Cottbus will Waffenverbotszone einrichten

Die Stadt Cottbus/Chóśebuz strebt die Einrichtung einer so genannten
Waffenverbotszone in Teilen der Stadt an. „Wir sind dazu in Abstimmungen
mit dem Innenministerium und der Polizei“, sagte Oberbürgermeister Holger
Kelch am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Rathaus. „Wir wollen eine
oder mehrere solcher Zonen schnellstmöglich einführen.“ Geprüft wird, wie
viele dieser Zonen es geben kann.

Oberbürgermeister Holger Kelch und der Dezernent für Ordnung und Sicherheit Thomas Bergner bei der heutigen Pressekonferenz im Rathaus ( © Stadtverwaltung Cottbus/Madeleine Henning-Waniek)

In Waffenverbotszonen ist das Mitführen von Waffen untersagt. Dazu können
auch waffenähnliche Gegenstände zählen. Das Verbot gilt auch für
Privatpersonen, die mit polizeilicher Genehmigung eine Waffe führen dürften.
Die Einrichtung einer solchen Zone erlaubt Polizei und Behörden gezielte
Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung
und der Polizei wollen sich in Kürze in Hamburg über nähere
Voraussetzungen und rechtliche Rahmenbedingungen an einem Beispiel aus
der Praxis informieren. Die Waffenverbotszone könnte auch das bestehende
Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt ergänzen. Geprüft werden jedoch
nicht nur Standorte in der Innenstadt.
OB Holger Kelch reagiert damit auch auf die jüngsten Vorfälle zwischen
Flüchtlingen verschiedener Nationalitäten in der Stadt. Von diesen Vorfällen
ausgehend haben Stadtverwaltung, Polizei und Veranstalter das
Sicherheitskonzept für das Stadtfest, das am Freitag beginnt und bis Sonntag
dauert, unter die Lupe genommen. Die durch den Veranstalter in mehreren
Sprachen initiierte Hausordnung enthält für das Festgelände bereits ein
Waffenverbot.
Polizei und Ordnungsamt sowie der vom Veranstalter gebundene
Wachschutz werden nochmals personell verstärkt. Die Stadt Cottbus hatte
bereits vor zwei Jahren für derartige Großereignisse von den Veranstaltern
deutlich ausgeweitete Konzepte gefordert.

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