollen betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Träger
öffentlicher Belange vor dem Erlass der Satzungen Gelegenheit zur
Stellungnahme erhalten. Mit dem angestrebten Beschluss der
Gestaltungssatzungen könnten auch nach Aufhebung der Sanierungssatzungen
„Babelsberg Nord“ und „Babelsberg Süd“ die gestalterischen
Sanierungsziele verstetigt und so das charakteristische Erscheinungsbild
der Quartiere erhalten werden.

Die Stellungnahmen, die innerhalb der Auslegungsfrist von einem Monat
eingehen, werden geprüft und bewertet. Die Stadtverordnetenversammlung
entscheidet dann über die ggf. nochmals geänderten Gestaltungssatzungen
„Babelsberg Nord“ und „Babelsberg Süd“, nachdem die Diskussion in
den Fachausschüssen geführt wurde.

Hintergrund
Fördergebiete sind entsprechend den Vorgaben des Baugesetzbuches zügig
abzuschließen, sobald die Ziele der Stadtsanierung erfüllt sind und
keine Fördermittel mehr eingesetzt werden. Bereits seit einiger Zeit
stehen für die Sanierungsgebiete keine Fördermittel aus der
Städtebauförderung zur Verfügung; die 1999 beschlossenen
Sanierungsziele sind nahezu erreicht. Derzeit werden in den zwei
Fördergebieten noch Restmaßnahmen durchgeführt, die durch
eingenommene Ausgleichsbeträge finanziert werden. Mit der Abrechnung
der Fördergebiete wären dann auch die zwei Sanierungssatzungen
aufzuheben.

Nach der anstehenden Aufhebung der zwei Sanierungssatzungen bestünde
dann die Gefahr, dass die besonderen Bau- und Gestaltungsmerkmale der
Quartiere zur effektiveren Ausnutzung von Wohn- und Nutzfläche verändert
werden könnten, so etwa durch Veränderung von Dachformen und
Dachausbauten, Änderungen der Tür- und Fensterformate oder Einbau von
Kunststoffelementen, Anbringen gestaltungsuntypischer Balkone oder
andere Anbauten, Versiegelung von Vorgärten oder ähnliches.

Zur Verstetigung der Sanierungsziele sehen die Satzungsentwürfe
Vorgaben zum äußeren Erscheinungsbild und zur baulichen Gestaltung in
den Quartieren vor. Diese Vorgaben wären bei allen Veränderungen,
Umbauten, Erweiterungen und Neubauten zu beachten. So gibt es Regelungen
zu Gliederung, Gestaltung, Materialien und Farben der Fassaden, aber
auch zu Fenster- und Türformen, Dächern, Dachfenster und Überdachungen
sowie zur Gestaltung der Außenanlagen und Einfriedungen.

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