Früher zur Früherkennung – Darmkrebsvorsorge rettet Leben

Europas größtes begehbares DARMMODELL macht Station in Strausberg

 Darmkrebs und die Möglichkeiten der Vorsorge sind für viele Menschen immer noch ein Tabuthema. Mit diesem Image wollen die Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e.V. (LAGO) mit ihrer Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“, die AOK Nordost und das Darmzentrum des Krankenhauses Märkisch-Oderland am Samstag, dem 19. Mai, in Strausberg aufräumen.

Dazu macht das größte DARMMODELL Europas Station im Handelscentrum Strausberg (Herrenseeallee 15). Von 10 bis 16 Uhr informieren Ärzte über den Aufbau des Hochleistungsorgans, Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs und über die unbegründeten Sorgen vor einer Darmspiegelung.

Die Aufklärungsaktion in Strausberg ist zugleich Auftakt einer gemeinsamen Informationstour der AOK Nordost und der LAGO durch mehrere Städte des Landes. Damit soll die Darmkrebsvorsorge bei den Brandenburgern noch bekannter gemacht werden. Dafür engagiert sich bereits seit vielen Jahren die von der LAGO getragene und der AOK geförderte Initiative „Brandenburg gegen Darmkrebs“ stark.

Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze unterstützt als Schirmfrau die Aufklärungstour: „Die Kampagne hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, möglichst viele Brandenburgerinnen und Brandenburger zu motivieren, zur Darmkrebsvorsorge zu gehen. Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, denn Krebs kann heute immer häufiger früh erkannt und gut behandelt werden. Das trifft auch auf den Darmkrebs zu. Über 90 Prozent aller Darmkrebsfälle können verhindert oder geheilt werden. Das setzt allerdings voraus, dass die Krankheit in einem frühen Stadium festgestellt wird und das gelingt nur, wenn Frauen und Männer zur kostenlosen Darmspiegelung (Koloskopie) gehen.“

AOK Nordost senkt Vorsorgealter auf 40 Jahren

Die Gesundheitskasse hat dabei ihr Angebot für Versicherte seit vergangenem Jahr über die gesetzlichen Vorgaben hinaus erweitert und das Alter für die Inanspruchnahme einer präventiven Darmspiegelung (Koloskopie) für Männer auf 40 Jahre und für Frauen auf 45 Jahre gesenkt. Bisher liegt das gesetzliche Vorsorgealter bei 55 Jahren. Studien belegen allerdings, dass Darmkrebs bereits ab einem deutlich jüngeren Alter auch in Bevölkerungsgruppen immer häufiger auftritt, die nicht familiär belastet sind.

„Wir wollen noch mehr für die Darmkrebsvorsorge sensibilisieren und für die guten Vorsorgemöglichkeiten bei diesem Krankheitsbild werben. Das erweiterte Beratungs- und Versorgungsangebot ist deshalb nicht nur für Menschen mit familiärer Vorbelastung sinnvoll. Es sollte von jedem Einzelnen möglichst früh in Anspruch genommen werden, denn Darmkrebsvorsorge kann Leben retten“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost.

 

„Dank der Darmkrebsvorsorge konnte die Zahl der Neuerkrankungen seit 2002 deutlich gesenkt werden. Aber immer noch nutzen zu wenig Bürger diese Chance. Deshalb sind öffentlichkeitswirksame Aktionen so wichtig“, so MUDr./ČS Peter Noack, Sprecher der Initiative Brandenburg gegen Darmkrebs und Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg.

Darmkrebs kann durch konsequente Vorsorge weit besser verhütet werden als andere Krebsarten. Wird er in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungsaussichten hoch. Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) sind Krebsvorstufen gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Insgesamt lassen sich etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen durch eine einmalige Darmspiegelung so früh erkennen, dass man sie heilen kann.

Um für die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen etwa zum Darmkrebs zu informieren, hat die AOK Nordost im vergangenen Jahr bereits ihre Aufklärungskampagne für Männergesundheit unter dem Motto „#hosenrunter“ gestartet. Für diesen Aufklärungsansatz und das verbesserte Darmkrebsvorsorge-Angebot hat die  Krankenkasse am 13. Mai 2018 den Felix-Burda-Award in der Kategorie „Engagement des Jahres“ verliehen bekommen.

Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig wirbt: „Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge.“

Prominenter AOK-Gesundheitsbotschafter für das Thema und auch Gesprächspartner am 19. Mai in Strausberg ist Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig: „Ich will dabei helfen, dass insbesondere die männlichen Gesundheitsmuffel die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrnehmen. Das tun zurzeit noch viel zu wenige. Man(n) fühlt sich stark und unverwundbar oder hat vielleicht auch Angst vor der Untersuchung. Das ist natürlich Quatsch, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Daher meine Botschaft: Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge.“

Darmkrebs-Aufklärungstour in Brandenburg

§  23. Juni: Cottbus (Carl-Thiem-Klinikum)

§  24. August: Dallgow-Döberitz (Havelpark Dallgow)

§  11. Oktober: Potsdam

Weitere Aktionstage werden derzeit auch für Brandenburg a. d. Havel und Frankfurt (Oder) geplant. Im Herbst ist die AOK Nordost mit der Aufklärungstour zudem auch in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs.


Weitere Informationen unter www.jetzt-hosenrunter.de

 

 

Hintergrund: Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen

 

Darmkrebs ist dritthäufigste Krebstodesursache

Darmkrebs ist bundesweit die Krebsart mit einer der höchsten Neuerkrankungszahlen und die dritthäufigste Krebstodesursache: Jährlich erkranken in Deutschland durchschnittlich 63.000 Menschen an Darmkrebs, 26.000 sterben daran (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts). Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, noch gering. Es nimmt aber mit steigendem Alter zu. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten beträgt 76 Jahre. In Brandenburg erkrankten rund 1.850 Männer und Frauen neu an Darmkrebs (Zahlen von 2014), Todesfälle gab es rund 880 (Zahlen von 2015, Quelle. Gemeinsames Krebsregister, www.gekid.de).

Nur jeder Zehnte geht zur Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Trotz des Vorsorgeangebotes der gesetzlichen Krankenkassen lässt die Beteiligung der Anspruchsberechtigten auch nach der allgemeinen gesetzlichen Regelung ab dem 55. Lebensjahr zu wünschen übrig. Bei der AOK Nordost geht nur jeder Zehnte anspruchsberechtigte Versicherte zur präventiven Darmspiegelung – Männer mit 12,8 Prozent geringfügig häufiger als Frauen.

Männer sind Vorsorge-Muffel

Generell gilt jedoch, dass Frauen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen häufiger wahrnehmen als Männer.

Im Jahr 2015 wurde der Gesundheits-Check-up, der schon ab einem Alter von 35 Jahren regelmäßig möglich ist, von den Versicherten der AOK Nordost am häufigsten in Anspruch genommen. Danach ließ sich die Hälfte der Erwachsenen beim Hausarzt durchchecken (davon 53 Prozent Frauen, 47 Prozent Männer).

Beim Hautkrebs-Screening verändern sich die Zahlen bereits. Diese Vorsorgeuntersuchung nahm im Jahr 2015 nur jeder Vierte der anspruchsberechtigten AOK-versicherten Frauen und Männer in Anspruch (davon 24 Prozent Frauen, 22 Prozent Männer).

Die Früherkennung auf Prostata- und Hodenkrebs, die ab einem Alter von 45 Jahren jährlich durchgeführt werden kann, nimmt nur knapp jeder vierte Mann in Anspruch.

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.