In der Champions League der Junggesellen: Westbrandenburger Handwerk freut sich über zwei Bundessieger

Land- und Baumaschinenmechatroniker Toni Eckardt und Brauer/ Mälzer Malte Paschke heute in Berlin ausgezeichnet

 

Heute wurden mit Toni Eckardt und Malte Paschke zwei frischgebackene Junggesellen und ihre ehemaligen Ausbildungsbetriebe im Handwerkskammerbezirk Potsdam als Bundessieger im Wettbewerb „Profis leisten was“ und damit in der Champions League des Wettbewerbs als beste Jungprofis in ihren Gewerken gekürt.

Dabei ist es ist gerade einmal knapp vier Wochen her, dass die beiden in ihren Gewerken für ihren Landessieg im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz gemeinsam mit ihren Ausbildungsbetrieben, der Bartling Landtechnik GmbH aus Hohenseefeld und der Braumanufaktur GmbH Potsdam, ausgezeichnet wurden.

Die Bartling Landtechnik GmbH und auch die Potsdamer Braumanufaktur sind zwei der Eliteschmieden des Handwerks in Westbrandenburg. Beide brachten schon in den vergangenen Jahren Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks PLW – „Profis leisten was“ hervor.

Bundessieger Toni Eckardt fand als Fachabiturient im Jahr 2014 den Weg zu seinem Ausbildungsbetrieb in Hohenseefeld. Familiär „vorbelastet“ brachte er einen landwirtschaftlichen Hintergrund mit. Dass er allerdings seinen Ausbildungsplatz bei Bartling auch bekam, war der Empfehlung eines Mitarbeiters und dem eigentlichen Bewerbungsgespräch zu verdanken. „Da präsentierte sich ein junger Mann mit wachem Verstand und offenen Augen“, erinnert sich Christian Bartling an die Anfänge seines damaligen Schützlings. Damit war er der richtige für die Ausbildungsstelle als Land- und Baumaschinenmechatroniker. „Unser Gewerk hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Allein die fortschreitende Technisierung und die immer kürzeren Taktzeiten bei Neuentwicklungen brauchen in unserem Handwerk junge Leute wie Toni, die das Zeug dazu haben, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.“ Schulungen und Weiterbildungen seien dazu auch nach der Lehre unabdingbar, stand früher das rein Handwerkliche im Vordergrund, brauche es heute vor allem auch logisches Denken. „Lebenslanges Lernen ist in unserem Handwerk besonders wichtig“, so Bartling, der bei seinen Einstellungstests auch bestimmte Soft Skills in die Bewertung berücksichtigt. „Wir schauen schon hin, was ein junger Mensch in seiner Freizeit macht, ob er Hobbys hat oder welches sein Lieblingsfach ist. Das sind auch Indikatoren, ob man jemanden gewinnen kann, der Freude am künftigen Beruf hat.“ Da ist sich Toni Eckardt mit seinem ehemaligen Chef übrigens einig: „Ich glaube, wenn man die Begeisterung nicht mitbringt, hat man als Land- und Baumaschinenmechatroniker keine Chance. Der Beruf ist anspruchsvoll und wird es immer mehr. Elektronik, Technik, Computer, das sind die drei Dinge, an denen man Spaß haben sollte, denn die Fahrzeugtechnologien werden immer umfassender und digitaler.“ Toni ist stolz auf sein Handwerk, für ihn war der Weg der einzig richtige nach dem Abitur: „Ich kann vieles selbst entscheiden, mir stehen viele Türen offen, für mich ist Handwerk Zukunft“, so der 21-jährige. Eine neue Tür hat der junge Mann bereits geöffnet: Er hat seinen ehemaligen Ausbildungsbetrieb vorerst verlassen, um seinen Erfahrungsschatz an neuer Stelle auszuprobieren. Heute ist er verantwortlich für GPS- und Vorführfahrzeuge in der Landmaschinentechnik. Seine ehemaligen Kollegen, seinen Chef, die Ausbildungszeit behält er in guter Erinnerung: „Ich habe viel gelernt, jeden Tag aufs Neue und bin jetzt überall einsetzbar.“ Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass er den Weg in seinen einstigen Ausbildungsbetrieb vielleicht doch eines Tages zurückfindet. Der Weg stünde ihm jedenfalls offen, so Christian Bartling.

Stolz auf den Sieg

Der zweite Bundessieger Malte Paschke aus dem Kammerbezirk verdankt seine Berufswahl zwei Frauen in seinem Leben: seiner Schwester und seiner Freundin. Beide motivierten den heute 24-Jährigen nach seinem Abitur, sich bei den Brauern und Mälzern nach einer Ausbildung umzusehen. Bei der Braumanufaktur GmbH in Potsdam wurde der junge Mann fündig. Für Malte ein Glücksgriff. „Es war schon schwierig, diese Lehrstelle zu bekommen“, erinnert er sich. Ausbilder Jörg Kirchhoff bestätigt diesen Eindruck. Bier aus kleinen Brauereien liege aktuell im Trend und damit sei auch die Ausbildung sehr beliebt, besonders bei jungen Männern. Mit der Entwicklung der kleinen Brauereinen sei auch das Interesse an der Ausbildung bei den Betrieben gestiegen, so Kirchhoff. Der Braumeister und sein ehemaliger Auszubildender sind besonders stolz darauf, gegen die bayrischen Junggesellen gewonnen zu haben, wo das Bierbrauen bekanntermaßen eine besondere Tradition hat. „Wir freuen uns umso mehr, dass wir nun schon im zweiten Jahr den Bundessieg nach Norddeutschland geholt haben. Letztes Jahr ging er nach Berlin, in diesem Jahr nach Brandenburg. Das zeigt, dass nicht nur die Bayern gutes Bier brauen können, sondern auch wir“, so Kirchhoff. Der PLW-Ausscheid, den Malte für sich entscheiden konnte, fand in diesem Jahr in der Hauptstadt statt. „Es gab einen theoretischen Teil und drei praktische Stationen, die den Weg vom Malz zum fertigen Bier abgebildet haben“, fasst er die Prüfungsinhalte zusammen. Malte kann sich vorstellen, sich irgendwann einmal selbständig zu machen. Jetzt zieht es den bundesweit besten Brauer- und Mälzergesellen erst einmal in die Ferne. Er hat sich einen alten VW-Bus gekauft und will damit die Welt entdecken. Mit welchem Getränk er denn seinen Durst auf Reisen stillen wird? „Ich trinke gern mal ein frisch gezapftes Bier. Aber in Maßen, nicht in Massen“, sagt Malte lachend.

Für den Präsidenten der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst, war es angesichts der beiden engagierten Nachwuchshandwerker denn auch Ehrensache, persönlich im Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung in Berlin zu gratulieren. „Die beiden Bundessieger repräsentieren wunderbar unseren Handwerkernachwuchs. Sie werden ihren Weg im Handwerk machen, da bin sicher. Mit dem erworbenen Rüstzeug, aber auch ihrer eigenen Persönlichkeit, können sie zuversichtlich nach vorne schauen und an ihren künftigen Karrieren feilen. Unsere Glückwünsche sollen sie dabei begleiten.“

Der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks PLW – „Profis leisten was“ – soll zeigen, welches Potenzial in den besten jungen Gesellen des Landes steckt, sie ins Licht der Öffentlichkeit rücken und die Vielfalt und Kreativität des Handwerks verdeutlichen.

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