Zeitschnitt – “Experimente” im Filmmuseum Potsdam, 25.4.2018, 19 Uhr

ZEITSCHNITT – Kunst und Rebellion

 Eine Veranstaltungsreihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam

 Mittwoch, 25. April 2018, 19 Uhr: Auftakt im Filmmuseum Potsdam

 Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a/ Marstall, 14467 Potsdam
Kartenreservierung: 0331-27181-12, ticket@filmmuseum-potsdam.de

Experimente R: Lars Barthel, Jürgen Gosch, D: Michael Gwisdek, Heidemarie Schneider,

Hermann Beyer, Jürgen HoltzDDR 1980, 93‘

Einführung: Dr. Claus Löser (Filmhistoriker)
In Anwesenheit von Lars Barthel
Eintritt: 3 Euro

Dieses Jahr vereint die ZEITSCHNITT-Reihe Filme, die widerständiges Verhalten zeigen und/oder die durch ihre Machart selbst eine solche Haltung bezeugen. Ausgangspunkt ist das Jahr 1968, dessen systemübergreifende Eruptionen sich 2018 zum 50. Mal jähren. In der DDR lag dabei eine sehr spezielle Situation vor. Durch das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965 und die Repressionen gegenüber aufmüpfigen Jugendlichen war hier bereits drei Jahre vor 1968 Friedhofsruhe eingekehrt. Als in Paris der Generalstreik ausgerufen wurde und in der ČSSR der „Prager Frühling“ nie geahnte Hoffnungen auf einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ freisetzte, hatte sich in der DDR schon weitgehende Resignation ausgebreitet. Unter der Überschrift „Kunst und Rebellion“ stellt ZEITSCHNITT 2018 Filme zur Diskussion, die auf die Vorgeschichte und die Folgen des Jahres 1968 verweisen. Die Ereignisse in der DDR werden in europäische und globale Zusammenhänge gestellt. Die Einführung in die Veranstaltung erfolgt jeweils durch den Filmhistoriker Dr. Claus Löser. Im Anschluss an die Vorführung gibt es die Möglichkeit zur Diskussion

 

Mehr zum Film:

Experimente R: Lars Barthel, Jürgen Gosch, D: Michael Gwisdek, Heidemarie Schneider,

Hermann Beyer, Jürgen HoltzDDR 1980, 93‘

In seiner Zeit als Meisterschüler an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) entwarf der Kameramann Lars Barthel mit dem Schauspieler und Theaterregisseur Jürgen Gosch, dem Autor Christoph Hein sowie mit einigen befreundeten Schauspieler*innen einen weitgehend improvisierten Spielfilm. Die Geschichte über einen durch die ostdeutsche Provinz tingelnden Alleinunterhalter, der in einem Kulturhaus eine Frau kennenlernt und mit ihr nach Berlin fährt, lebt durch die prägnanten Darsteller*innen. In grotesken Szenen wird der »real existierende Surrealismus« auf die Spitze getrieben. Als die Hochschulleitung vom Charakter des Projektes Wind bekam, verhinderte sie die Fertigstellung des Films, das Negativ wurde vernichtet. Erhalten ist lediglich eine Rohschnittfassung.

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