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Erst frei, dann pleite: “ZDF.reportage” über Selbstständige in Not

Selbst und ständig – Petra K. näht gegen die Konkurrenz aus Fernost an. Ihr Monatsverdienst reicht nicht zum Leben.
Copyright: ZDF/Matthias Ruuck

Schneiderin, Lottoladen-Besitzerin, Kleinbauer: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um etwas zurücklegen zu können. Oder sie arbeiten unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Am Sonntag, 18. November 2018, 18.00 Uhr, berichtet die “ZDF.reportage: Erst frei, dann pleite” über “Selbstständige in Not”.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zahlt nur etwa die Hälfte aller Kleinunternehmer in die Rentenversicherung ein. Da die Beiträge für sie freiwillig sind, sparen sie  diese Kosten oft in der Hoffnung, später genug Gewinn für die Altersversorgung zu machen. Doch das klappt nicht immer. Der Alleingang in die Selbstständigkeit wurde lange Zeit von der Politik beworben und staatlich gefördert: Über 100.000 “Ich-AGs” entstanden in den Nullerjahren – viele von ihnen wirtschaften am Existenzminimum.

“Ich trinke nur Leitungswasser. Kleidung – nichts über zehn Euro. Das Auto rostet vor sich hin.” Petra K. hat sich vor Jahren mit einer Nähstube selbstständig gemacht. Ihre Auftragsbücher sind voll, trotzdem reicht es am Monatsende oft nicht. Manchmal gehen mehr als Dreiviertel ihrer Einnahmen allein an die Krankenversicherung. “Dass mir einmal so wenig bleiben würde, das habe ich nie für möglich gehalten”, bilanziert Wera H. ihr Berufsleben als selbstständige Lottoladen-Inhaberin. Sie lebt mit 700 Euro Rente etwa 300 Euro unter der Armutsgrenze. Ihr Antrag auf Grundsicherung wurde abgelehnt, weil sie ein Haus bewohnt, für das die Raten noch nicht abbezahlt sind.

Besonders drastisch sind die Notlagen von Selbstständigen bei denen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr stemmen können. Eine halbe Million Menschen sind bei ihrer Krankenkasse verschuldet und bekommen, bis auf lebensrettende Maßnahmen, keine Leistungen mehr. “Besonders erschüttert hat mich, dass 80 Prozent dieser Fälle aus der deutschen Mittelschicht kommen”, sagt Dr. Uwe Denker, ein Arzt, der als Pensionär Menschen kostenlos behandelt.

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