Brandenburger Unternehmen investieren 2017 mit Hilfe von Bürgschaften mehr als 170 Mio. Euro

Das Bürgschaftsgeschäft der Bürgschaftsbank Brandenburg wächst deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Bürgschaften in Höhe von 84 Mio. Euro sichern Investitionen von über 170 Mio. Euro ab. Unternehmensnachfolgen werden immer wichtiger. Die Anzahl der verbürgten Vorhaben sinkt leicht, die Bürgschaftsbeträge wachsen. Zum fünften Mal in Folge: Bestes Neugeschäft in ostdeutschen Bundesländern. Rückbürgschaften durch Bund und Land sinken, da Risiko für Bürgschaftsbanken steigt.  
Unternehmensnachfolgen nehmen deutlich zu
Für das Geschäft der Bürgschaftsbank Brandenburg werden Unternehmensnachfolgen immer wichtiger. Bei mehr als der Hälfte der von der Bürgschaftsbank begleiteten Existenz-gründungen handelt es sich um Unternehmensnachfolgen. Insgesamt ist jeder fünfte Bürgschaftsfall inzwischen eine Unternehmensnachfolge. Insgesamt erreicht die Bürgschaftsbank 2017 fast sechs Prozent mehr Geschäft, zum zweiten Mal in Folge ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr und signifikant über dem Bundestrend von 1,5 Prozent. „Trotz des erfreulichen Ergebnisses wird das Geschäft schwieriger“, bewertet Dr. Miloš Stefanovic, Geschäftsführer der Bank, die Geschäftszahlen. „Die Finanzierungsinstitute sind selbstbewusst nach neun Jahren wunderbarer Konjunktur. Bürgschaften werden von dieser Seite seltener angefragt.“
Bürgschaftsunternehmen investieren stark
Eine lebhafte Nachfrage von Industrieunternehmen, ein stabiles Handwerk sowie eine ungebrochen starke Gründungsaktivität bescheren der Bürgschaftsbank Brandenburg bereits zum fünften Mal in Folge mit Abstand das beste Neugeschäft aller Bürgschaftsbanken in Ostdeutschland. Mit 240 Bürgschaften und damit verbundenen Krediten und Beteiligungen in Höhe von 84 Mio. Euro rangiert die Bürgschaftsbank bundesweit auf Platz sieben. Die vergebenen Bürgschaften ermöglichten Investitionen in Höhe von 171 Mio. Euro – einer bemerkenswerten Steigerung um mehr als 30 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Bürgschaftsunternehmen schufen im vergangenen Jahr mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze.
4,4 Mrd. Investitionen seit Gründung verbürgt
Zum 31. Dezember 2017 zählt die Bürgschaftsbank im Bestand 1.828 Bürgschaften und Garantien für Kredite und Beteiligungen in Höhe von 376 Mio. Euro. Seit ihrer Gründung 1991 hat die Bank mehr als 8.000 Bürgschaften ausgereicht für Kredite und Beteiligungen in Höhe von 2,2 Mrd. Euro. Die Summe der dadurch möglichen Investitionen Brandenburger Unternehmen beläuft sich auf insgesamt 4,4 Mrd. Euro. Knapp 133.000 Arbeitsplätze entstanden oder wurden durch Bürgschaften seither gesichert.
Brandenburgs Wirtschaft brummt
Auch 2017 erfreute sich die Brandenburger Wirtschaft an einer gut laufenden Konjunktur, die im Umkehrschluss eine sinkende Nachfrage nach gewerblichen Krediten und damit Bürgschaften bedeutet. Investitionen finanzieren Unternehmen in wirtschaftlich guten Zeiten häufig aus eigenen Mitteln.  Die Konjunktur – und damit die vielen gut laufenden Unternehmen, die derzeit zum Verkauf stehen, sind auch Ursache für die erhöhten Volumina im Bürgschaftsgeschäft. „Der brandenburgischen Wirtschaft geht es gut, wer ein Unternehmen übernimmt, muss momentan dafür tiefer in die Tasche greifen “, erklärt Dr. Miloš Stefanovic, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank.
