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Die Menschheit lebt auf Pump

Die Weltbevölkerung lebt auf großem Fuß. Innerhalb von acht Monaten hat sie ihr gesamtes Budget an erneuerbaren Ressourcen für ein ganzes Jahr aufgebraucht. “Wir dürfen nicht länger auf Kosten der Armen und auf Kosten nachfolgender Generationen leben,” sagt Bundesumweltministerin Hendricks.

Erde vom Weltall gesehen Kontinent AfrikaAchtung: Ausschnitt Themenbanner hat Text!

Der Erdüberlastungstag ist in diesem Jahr am 8. August.Foto: ESA

Ab 8. August hat die Weltbevölkerung bereits mehr Ressourcen für Nahrung, Wasser oder Energie verbraucht, als die Erde im gesamten Jahr regenerieren kann. Für den Rest des Jahres lebe die Menschheit von den Reserven des Planeten, teilte der Umweltschutzverband WWF mit.

In diesem Jahr ist der 8. August der Erdüberlastungstag. In einer jährlichen Kampagne der Organisation Global Footprint Network ist der Erdüberlastungstag ein bestimmter Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage an natürlichen Ressourcen die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt.

Nachhaltig Handeln

Damit ist das Konto der Erdbevölkerung noch ein bisschen früher ins Minus gerutscht als 2015. “Wir müssen endlich einen Weg finden, in den natürlichen Grenzen unseres Planeten zu leben und zu wirtschaften”, sagt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Bei ihrem jetzigen Lebensstandard verbraucht die Bevölkerung der Welt 1,6 Erden pro Jahr. Bei einem Konsum wie in den USA wären es 4,8 Erden.

“Nachhaltigkeit ist ein allgemeiner Anspruch an unser Handeln geworden”, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang Juni in Berlin. Mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung gelte dies umso mehr, denn alle hätten Anspruch auf ein gutes Leben.

“Das Nachhaltigkeitsprinzip stellt uns die Frage, sind unsere Entscheidungen enkeltauglich oder zumindest kindertauglich?” Schon dies verlange, bis zum Ende des Jahrhunderts zu blicken.

Der globale ökologische Fußabdruck weist aus, wie groß die Erde sein müsste, um alle momentanen Bedürfnisse der Menschheit dauerhaft zu befriedigen und daraus entstehende Abfallprodukte sowie CO2 biologisch zu verarbeiten. Großen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck haben Wasserverbrauch, Lebensmittelproduktion, Wohnen und Brennstoffe. Die zehn Länder  mit dem größten ökologischen Fußabdruck pro Kopf sind Katar, Kuweit, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dänemark, die Vereinigten Staaten von Amerika, Belgien, Australien, Kanada , die Niederlande und Irland. Deutschland liegt auf Platz 30.

Kohlendioxid-Ausstoß senken

Deutschland hat sein ökologisches Länderkonto in diesem Jahr bereits am 28. April überzogen. Dafür sorge die industrielle Landwirtschaft mit ihrem hohen Flächenbedarf vor allem für die Fleischproduktion. Auch der hohe  Kohlendioxid-Ausstoß bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas für Energie und Verkehr hat zu einem Minus auf dem Ökokonto beigetragen.

“Mit der Energiewende zeigen wir, dass eine Entwicklung möglich ist, die die Belastungsgrenzen unserer Erde akzeptiert”, sagt Hendricks. “Jetzt kommt es darauf an, auch in der Verkehrspolitik und der Landwirtschaft die Wende zu organisieren.”

1971 war der Erdüberlastungstag erst am 24. Dezember erreicht. Im Jahr 2000 war es noch der 1. Oktober, vergangenes Jahr der 13. August. In diesem Jahr ist es der 8. August, 2016 der 8. August.

CO2-neutral wirtschaften

Würden alle Länder weltweit so wirtschaften wie die Deutschen, wären dafür 3,1 Erden notwendig. “Wir dürfen nicht länger auf Kosten der Armen und auf  Kosten nachfolgender Generationen leben”, so Hendricks.

Das Klimaschutzabkommen von Paris und die global vereinbarten Ziele zur Nachhaltigkeit zeigten, dass die Welt begonnen habe, dies zu verstehen. “Die Klimavereinbarung von Paris verpflichtet uns, unsere Wirtschaft bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral zu gestalten”, sagt Hendricks in einem Interview mit der Rheinischen Post.

Das könne nur gelingen, “wenn wir einen Pfad betreten, der uns aus der Kohlverstromung hinausführt –zügig, aber nicht überstürzt, und wenn wir alle einbeziehen: Unternehmen, Beschäftigte und Länder.”

Wenn nur die Deutschen sich in Bescheidenheit üben, reicht das jedoch nicht. “Der Klimawandel kennt keine Nationalstaatsgrenzen”, so der WWF. “Vor den Folgen von Artensterben oder Meeresverschmutzung kann sich kein Land der Welt abschotten.”

Lebt die Menschheit weiter wie bisher, braucht sie 2030 zwei Planeten, um ihren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Das geht aus dem “Living Planet Report 2014” hervor – einer Studie zum Gesundheitszustand der Welt. Gleich drei Erden benötigten die Menschen im Jahr 2050, wenn sich die Konsumgewohnheiten der Menschen nicht änderten.

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City Report - pnr24

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