DVD “HUNGER IN WALDENBURG” in der Edition des Filmmuseums Potsdam bei absolut Medien

Die neue DVD „HUNGER IN WALDENBURG“ in der Edition des Filmmuseums Potsdam bei absolut Medien GmbH

 

enthält folgende Filme:

Um’s tägliche Brot. Hunger in Waldenburg (Regie: Phil Jutzi, 1929)

Morgenröte. Das Drama des Stollen 306 (Regie: Wolfgang Neff, 1929)

Kohle als Honorar (Regie: Uwe Mann, 2016)

Bonusfilme:

Um’s tägliche Brot. Hunger in Waldenburg (Tonversion des DDR-Fernsehens, 1975)

post scriptum Vetschau 1975 (Regie: Ullrich Kasten, 1975)

Für die Stummfilme entstanden exklusiv neue Musikeinspielungen. Komposition und Interpretation: Cordula Heth und Susanne Schaak

Die Filme liegen mit englischen und polnischen Untertiteln vor, die Texte im Booklet (im PDF-Rom-Teil) sind in Deutsch und Polnisch, ergänzend erhellen Zensur- und Produktionsunterlagen den Umgang mit HUNGER IN WALDENBURG in der Weimarer Republik und in der DDR:

Das gewaltige Schloss Fürstenstein steht für die Kapitalisten – Mietskasernen, ausgemergelte Grubenarbeiter, ihre Frauen und Kinder für die Unterdrückten. Ihnen gilt die Sympathie der Filmemacher von UM’S TÄGLICHE BROT. HUNGER IN WALDENBURG (1929): keine Sentimentalität, kein falsches Mitleid. Die Waldenburger bekamen ihren Film nie zu sehen. 1933 wurde der Streifen von den Nationalsozialisten verboten und verschwand für lange Zeit. Erst 1974 strahlte das DDR-Fernsehen eine fragmentarische Kopie aus (ebenfalls auf dieser Edition), die 1996 mit weiteren, im Moskauer Filmarchiv aufgefundenen Materialien ergänzt werden konnte, die hier zum ersten Mal auf DVD vorliegt. Eine der Laiendarstellerinnen aus Phil Jutzis Film gibt Auskunft über die Dreharbeiten und ihr Leben in der DDR in dem berührenden Porträtfilm post scriptum VETSCHAU 1975.

MORGENRÖTE war die bürgerliche Antwort auf HUNGER IN WALDENBURG, entstanden im selben Jahr, an den gleichen Schauplätzen. Soziale Fragen kreuzen sich mit Eheproblemen der „besseren“ Gesellschaft und gehen am Ende eine unheilige Allianz ein, wenn die Drehbuchautoren ihre Sympathien einem Streikbrecher schenken. Der Film ist ein vergessenes Beispiel für Konjunkturkitsch, heutzutage aber wichtig als Dokument seiner Entstehungszeit, deren Marktmechanismen und geistigen Strömungen.

Das Kohlerevier Waldenburg, ab 1945 Wałbrzych in Polen, gibt es nicht mehr. Seit circa 20 Jahren sind die Gruben geschlossen. Und genau so lange gibt es immer wieder Beiträge in den Medien über die so genannten „Kohlespechte“, meist ehemalige Kumpel, die aus selbstgegrabenen Schächten illegal Kohle fördern, unter Lebensgefahr, aus reiner Not. Uwe Manns dokumentarisches Filmessay KOHLE ALS HONORAR schlägt einen Bogen in die Gegenwart. Es ist ein trauriger Epilog zum Thema „Hunger in Waldenburg“.

Die Filmbeispiele auf dieser DVD-Edition zeigen die Not in Schlesien, speziell in Waldenburg. Aber es geht auch um Heimat und deren Verlust. Wie der junge deutsche Weber aus UM’S TÄGLICHE BROTwerden heute viele Menschen zu Arbeitsnomaden. Wir sind inmitten einer neuen Völkerwanderung –in mehrfacher Hinsicht.

Es geht auch um die staatlich verordnete Leugnung von Heimat, wie es in der DDR geschah, was sogar die Fernsehausstrahlung eines Stummfilms und des begleitenden Dokumentarfeatures zum Problem machte.

Es geht vor allem darum, dass es nicht geografische Grenzen sind, die Heimat in die Nähe oder Ferne rücken, sondern wirtschaftliche und politische Interessen, die Menschen vor sich hertreiben.

ISBN 978-3-8488-3013-8

Bestellnummer bei absolut medien 3013

Preis 14,90 €

Ab sofort lieferbar

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