Frischer Wind für den Turm: Wissenschaftlicher Beirat hat sich konstituiert

Am 12. Oktober 2018 trat der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung Garnisonkirche Potsdam zu seiner konstituierenden Sitzung in der Nagelkreuzkapelle zusammen.

 

Foto v. l. n. r.
Dr. Jerzy Margański, polnischer Botschafter a.D.; Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten; Prof. Dr. Christiane Kuller, Uni Erfurt (stell. Vors.); Prof. Dr. Rainer Eckert, Berlin; Prof. Dr. Susan Neiman, Direktorin des Einstein Forums; Prof. Dr. Paul Nolte, FU Berlin (Vors.); Prof. Dr. Christine Gundermann, Uni Köln; Prof. Dr. Eckart Conze, Uni Marburg; Prof. Dr. Christian Polke, Uni Göttingen; es fehlt auf dem Bild: PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner, FEST Heidelberg, Foto: Anke Silomon

Der Beirat bestätigte den bisherigen kommissarischen Vorsitzenden, den Berliner Historiker Prof. Dr. Paul Nolte, in seinem Amt und wählte Prof. Dr. Christiane Kuller, Universität Erfurt, zur stellvertretenden Vorsitzenden. Am ersten Teil der Sitzung nahmen neben dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Prof. Dr. Wolfgang Huber, auch der gesamte Vorstand der Stiftung Garnisonkirche sowie die Pfarrerin der Nagelkreuzgemeinde, Cornelia Radeke-Engst, teil. Huber betonte die Unabhängigkeit des Beirats als eines neuen „Gegenübers“ der Stiftungsgremien. Kommunikationsvorstand Wieland Eschenburg brachte die Dankbarkeit der Stiftung zum Ausdruck, mit dem Wissenschaftlichen Beirat ein kompetent besetztes Gremium an ihrer Seite zu wissen, das die inhaltliche Ausfüllung des Projekts mit kritischem Blick verfolgt und mit Sachverstand unterstützt.

 

Der ehemalige polnische Botschafter in Deutschland, Dr. Jerzy Margański, drückte seine Freude darüber aus, im Wissenschaftlichen Beirat mitwirken zu können. Denn „Versöhnung und Verständigung zwischen den Völkern ist kein Zustand, sondern eine Aufgabe, die von der Politik und der Zivilgesellschaft erfüllt werden muss. Gerade in unserem Teil Europas, wo Krieg und Zerstörung Spuren hinterlassen haben, die bis heute nicht ganz verschwunden seien, müsse eine „aufrichtige, kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte“ stattfinden. Die Botschaft des Wiederaufbaus sei nicht nur, an die Geschichte zu erinnern, sondern, so Margański, „Frieden und Verständigung zu fördern“.

 

Angesichts des Baufortschritts steht die Stiftung verstärkt vor der Aufgabe, die Konzepte für die Bildungs- und die Ausstellungsarbeit sowie das Veranstaltungsprofil auf die räumlichen Möglichkeiten im rekonstruierten Garnisonkirchturm mit seinen 1200 m² Nutzfläche zu erweitern. Die Mitglieder des Beirats informierten sich über den Stand der Planungen und besprachen die zukünftige Bedeutung der Garnisonkirche zwischen Erinnerungszeichen und Lernort für Demokratie und Versöhnung. Konkret verabredete man eine Prüfung des Online-Auftritts und eine Tagung über Kirchen als Erinnerungsorte im nächsten Jahr. „Das war ein sehr gelungener Start in unsere Arbeit“, bilanzierte Paul Nolte am Ende der langen Sitzung. „Wir haben engagiert, aber auch kontrovers diskutiert. Wenn der Turm wächst, soll ihn ein frischer Wind umwehen.“

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