Tierisch heiß! Strategien gegen die Hitze

Mensch und Tier leiden gleichermaßen – Schatten, Abkühlung und viel Wasser helfen

Bildautorin: Marion Ebersbach

Potsdam − Die Hitze hält weiterhin an und die gefühlten Temperaturen sind noch mal deutlich höher als die gemessenen Werte um 30 Grad. Für den ein oder anderen von uns bedeutet dies eine enorme Belastung. Dieser kann vorzugsweise durch Ausruhen im Schatten, einer erfrischenden Abkühlung sowie einer hohen Wasseraufnahme entgegengewirkt werden. Doch wie gehen Vögel und andere Tiere mit den hohen Temperaturen um?

„Im Gegensatz zum Menschen besitzen die meisten Tiere ein Fell oder Federkleid und können nicht schwitzen“, erläutert Christiane Schröder vom NABU Brandenburg. „Da sie keine Schweißdrüsen besitzen, setzen die Tiere auf den Effekt des Hechelns und sorgen durch die dadurch ausgelöste Verdunstung für Abkühlung. Bekannt ist dieses Verhalten von Hunden, aber auch Füchse und sogar Vögel behelfen sich damit bei zu hohen Temperaturen.“

Vor allem die Vögel nutzen noch viele weitere, auch uns bekannte Strategien, um sich abzukühlen. Zuallererst ist der Rückzug in schattige Bereiche eine effektive Methode, um vor allem der Mittagshitze zu entgehen. Des Weiteren hilft es, an einer kühlen Stelle still zu verharren, denn umso geringer die Körperaktivität, desto weniger Körperwärme wird produziert. Aus diesem Grund sind für die Vögel und andere Tiere naturnahe Gärten mit Bäumen und Büschen so wichtig, denn kahle Steinwüsten bieten keinen Sonnenschutz und heizen sich zudem stärker auf.

Dennoch ist der Wasserverlust des Körpers bei hohen Umgebungstemperaturen nicht zu verhindern, weshalb auch die Tiere gerade an solch heißen Tagen viel trinken müssen. „Damit die Suche nach dem kühlen Nass keine Strapaze wird und weil viele natürliche Wasserquellen aufgrund der langfristigen Wärme ausgetrocknet sind, helfen den Tieren diverse Wasserangebote im Garten, z.B. Wassertränken, Flachwasserzonen von Teichen. Diese können von Vögeln außerdem als Badestelle genutzt werden. Um Krankheitserregern vorzubeugen, sollte das Wasser allerdings täglich ausgetauscht werden“ rät die Biologin.

Erstaunlicherweise lassen sich dennoch immer wieder Vögel beobachten, die der Hitze zum Trotz mitten im Sonnenlicht stehen bzw. liegen. Denn genau wie für den Menschen, hat die Sonne auch für die Vogelwelt ihren Reiz. Doch statt für eine vermeintlich gesunde Bräune die Haut überzustrapazieren, harren die Vögel nur sekunden- bis minutenlang regungslos an einer Stelle und bekämpfen auf diese Weise im Federkleid vorhandene Parasiten.

Doch das Positionieren auf freier Fläche kann auch dazu dienen, bestehende Luftströmungen für die Abkühlung zu nutzen. Überschüssige Wärme kann über unbefiederte Körperpartien am Kopf, an den Flügeln sowie den Beinen abgegeben werden, da diese von der kühlenden Luft umweht werden.

Auch andere Tierarten haben spezielle Methoden: Schwarzwild suhlt sich in möglichst feuchten Gruben, Hirsche nehmen ein Bad in Gewässern und Rehe meiden Sonne und Bewegung und suchen Abkühlung im schattigen Wald. Auch der Feldhase ruht bei starker Hitze, kann über seine Löffelohren aber zusätzlich überschüssige Körperwärme an die Umgebung abgeben.

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