Erneut Weltkriegsbombe auf ehemaligem Tramdepot gefunden – Entschärfung am Donnerstag, 13. September

Entschärfung am Donnerstag, 13. September – Sperrkreis ab 8 Uhr
geschlossen

Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Herkunft aus dem
Zweiten Weltkrieg ist am Montag auf dem Gelände des ehemaligen
Tramdepots in der Heinrich-Mann-Allee gefunden worden. Die Entschärfung
des Blindgängers ist am Donnerstag, 13. September, durch Sprengmeister
Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg
geplant. Um den Fundort wird ein Sperrkreis von rund 800 Metern
eingerichtet. Etwa 3000 Menschen, die innerhalb des Sperrkreises leben,
müssen diesen bis 8 Uhr verlassen haben. Insgesamt ist die gefundene
Fliegerbombe der Weltkriegssprengkörper 191 seit 1990 in der
Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 100
Kilogramm erfasst.

Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem das Viertel Am Brunnen, die
Kolonie Daheim, die Staatskanzlei Brandenburg sowie mehrere Ministerien,
Landesämter, die Bundespolizei, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des
betreuten Wohnens, das Humboldt-Gymnasium, der Kletterpark und die
beiden Kindertagesstätten „Nuthewinkel“ und „Potsdam-Kids“. Der
Sperrkreis befindet sich innerhalb des Bereiches Friedrich-List-Straße,
Nuthestraße, Horstweg, Waldstraße, Albert-Einstein-Straße und
Hauptbahnhof. Sowohl der Hauptbahnhof als auch die Nuthestraße, Horstweg
und Friedrich-List-Straße bleiben für den Fahrzeugverkehr geöffnet.
Unter dem Link Unter https://egov.potsdam.de/gis-kmb kann eine
adressgenaue Karte zum Sperrkreis eingesehen werden.

Die Landeshauptstadt bittet alle Potsdamerinnen und Potsdamer um
Verständnis, wenn es aufgrund des Großeinsatzes zu Beeinträchtigungen
kommt. Alle Bewohnerinnen und Bewohner werden dazu aufgerufen, den
Sperrkreis bis 8 Uhr selbstständig zu verlassen. Während der Sperrung
steht das Bürgerhaus Am Schlaatz, Schilfhof 28, als Aufenthaltsort für
Betroffene zur Verfügung.

Von den Sperrungen betroffen sind die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96
und 98 ab Potsdam Hauptbahnhof in Richtung Süden sowie die Buslinien
690, X1, 601, 611, 619 und 750. Ab 8 Uhr fahren diese Linien vom
Hauptbahnhof ohne Halt durch bis zum nächsten Haltepunkt außerhalb des
Sperrkreises. Die Bahnen fahren also ab 8 Uhr ohne Stopp zwischen
Hauptbahnhof und Waldstraße/Horstweg. Sobald der Sperrkreis abgesichert
ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr
auf den Linien komplett unterbrochen. Die Vollsperrungen gelten bis zur
offiziellen Entwarnung.

Einschränkungen gibt es auch im Regionalverkehr und bei der S-Bahn.
Sowohl der Hauptbahnhof als auch der Bahnhof Babelsberg liegen außerhalb
des Sperrkreises und sind frei zugänglich. Ein Teil der Gleisanlagen
befindet sich jedoch im Sperrkreis, sodass während der Entschärfung
zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Hauptbahnhof keine S-Bahnen und keine
Regionalbahnen fahren. Die S-Bahnen starten und enden während der
Entschärfung am
S-Bahnhof Babelsberg, der Regionalverkehr wird über Potsdam-Golm und
Berlin-Spandau umgeleitet.

Etwa 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt
Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei
und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und
abzusichern. Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis
erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt unter
der Nummer (0331) 289 1677 oder unter der (0331) 289 1642. Personen, die
nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte
frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen
Transport für Donnerstag zu bestellen.

Leider ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen und
Verzögerungen durch Passanten gekommen. Daher hat sich die
Landeshauptstadt entschieden, jede Störung bei der Evakuierung und
Entschärfung zur Anzeige zu bringen beziehungsweise selbst
Bußgeldverfahren einzuleiten. Die Störer gefährden dabei nicht nur
sich selbst, sondern auch den Sprengmeister bei seiner Arbeit. Die
Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet
werden.

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