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Denkmal des Monats: Speicher Petkus

Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 denkmalgeschützte Bauten bzw. Bauensembles, bestehend aus 3500 Einzeldenkmalen, sowie mehr als 1400 bekannte Bodendenkmale. Einige von ihnen werden im jährlich erscheinenden Denkmalschutzkalender vorgestellt.

Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen. Das Kalenderblatt September widmet sich dem Speicher in Petkus.

Petkus war seit Ende des 19. Jahrhunderts durch den Roggen- und Haferzüchter Ferdinand von Lochow weit über die Grenzen Deutschlands in der Landwirtschaft bekannt. Durch seine Verdienste in der intensiven Pflanzenzucht konnten die sehr geringen Erträge im Fläming maßgeblich gesteigert werden. Diese Tradition setzte sich auch nach dem zweiten Weltkrieg im damals gegründeten Getreidesaatzuchtbetrieb VEG Saatzucht Petkus fort.

Zu Beginn der 1960er-Jahre wurde der hohe, dreigeschossige Speicher im Wesentlichen in monolithischer Stahlbetonbauweise errichtet, wobei die Wände der Silozellen aus Fertigteilen bestehen. Das Gebäude ist mit einem steilen Satteldach ausgestattet und wurde in unmittelbarer Nähe der alten Lochow’schen Saatzucht, am östlichen Rand des Parkgeländes, errichtet.

Architektonische Klarheit

Geprägt sind die Giebel- und Traufseiten des Gebäudes durch eine strenge optische Aufteilung in sechs bzw. neun Felder durch kräftige Pfeiler in Stahlbetonbauweise. Die Fenster sind als Bänder einfach- bzw. doppelreihig angeordnet. Die farbliche Gestaltung reicht von putzfarbenen konstruktiv bedeutenden Teilen bis rot-ocker eingefärbten Bereichen an den Giebelfassaden und tieferliegenden Flächen.

Die Fassade wurde vollständig glatt verputzt. Als Dachziegel wurden Doppelfalzziegel in traditionellem Ziegelrot verwendet. An der Hauptansichtsseite (Rampe) durchbricht die Fassade in den mittleren fünf Feldern flächig die Trauflinie, wodurch eine Viergeschossigkeit erzeugt wird.

Technik auf der Höhe der Zeit

Der Speicher diente über sechs Etagen einst der Trocknung, Reinigung und Lagerung von täglich bis zu 30 Tonnen angelieferten losen Getreides. Auf Durchlaufwaagen wurde das Gewicht festgestellt. In der Trockensiloanlage wurde dem Getreide mittels Wärmepumpenprinzips innerhalb von zwei bis drei Tagen allmählich bis zu acht bis zehn Prozent Feuchtigkeit entzogen; ein Vorgang, der natürlicherweise länger dauert. Danach wurde das Getreide mechanisch gereinigt und als Saatgetreide in den zwölf Fertiggetreidesilos bzw. sackweise bis zur weiteren Verwendung aufbewahrt.

Nach abschließender manueller Feststellung der Güte der Ware wurde das Getreide gebeizt und anschließend als Sackware bereitgestellt. Mit der Errichtung des Speichers wurde ebenso eine Möglichkeit der Trocknung von Maiskolben geschaffen. Großer Wert wurde bei der Errichtung der Anlage auf eine gute Entstaubung, insbesondere an den Waagen, den Vorreinigungsmaschinen und den Elevatorköpfen gelegt.

Die Bedienung des gesamten Speichers war durch einen einzelnen Speichermeister von der zentralen Schalt- und Kontrollwarte aus möglich und beschränkte sich im Wesentlichen auf Bedienungs- und Überwachungsarbeiten.

Der 750-Tonnen-Einmannspeicher galt zu seiner Zeit als einer der modernsten im mitteldeutschen Raum und ist bis heute technisch vollständig ausgestattet.

Der Saatgutspeicher besitzt damit sowohl einen orts-, als auch bau- und technikgeschichtlichen Denkmalwert.

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City Report - pnr24

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