Workshop “Artificial Fiction: technology.film.future“ | 28.11.2018 in Potsdam

KI-Anwendungen werden bereits erfolgreich eingesetzt, so z.B. in der Objekterkennung, Übersetzung oder auch der Erfassung und Beschreibung von Filminhalten. Künstliche Intelligenzen erlernen komplexe Aufgaben der Bildbearbeitung – generative Grafikalgorithmen können so auf Knopfdruck einen ganzen virtuellen Wald erzeugen. Der Einsatz von KI birgt das Potential, verschiedenste Aufgaben erheblich zu beschleunigen. Doch was wäre, wenn die KI auch zum Mitgestalter des Films wird und der Film selbst sich seines Publikums bewusst wird?

 

Der Workshop stellt mit „Perceptive Media” ein Konzept vor, wie adaptive und generative KI-Technologien in filmische Werke eingebunden werden können. Wie Geschichtenerzähler*innen einst am Lagerfeuer die Atmosphäre und die Reaktionen ihres Publikums in die Geschichte einfließen ließen, nimmt „Perceptive Media“ sein Publikum wahr und reagiert mit dynamischer Adaption und Generation von Inhalten. Es ermöglicht die personalisierte Auswahl und Anpassung von Inhalt und Form von B­ewegtbildmedien an den Kontext (z.B. Ort, Zeit, Wetter, Ereignisse, Umgebungsgeräusche, Lichtverhältnisse) sowie an den oder die Zuschauer*in. Generative Technologien gehen sogar noch weiter: Inhalte werden nicht nur angepasst, sondern autark von einer KI aufgrund weniger Vorgaben neu kreiert.

 

Von konkreten Anwendungsbeispielen für generative VisualisierungenInterfaces und Sounds, tastet sich der Workshop vor bis hin zur Beschreibung des Wesens von KI als kreativer künstlicher Persönlichkeit. Haben wir es mit einem künstlerisch denkenden oder doch mit einem künstlich berechnenden Gegenüber zu tun?

 

Ø  Ian Forester (BBC UK) erklärt, wie „Perceptive Media“ mit adaptiven und generativen Ansätzen die Rolle des Storytellers als Mittler zwischen der Geschichte und dem Publikum wiederaufleben lässt.

Ø  Christian Mio Loclair (Waltz Binaire) ist Experte für generative Visualisierungen und interaktive Installationen in Verbindung mit KI-Technologien. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie KI kreativ werden kann und versucht, künstlerisch erfahrbar zu machen, wie KI denken, kommunizieren und sich gar selbst reflektieren kann.

Ø  Valerio Velardo (Melodrive) zeigt, wie künstliche Intelligenz im Bereich der Musikkomposition eingesetzt werden kann. Im Bereich VR & Gaming mit seinen nonlinearen und oft explorativen Spielverläufen kann sich beispielsweise der Soundtrack dynamisch anpassen, ohne auf Techniken wie Looping oder Überblendungen angewiesen zu sein, wie es bei statischen Soundtracks der Fall ist.

 

Die abschließende Panel-Diskussion thematisiert die Chancen sowie philosophische Fragen künstlicher Kreativität und ihres Potentials für die Filmwelt.

 

Artificial Fiction: technology.film.future

 

28. November 2018, 13.00 – 16.30 Uhr

 

Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Marlene-Dietrich-Allee 11

14482 Potsdam

Raum 1104

 

Kontakt & Anmeldung:

Susanne Kern | E-Mail: s.kern@filmuniversitaet.de

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