Pflegeeltern in OSL erhalten rückwirkend mehr Geld / Beträge orientieren sich ab sofort an bundesweiten Standards

Pflegeeltern in OSL erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2018 mehr Geld. Durchschnittlich 67 Euro mehr im Monat zahlt das Jugendamt des Landkreises Vollzeitpflege-Familien für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Auch die Vergütungssätze im Bereich der Bereitschaftspflege steigen. Parallel erhöhen sich die gewährten Beihilfen für Nebenleistungen im Bereich der Vollzeitpflege und der stationären Unterbringung. Geregelt wird dies in der neugefassten „Richtlinie über die Gewährung von wirtschaftlichen Leistungen zum Unterhalt junger Menschen nach dem SGB VIII für den Landkreis OSL“ der Kreisverwaltung. Dieser stimmte am Donnerstagnachmittag (24.05.2018) der Jugendhilfeausschuss in Senftenberg zu.

Die Höhe des Pflegegeldes im Landkreis OSL orientiert sich ab sofort an den bundesweit anerkannten geltenden Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. und wird regelmäßig an diese angepasst. Konkret steigen die gewährten Leistungen im Bereich der Vollzeitpflege von 693 auf 762 Euro für Kinder bis 5 Jahre und von 767 auf 832 Euro für Kinder im Alter von sechs bis 11 Jahren. Für Kinder ab 12 Jahren erhielten Pflegefamilien bislang maximal bis zu 848 Euro pro Monat. Mit der aktualisierten Richtlinie werden nunmehr bis zu 916 Euro monatlich gezahlt. Hinzu kommen das anteilige Kindergeld sowie verschiedene – mit der neuen Richtlinie ebenfalls gestiegene – Beihilfen für Nebenleistungen.

Das Pflegegeld sichert die Kosten für den Unterhalt des Kindes in der Pflegefamilie. Dies umfasst sowohl Ausgaben für den Sachaufwand als auch für die Pflege und Erziehung. Zusätzliche Leistungen können die Familien nach wie vor unter anderem für die Erstausstattung der Pflegestelle, für Schul- und Ferienfahrten, Lernmittel, die Anschaffung eines Fahrrades, den Erwerb eines Führerscheins oder für besondere Anlässe, wie beispielsweise Einschulung oder Jugendweihe/Konfirmation, erhalten. Auch Elternbeiträge für den Besuch einer Kindertagesstätte oder Kindertagespflege gelten als Nebenleistungen.

Zusätzlich zur Vollzeitpflege und den Nebenleistungen erhöht sich auch die gewährte Aufwandsentschädigung für die Bereitschaftspflege. Für die Versorgung und Betreuung eines in Obhut genommenen Kindes zahlt der Landkreis ab sofort 62,40 Euro pro Kind und pro Tag, und damit beinahe doppelt so viel, wie bislang. Hinzu kommen eine Pauschale für Sachaufwendungen und für materiellen Mehraufwand. Bei Nichtbelegung wird ein Freihaltegeld in Höhe von 240 Euro pro Monat gewährt. Dieses betrug bislang 220 Euro.

Mit der neuen Richtlinie reagiert der Landkreis auf aktuelle rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen. Zuletzt wurden die bisher geltenden Beträge vor sechs Jahren angepasst.

„Die Erhöhung des Pflegegeldes soll auch eine zusätzliche Würdigung der Arbeit der Pflegeeltern und eine Stärkung des Pflegekinderwesens darstellen. Dank der neuen Ausrichtung an den Vorgaben des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. wird das Pflegegeld nun regelmäßig automatisch an entsprechende Preisentwicklungen angepasst. Dies geschieht zum Vorteil der beteiligten Familien und letztendlich der Kinder“, äußert sich Jugendamtsleiterin Manina Miltz-Kulowatz erfreut über die Verabschiedung der neuen Richtlinie.

Im Landkreis OSL leben derzeit insgesamt 99 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige in 76 Pflegefamilien. In Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen waren zum Jahresende 2017 201 junge Menschen untergebracht. Das Jugendamt kann auf insgesamt vier Bereitschaftspflegeplätze zurückgreifen. Dort finden in Obhut genommene Kinder kurzfristig eine neue Bleibe.

Seit 16 Jahren führt das Jugendamt des Landkreises für Pflegefamilien Veranstaltungen durch, um sich bei ihnen für ihre wertvolle geleistete Arbeit zu bedanken und den gegenseitigen Austausch zu fördern.

Der Bereich Pflegekinderdienst des Jugendamtes ist jederzeit auf der Suche nach aufgeschlossenen Familien, die bereit sind, die Erziehung von fremden Kindern vorübergehend oder auch für eine längere Zeit zu übernehmen. Die Mitarbeiterinnen stehen Interessierten gern persönlich, telefonisch unter (03573) 870-4295 bzw. -4296 oder per E-Mail an jugendamt@osl-online.de für ausführliche Auskünfte zur Verfügung und beantworten Fragen. Wichtige Informationen zum Thema vermittelt auch der Flyer „Kinder suchen Pflegeeltern“. Dieser ist im Jugendamt in Senftenberg erhältlich und steht auf der Internetseite der Kreisverwaltung, www.osl-online.de, zum Download bereit.  

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