Digitale Bildung im Unterricht: Was Lehrer und Schüler von der Schul-Cloud erwarten

Auch Schulen stellt die Digitalisierung vor neue Herausforderungen. Während die Debatte über den Einsatz digitaler Medien an deutschen Schulen zwischen Bildungsexperten, Verbänden und Politik intensiv geführt wird, ist keine andere Gruppe so stark von diesem Wandel betroffen wie die Lehrkräfte und deren Schülerinnen und Schüler. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI), das derzeit die Schul-Cloud in Kooperation mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC entwickelt und testet, möchte Lehrern und Schülern die Möglichkeit geben, bei der Gestaltung selbst mitzuwirken. Am Montag, dem 18. Dezember, lädt das HPI zusammen mit dem MINT-EC und der HPI School of Design Thinking daher rund 40 Lehrkräfte und Schüler der Pilotschulen aus ganz Deutschland zu einem Design-Thinking-Workshop nach Potsdam ein.

„Für den Erfolg eines so umfangreichen Projektes wie der Schul-Cloud ist es unerlässlich, viele unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in die Entwicklung einzubeziehen“, so HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Dieses Vorgehen entspreche genau dem Ansatz der Innovationsmethode Design Thinking, die an der HPI School of Design Thinking seit 10 Jahren unterrichtet wird: „Beim Design Thinking geht es darum, schnell und kreativ in gemischten Teams Lösungen zu erarbeiten. Dabei steht immer der Nutzer einer neuen Lösung im Vordergrund – und das sind im Fall der Schul-Cloud Lehrer und Schüler“, erklärt Meinel.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des eintägigen Workshops kommen aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern, Hessen, Berlin, Brandenburg und dem Saarland nach Potsdam – an ihren Gymnasien wird die Schul-Cloud seit diesem Sommer bereits im Unterricht getestet. Insgesamt sind derzeit 27 MINT-EC-Schulen aus 13 Bundesländern an der Pilotphase beteiligt, ab Mai 2018 soll die Schul-Cloud, die vom BMBF gefördert wird, stufenweise allen rund 300 MINT-EC-Schulen zur Verfügung gestellt werden.

„Mit der Schul-Cloud haben wir ein Projekt gestartet, das den MINT-EC-Schulen den Sprung in die Digitalisierung erleichtern soll. Die Einbindung der Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung der Schul-Cloud ermöglicht es, diese realitätsnah und bedarfsgerecht für Schulen zu entwickeln“, erklärt Dr. Niki Sarantidou, Geschäftsführerin MINT-EC.

Die Schul-Cloud

Das in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten aus Wirtschaft und Bildungseinrichtungen entwickelte und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt einer Schul-Cloud sieht vor, schul- und fächerübergreifend digitale Lehr- und Lernangebote in einer Cloud verfügbar zu machen und dabei den hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Ein zentraler Vorteil der Schul-Cloud ist dabei, dass für Schulen die zeit- und kostenaufwändige Anschaffung und Wartung von Rechnern entfällt. Schüler und Lehrer können über einfache Eingabe- und Anzeigegeräte von überall auf die Inhalte zugreifen und damit arbeiten. Voraussetzung hierfür ist ein Breitband-Internetzugang und WLAN.

Beim Digital-Gipfel der Bundesregierung im Juni haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professorin Johanna Wanka, und HPI-Direktor Professor Christoph Meinel den Startschuss für die Schul-Cloud erteilt. Inzwischen können alle 27 ausgewählten Schulen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC die Schul-Cloud in der Praxis erproben und testen. Im Rahmen des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen” wurde die Schul-Cloud im Jahr 2017 als einer von 100 innovativen Preisträgern gekürt. Einen Einblick in die vielfältigen Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten der Schul-Cloud vermittelt ein Testzugang: https://schul-cloud.org/. Eine Erläuterung für das Konzept der Schul-Cloud finden Sie unter: https://hpi.de/schul-cloud.
Weitere Informationen in unserem Schul-Cloud-Blog: https://blog.schul-cloud.org/.

1 2 3 66