Erfolgreiche Existenzgründer  
93 von 240 Bürgschaften dienten 2017 der Gründungsfinanzierung. Kredite und Beteiligungen mit einem Volumen von 24 Mio. Euro wurden 2017 für Existenzgründer verbürgt. Das sind fast 40 Prozent aller 2017 zugesagten Bürgschaften. Mehr als die Hälfte aller Gründungsfinanzierungen sind inzwischen Unternehmensnachfolgen.
Branchen: Industrie nach wie vor auf hohem Niveau
28 Prozent des verbürgten Kreditvolumens ging 2017 an Industrieunternehmen (23,2 Mio. Euro/Vorjahr: 17 Mio. Euro) – eine bemerkenswerte Steigerung um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Stabil bleibt die Nachfrage nach Bürgschaften aus Handwerk (13 Mio. Euro/16 Prozent) und Handel (12 Mio. Euro/14 Prozent). Spürbar zurückgegangen ist das Bürgschaftsvolumen für Finanzierungen von Vorhaben aus der Dienstleistungsbranche / Informationswirtschaft (13 Mio./16 Prozent, Vorjahr: 17 Mio. Euro/22 Prozent). Nach schwachem Vorjahr mit merklichem Nachfragerückgang stabilisiert sich das Gastgewerbe in der Nähe des Vorjahreswertes (4 Mio. Euro).
Zurückhaltender BoB
Durch den Trend zu durchschnittlich höheren Bürgschaftsbeträgen je Finanzierung war eine weiter zurückhaltende Nachfrage nach der Brandenburger Erfindung „BoB“ zu erwarten. Das Sonderprogramm Bürgschaft (vorerst) ohne Bank erleichtert Unternehmen den Zugang zu Krediten bis zu 400.000 Euro. Die Bürgschaftsbank übernimmt noch vor der Hausbank die Prüfung des Kreditkonzeptes. 23 Prozent aller Bürgschaften (Vj. 25) und verbürgte Kredite und Beteiligungen in Höhe von 11 Mio. Euro (Vj. 14 Mio. Euro) wurden 2017 über das schnelle Sonderprogramm bewilligt.
Kammerbezirke: Starker Westen
Der Kammerbezirk Potsdam war auch 2017 wirtschaftliches Schwergewicht in Brandenburg. 56 Prozent aller Bürgschaftsurkunden (134/46,9 Mio. Euro // Vj. 139/43,9 Mio. Euro) wurden in Westbrandenburg vergeben, gefolgt vom Kammerbezirk Ostbrandenburg (19,5 Mio. Euro // Vj. 15,9 Mio. Euro), der erstmalig den Kammerbezirk Cottbus (17,4 Mio. Euro // Vj. 19,5 Mio. Euro) überholt hat.
Verschärfte Rückbürgschaftsquoten  
Bürgschaften, die bis zu 80 Prozent des Kreditvolumens für die Finanzierung unternehmerischer Vorhaben absichern, werden durch das Land Brandenburg und den Bund rückverbürgt.  Nun ist – in Angleichung der Bürgschaftsverfahren der alten und neuen Bundesländer – die Höhe für diese Rückbürgschaften von 60 auf 56 Prozent gesenkt worden. Die Regelung, die für alle Bürgschaftsbanken der Neuen Bundesländer seit dem 01.01.2018 in Kraft ist, erhöht das Risiko der Bürgschaftsbanken. Bürgschaftsbanken tragen jetzt 24 Prozent eigenes Risiko im Gegensatz zu bislang 20 Prozent. Das bedeutet eine Steigerung von 20 Prozent pro verbürgten Euro. Eine weitere Absenkung der Rückbürgschaften auf 52 Prozent ist für 2023 vorgesehen.
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