„Fakt ist! Aus Erfurt“ beleuchtet deutsch-russische Beziehung

„Gehasst, geliebt, gebraucht – Politiker, Russlandkenner und Journalisten diskutieren Nutzen und Risiken einer Freundschaft zwischen Deutschland und Russland – bei „Fakt ist!“ am Montag, 18. April um 22.05 Uhr im MDR FERNSEHEN

 

„Die Russen fühlen sich von den Deutschen permanent missverstanden.“, so lautet eine Kurzdiagnose von Dr. Martin Kummer, dem Vorsitzenden der deutsch-russischen Freundschaftsgesellschaft Thüringen. Der ehemalige Suhler Oberbürgermeister kritisiert die deutschen Politiker, die zu wenig auf die Russen zugingen.

 

Ganz anders lautet der Vorwurf des Journalisten Boris Reitschuster: Westliche Politiker handelten teilweise naiv. Sie merkten gar nicht, wie Putin mittels alter KGB-Methoden seinen Propagandakrieg im Ausland führe. Auch für den Russlandkenner Sergej Lochthofen liegt es auf der Hand, dass es im Interesse Russlands ist, wenn in Europa und Deutschland ein gewisses Chaos herrscht. Er hält es daher für wahrscheinlich, dass Russland unter anderem die AfD unterstützt.

 

Manfred Liebl hingegen, der Beauftragte der Wirtschaftsförderung Sachsen für Russland und die GUS-Staaten, sieht in den Russen zuverlässige Partner – auch in der Wirtschaft. Er kennt Putin seit 1994 persönlich. Momentan sieht er großen Rückhalt für den Präsidenten in der russischen Bevölkerung. Er meint, dass gerade wegen der herrschenden Sanktionen eine Art Verbrüderung zwischen dem Volk und den politischen Eliten in Russland stattfindet.

Laut Dr. Martin Kummer stellt die Verlängerung der Sanktionen für Russland eine arrogante Provokation dar.  Vor diesem Hintergrund reist Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow mit einer Wirtschafts- und Kulturdelegation gegenwärtig nach Russland.

 

Wie sehr ist Deutschland auf gute Beziehungen zu Russland angewiesen? Droht gar ein neuer „Kalter Krieg“? Welche Rolle können gerade ostdeutsche Delegationen in „Eiszeiten“ spielen? Können gute Handelsbeziehungen dem stagnierenden politischen Dialogen neuen Schwung verleihen? Wie schwer wiegen langjährige persönliche Bindungen zwischen Russen und (Ost)Deutschen?

 

Es diskutieren: Sergej Lochthofen, Buchautor und Russlandkenner; Dr. Martin Kummer, Vorsitzender der deutsch-russischen Freundschaftsgesellschaft Thüringen; Dr. Manfred Liebl, Beauftragter der Wirtschaftsförderung Sachsen für Russland und Boris Reitschuster, ehem. Chef Focus-Büro Moskau.

 

Moderation: Dr. Andreas Menzel und Lars Sänger.

Die Zuschauer können während der Sendung ihre Meinungen zum Thema im Live-Chat unter mdr.de/fakt-ist mitteilen.

 

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